Category Archives: Filmkritik

Die blutige Spur – Die Kritiken

The Scarlet Clue - Poster 3

Was die Gags angeht ist Mantan Moreland in Bestform. Besonders als er auf seinen Bühnenpartner Ben Carter trifft und sie ihren Endlosschnack starten:
Birmingham: “Junge, ich hab dich lange nicht gesehen. Mindestens seit …”
Ben: “Viel länger! Als ich dich zuletzt sah wohntest du …”
Birmingham: “Ich bin da weggezogen, nach …”
Ben: “Wie kannst du in dieser Nachbarschaft leben?”
usw.

Der Charakter “Horace Carlos” ist natürlich eine Anspielung auf Boris Karloff: ein Shakespeare-Darsteller der dazu verdammt ist DAS MONSTER zu spielen 😉

 

Gut, die Krimihandlung hat ihre Löcher, z.B. wie kann Charlie nur den Schalter für die Falle die ganze Zeit intakt und unbewacht lassen?
Aber, hey! Was solls. Kritiker sind bei Monogram-Chans schon mit wenig zufrieden:

»Variety« sah den Streifen damals besser als vorangegangene Versuche in der Monogram-Chan-Serie. Er sollte Fans dieser Art Filme gefallen, hat Spannung und ein gutes Drehbuch.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) meint der Film hat mehr für sich als gegen sich.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) sah einzelne Szenen besser als den Film als ganzes.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) findet dies ist einer der erträglicheren Monogram Chans.

 

 

Die Jademaske – Die Kritiken

The Jade Mask - Poster1Charlies Einstieg in die Geschichte ist witzig. Er muss im wahrsten Sinne des Wortes sein ganzes Gewicht aufbringen, und wird tatsächlich von Sohn Eddie verblüfft.
Birmingham hat einige nette Sprüche und ist nun offiziell Charlies Assistent.
Dann aber hat kaum einer noch was zu tun. Der Sheriff ist ok und hat nette Sprüche drauf, aber es geschieht nichts.

Statt dessen ein mäanderndes Zufallsdrehbuch. Wie gut wurde das Gelände denn abgesucht, wenn weder Harpers noch Meekers Leiche entdeckt wurden?
Charlie und der Sheriff begeben sich nur deshalb ein zweites Mal in Harpers Arbeitszimmer damit sie dort das Alarmsignal entdecken können.
Wieso besteht eine der Damen so sehr darauf, dass sie doch einen Polizisten ins Haus kommen sah, obwohl es doch ihr Komplize war? Und so weiter.

Das Titelthema für den Rest der Serie ist gefunden. Wohl aus Kostengründen wird die Musik nun recycled.
Und: Im Ganzen Film gibt es kein Jade – vermutlich auch aus Kostengründen 🙂 Jetzt sind wir aber enttäuscht!
Erstaunlicherweise sind die Kritiken sehr nachsichtig:

Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) sah einen schwachen Film, der eine gewisse Anzahl Kompensationen aufweist, vor allem durch die Schauspieler, u.a. Frank Reicher (Captain Engelhorn in KING KONG).
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) schmeckt ein unkonventionelles, grotesk-bizarres Gebräu.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) findet tatsächlich 66 Minuten Krimi-Spaß.

Charlie Chan in der Oper – Die Kritiken

MordkommissionEin Eifersuchtsdrama hinter den Kulissen einer Opernbühne.
Ein Mörder geht um und die Polizei will keinen einzigen Zuschauer weglassen.
Ein Mann ohne Gedächtnis der seiner Tochter ein Schlaflied auf dem Flügel spielt.

Direkt nach dem Pferderennen geht es in die Oper und das macht wirklich Spaß.
Die Oper wurde für die Filmszenen geschrieben.
Tudor Williams sang Karloffs Part, Zarubi Elmassian übernahm die beiden Damen.
Sie mussten nur die Lippen bewegen, doch selbst das funktioniert.

