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Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Curse of the Dragon Queen - Poster

(„Charlie Chan an the Curse of the Dragon Queen“, 1981, Warner Brothers Pictures)

„Hawaii. Damals.“ … in stimmungsvollem schwarz/weiß.
Charlie Chan entlarvt die Drachenkönigin als Mörderin, die ihn und seine Familie daraufhin verflucht.
Als sie eine Waffe zieht, wirft sich Charlies Sohn Lee dazwischen und entwaffnet sie.
Wenig später gibt er seine Verlobung mit der Tochter des Toten, Brenda Lupowitz, bekannt.
„San Franciso. Heute.“ … in Technicolor.
Der aus Lees Ehe hervorgegangene Sprössling, Lee Chan junior, hat sich vorgenommen ein großer Detektiv zu werden.
Er wohnt in der Villa seiner Großmutter, Sylvia Lupowitz, in San Francisco und steht kurz vor seiner Hochzeit mit Cordelia Ferrington.
Gerade geht ein Serienkiller in der Stadt um, der die Polizei, namentlich Chief Baxter, heftig überfordert.
Um die grässlichen „Phantommorde“ aufzuklären, wird Charlie Chan zu Hilfe gerufen und trifft wenig später ein.
Die Drachenkönigin, längst aus dem Gefängnis entlassen, überwachte das Lupowitz-Anwesen und heftet sich an Charlies Fersen …

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Der Fluch der Drachenkönigin - Pressefoto1Kaum war das Projekt bekannt, gab es die ersten Proteste, weil sich wieder keine Asia-Amerikaner unter den Hauptrollen befanden.
Anderseits muss beinahe jeder froh sein, der an dem Desaster nicht beteiligt war.
Auch die Chan-Veteranen, die alle noch am Leben waren aber an die offenbar niemand gedacht hatte: Roland Winters (Chan #3), Keye Luke (Sohn #1 Lee), Sen Yung (#2 Jimmy), Benson Fong (#3 Tommy) und andere.

Der Film ist eine mit Slapstick angefüllte Möchtegern-Parodie, mit dem unfähigen Enkelsohn als Hauptakteur, der überall Chaos anrichtet. Den Trottel als Sprühund hat Inspektor Clouseau schon perfekt durchexerziert, dieser Lee Chan junior bleibt dagegen selbst in der Trotteligkeit blass.
Die übrigen Darsteller wirken wie betäubt und unbeteiligt. Der knurrige Butler Gillespie – im motorisierten Rollstuhl – ist der farbigste Charakter des ganzen Films, das offenbart die ganze Schieflage.

Die beste Sequenz ist das „Charlie Chan Film Festival“ im Eltinge Theater, am Höhepunkt des Filmes, mit der dort statt findende Versammlung der Verdächtigen.
Ob die Sache mit Charlie als Filmstar im Kontext des Films logisch ist oder nicht spielt in diesem Streifen ohnehin keine Rolle (es ist nur eine weitere verpasste Gelegenheit, etwas um das Thema mit dem nicht-asiatischen Charlie Chan-Darsteller zu reflektieren).

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Curse of the Dragon Queen - BuchEs spielen:

Peter Ustinov [Charlie Chan]
Richard Hatch [Lee Chan junior, Enkelsohn Nummer 1]
Michele Pfeiffer [Cordelia Ferrington III]
Lee Grant [Sylvia Lupowitz]
Roddy McDowall [Gillespie, der Butler]
Rachel Roberts [Mrs. Dangers, Hausangestellte]
Angie Dickinson [Drachenkönigin]
Brian Keith [Chief Baxter]
Paul Ryan [Masters, Polizei-Assistent]
Johnny Sekka [Stefan, Chauffeur]
David Hironane [Lee Chan, Sohn Nummer 1]
Karlene Crockett [Brenda Lupowitz]

Regie führte Actionspezialist Clive Donner.

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So nebenbei: „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ wird bis Ende des Monats noch bei MGM wiederholt.

Charlie Chan – Es waren Dreizehn (1931)

Eran Trece - Title„Eran Trece“ („Es waren Dreizehn“) ist praktisch identisch mit CHARLIE CHAN CARRIES ON („Charlie Chan macht weiter“) und wurde von Fox Film 1931 parallel zu diesem auf spanisch gedreht. Neben den Dialogen wurden die Namen der Weltreisenden leicht angepasst.

Laufzeit: 79 Minuten
Premiere: 04.12.1931, erstaunliche 8 Monate nach dem Original

Es spielen:

Eran Trece - StillManuel Arbó[Charlie Chan]
Rafael Calvo[Inspektor Duff]
Raúl Roulien[Max Minchin]
Blanca de Castejón[Peggy Minchin]
Miguel Ligero[Frank Benbow]
Amelia Santee[Mrs. Benbow]
Juan Torena[Dick Kennaway]
Ana Maria Custodio[Elen Potter]
Carmen Rodriguez[Mrs. Rockwel]
Julio Villarreal[Dr. Lofton]
José Nieto[Captain Kin]
Carlos Diaz de Mendoza[Walter Decker]
Lia Torá[Sybil Conway]
Marin Garralaga[John Ross]
Antonio Vidal[Paul Nielson]
Ralph Navarro[Inspektor Gardner]

Beim Übergang vom Stumm- zum Tonfilm mussten die Studios sich etwas einfallen lassen. Der Aufbau der Synchrontechnik und die Akzeptanz solcherart geänderter Filme ließ noch auf sich warten. Die Auslandsverwertung gestaltete sich nun schwierig, denn selbst das Englische war nicht so weit verbreitet, dass Hollywood etwa in Kontinentaleuropa oder Südamerika auf viele Zuschauer hoffen konnte. Die neuen Untertitel, im laufenden Bild eingeblendet, waren eine Möglichkeit, aber gewöhnungsbedürftig und in Ländern mit starken eigenen Filmgesellschaften (u.a. Deutschland) konnte man so nicht konkurrieren.

In der Zwischenzeit drehte man den einen oder anderen Film schlichtweg in unterschiedlichen Sprachen mehrmals, so auch „Dracula“ parallel in spanisch. Dafür engagierte man Muttersprachler, die in denselben Kulissen direkt nach der Originalfassung spielten, bei „Es waren Dreizehn“ während der Nacht. Wo es ging engagierte man einen im jeweiligen Markt etablierten Star, in diesem Fall Raúl Roulien, dem man auch mal eine besondere Szene gestattet, hier die Gesangseinlagen bei der Abschiedsfeier, wodurch diese Fassung Minuten länger dauert als die englische.

„Eran Trece“ galt wie viele frühe Chan-Filme als verloren und wurde erst in den 1990er Jahren wiederentdeckt. Er ist untertitelt auf der ersten deutschen Charlie-Chan-DVD-Box drauf.