Fans wählen den Film regelmäßig in die Top 3 und die Kritiker würde es auch tun:

Charlie Chan at the Opera - Lobbycard3Paimanns Filmlisten vom 6.8.37 findet die Handlung oft etwas unwahrscheinlich und findet die Dialoge im Charlie-Chan-Stil amüsant.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) sieht die Serie auf dem Höhepunkt für die niemand geringerer als Oscar Levant eine Schwindeloper komponiert hat.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) meint, das Studio hat hier freiwillig viel Geld in die Hand genommen, um ein hervorragendes Produkt zu erschaffen mit satten 44 Statisten.

Charlie Chan beim Pferderennen – Die Kritiken

Charlie Chan at the Race track - titleDie Außenaufnahmen nach Ankunft auf dem Kontinent wurde auf dem im Dezember 1934 eröffneten Santa Anita Track gedreht.
Das ungewöhnliche bis unlogische Ende rund um Wettmafia bis Pferdetausch ist einen Tick überzogen, aber der Film läuft mit guter Geschwindigkeit auch darüber weg.
Lee ist prima integriert. Er stürmt Charlies Büro, heuert auf dem Schiff an, muss sich wegsperren lassen und den Wäschemann spielen.
Unbedingt auf Charlies ramponierten Hut achten, nachdem er Lees Fahrkünste über sich ergehen lassen musste!

Charlie Chan at the Race Track - poster3Die Kritiker sind zufrieden:

  • Paimanns Filmlisten vom 24.12.36 sahen eine bis zum Ende undurchsichtige, ereignisreiche Handlung mit sehenswerten Turfbildern und findet Oland verkörpere die Hauptgestalat in bewährter Art.
  • Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988) vermerkt pures Vergnügen mit einer “gut geschmierten Maschine”.
  • David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) notiert Schnelligkeit, außergewöhnlich und genügend kompliziert, und kommt zum Schluß mit der Note “Exzellent”.

Charlie Chan im Zirkus – Die Kritiken

Charlie Chan at the Circus - dvd Charlie Chan auf Urlaubsreise mit der ganzen Familie und die Kinder laufen im Zirkuszelt der Größe nach sortiert am Ticketabreißer vorbei. Der Älteste, natürlich Lee (Keye Luke), hat die Rasselbane im Griff, ruft sie zusammen und tatsächlich kommen alle angewetzt. Wer ergreift sofort Partei für den Zirkus und drängt Charlie dazu bei der Polizei zu intervenieren? Natürlich die Kinder!
Dazu Tim und Tiny (George und Olive Brasno), die als Co-Stars beim Publikum Sympathiepunkte für den Zirkus sammeln, sind in allen wichtigen Szenen dabei. Die Kleinen sind eindeutig die Größten in “Charlie Chan im Zirkus”!
Dazu mit San Toy (Shia Jung) eine Liebelei für Lee und ein Gorilla als mutmaßlicher Mörder, keine 3 Jahre nachdem “King Kong” über die Leinwand tobte.
Wunderbare Unterhaltung, die im Winterlager des “Al G. Barnes” Zirkus gedreht wurde. Und das ist nicht alles …

Charlie Chan at the Circus - Lobbycard 3Die Kritik findet das Schauspiel in Ordnung:

»Variety«, vom 18. März 1936, findet Chans Brut für einige Lacher gut und die Brasnos kämen dem Film zugute.
»Paimanns Filmlisten«, vom 2. Oktober 1936, hatte etwas Mühe, findet die Darstellung zumindest “Anständig”, die Regie sogar flott.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) muss sich kurz fassen und findet das Wort “gefällig”.

Charlie Chan bei den Olympischen Spielen – Die Kritiken

Charlie Chan at the Olympics - TitleEin Chan-Film am Puls der Zeit: Amerika war stolz auf seine Olympiahelden, was lag also näher als dies über einen Kinofilm zu vermarkten. Das Archivmaterial u.a. der 4x100m Staffel-Lauf der Herren, den die USA mit Startläufer Jesse Owens gewannen, ist gut integriert.
Es gibt tolle Story-Übergänge von Charlie zum Testflug zurück zu Charlie und später von Charlies Reise an Bord des Luftschiffes zu den Vorgängen auf der “Manhattan” und wieder zurück zu Charlie bis dieser in Hamburg das Schiff entert.

Um Olympia als Storyhintergrund zu nutzen, musste Charlie nach Berlin. Der Film könnte ansonsten praktisch überall spielen, denn Deutschland und die Lebensbedingungen in der Diktatur kommen nicht vor. Die Spannungen der Vorkriegszeit sind dennoch spürbar, u.a. als Hughes im Abteil mit Chan spricht.

Die Kritiker sind äußerst zufrieden:
»Variety« (vom 26. Mai 1937) findet, Oland ruhe wie gewöhnlich sanft und unerschütterlich in sich selbst bei seiner Darstellung des berühmten Chinesisch-Amerikanischen Detektivs und bewertet Kamera und Ausstattung mit erstklassig.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) hält das Drehbuch für das wahrscheinlich am besten konstruierte der Oland-Serie, bei dem ein Ereignis bemerkenswert flüssig und mühelos zum anderen führt.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) erkärt den Film zu einem von Warner Olands besten CC-Filmen.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) notiert v.a. den amüsanten Kurz-Auftritt eines schneidigen Charlie Chan jr.

Charlie Chan’s Chance – Die Kritiken

Charlie Chans Chance - Poster2Der Film gilt als verschollen, daher kann man wenig zur Qualität sagen. Der Dialogwitz wirkt jedenfalls auch in den überlieferten Drehbüchern.
Wie begrüsst Inspektor Flannery seinen Kollegen vor versammelter Mannschaft: “Wir haben von Sherlock Holmes gehört, von Arsene Lupin … und nun haben wir bei uns den ebenso bekannten Charlie Chan!”
Basierend auf dem Skript produzierte man 2007 eine Art Hörspiel für die Fox-DVD-Box als “Neu-Erschaffung eines verlorenen Charlie Chan Films”.

“Charlie Chan’s Chance” ist ein Remake des Films “Hinter jenem Vorhang” und basiert somit auf demselben Buch, das Fox bereits 2 Jahre vorher verfilmt hatte. Diesmal jedoch ist es kein Romantik-Drama sondern ein Chan-Krimi. Heimlicher Star ist die Katze Puzzums, die Charlie das Leben rettet.

Art Director Gordon Wiles gewann Monate vor der Produktion einen Regie-Oscar.
Regisseur John Blystones Familie war an einigen Chan-Produktionen beteildigt. Bruder Stanley spielte etwa in “Charlie Chan bei den Olympischen Spielen”, “Charlie Chan in Reno” oder “Charlie Chan im Wachsfigurenkabinett” mit, während Bruder Jasper jeweils Regiesassistenz machte. John selber starb am selben Tag wie Hauptdarsteller Warner Oland, am 6. August 1938.

Die Kritiken sind größtenteils sehr zufrieden:

  • »Film Daily« (vom 24.1.1932) bemängelt, dem Film sei sehr kompliziert zu folgen, für den Durchschnittsfan …
  • »Variety« fand “Chance” kompakt, zeitweise spannend und zufrieden stellend glaubwürdig und sieht in der Studioversion des East River bei Nacht ein herausragendes technisches Detail.
  • »Paimanns Filmlisten« bemerkten den durch ins Bild kopierte Texte zureichend übersetzten, oft humoristischen (englischen) Dialog (vom 01.7.1933).
  • Auch die »Motion Picture Guide« findet den East River brilliant und den Film an sich technisch exzellent.
  • Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988, S. 167) ist weniger gnädig und sah viel Gerede und wenig Spannung, nur Oland rettet den Film.