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Sieben auf einen Streich: “Cinema Classics Collection 5″

Charlie Chan - Cinema Classics Collections 5Nun ist es also passiert: Die Seite mit den DVD-Boxen ist zu lang geworden. Ab sofort also eine Seite mit den DVD-Boxen und eine eigene für die Einzel-DVDs.

Weiter geht es heute mit Sieben auf einen Streich – 20th-Century/Fox lieferte im Herbst 2008 ein schönes Paket: Die fehlenden sieben Filme frisch digitalisiert zusammen in einer Box:

  • Charlie Chan in Panama
  • Charlie Chan’s Murder Cruise
  • Charlie Chan at the Wax Museum
  • Murder Over New York
  • Dead Men Tell
  • Charlie Chan in Rio
  • Castle in the Desert

 

Das nach diesem Spurt über 2 Jahre die ausstehenden Filme der Monogram-Zeit noch lange auf sich warten lassen würden, war nicht zu erwarten. Von denen demnächst mehr.

Charlie Chan in Rio (worum gehts?)

Charlie Chan in Rio - dt Titel (Charlie Chan in Rio, USA, 1941, 20th Century/Fox Film Corporation)

Charlie Chan ist mit Sohn Jimmy in Rio um eine Sängerin zu verhaften, die ihren Geliebten umgebracht hat. Doch er ist zu spät: Sie wurde erstochen. Und es gibt Verdächtige genug, denn Freunde hat sich die Dame nicht viele gemacht …

Charlie und Jimmy sind nach Rio gereist, um einen Haftbefehl gegen Lola Dean zu vollstrecken. Die Dame singt in Nachtclubs und hat einen eher feindseligen Freundschaftskreis. Kurz vor ihrem Auftritt verlobt sie sich mit Clark Denton und lädt ihre Freunde zu einer kleinen Feier in ihr Haus ein. Zofe Lili freut sich gerade heraus, Sekretärin Helen Ashby fürchtet die Entlassung, doch Lola Dean verspricht, die beiden zu behalten. Auf der Fahrt nach Hause macht sie einen Zwischenstopp im Hotel Continental um den Mystiker Marana zu treffen.
Dieser bringt sie mit einer präparierten Zigarette in Kombination mit dem Coffein im Kaffee in einen Dämmerzustand und befragt sie nach einem gewissen Manuel Cardozo. In den war die Sängerin verliebt, da er sich nicht scheiden lassen wollte, kam es zum Streit. Sie brachte ihn um und floh von Honolulu über New York nach Rio. Marana zeichnet das Geständnis auf, holt Lola Dean zurück ins Bewusstsein und man verabschiedet sich.
Sie überredet ihren Verlobten auf der Fahrt nach Hause, noch in dieser Nacht durchzubrennen, um zu heiraten.
Chan hatte beschlossen, die Festnahme bei der Sängerin zu Hause durchzuführen, um unnötiges Aufsehen zu vermeiden. Als er und der Polizeichef eintreffen, ist die Sängerin tot – erstochen.
Sekretärin Helen öffnet den Safe – das Schmuckkästchen ist leer, die Juwelen verschwunden. Durch ihre Aussage macht sich die Polizei auf den Weg um Marana und einen blumenschickenden Verehrer aus dem Hotel Continental herbeizuholen. Letzterer entpuppt sich als Lola Deans Ex-Mann, der in der Nacht kurzzeitig im Haus war. Maranas Schallplatte ist weitaus interessanter und Charlie entlarvt den Mystiker sehr schnell als Alfred Cardozo, Bruder des von Lola Dean ermordeten Mannes.
Da Jimmy der Wahrheitsdroge misstraut, erklärt er sich zu einem Selbstversuch bereit …

Besser ein Remake als gar kein Chan

DVD The Black Camel Drehbuch-Recycling ist für Hollywood nichts neues.
Stummfilme wurden als Tonfilm neu aufgelegt, schwarz-weisses in Farbe, europäische Geschichten amerikanisiert, 2D als 3D wiedergeboren, Blockbuster als ReStart-Blockbuster und es wird so weiter gehen. Nicht dass man das Original zwangsläufig wiedererkennen muss – aber in Charlies Fall lagen die Remakes zeitlich so dicht beeinander, dass manch Zuschauer schon in den 1930/40er Jahren ins Grübeln gekommen sein dürfte.

Zunächst verfilmte 20th-Century/Fox fünf der sechs Charlie Chan Bücher neu, wovon 3 der alten Filme von Fox selber stammten:

  • Behind that Curtain (1929) – Charlie Chan’s Chance (1932)
  • House without a Key (1926) – Charlie Chan’s Greatest Case (1933)
  • The Chinese Parrot (1927) – Charlie Chan’s Courage (1934)
  • Charlie Chan carries on (1931) / Eran Trece (1931) – Charlie Chan‘s Murder Cruise (1940)
  • The Black Camel (1931) – Charlie Chan in Rio (1941)

Hamilton MacFadden war Regisseur von “The Black Camel” und spielte eine Mini-Rolle als Regisseur der Crew-im-Film. Im Remake “Charlie Chan in Rio” war er nur als Schauspieler dabei und dürfte geweint haben, wie man den Stoff 10 Jahre später so viel schlechter umsetzen konnte.

Monogram machte keine Remakes im engeren Sinn sondern arbeitete ältere Drehbücher um.
So startete der dritte Chan-Darsteller der Serie mit zwei gut abgehangenen Drehbüchern von Mr. Wong-Krimis. Mr. Wong war – ähnlich wie Mr. Moto – überhaupt erst wegen Charlies Erfolg als asiatischer Ermittler geschaffen worden. Und kaum hatte man mit “The golden Eye” schon fast einen Chan-Western gemacht, passte man für den Nachfolgefilm sogar ein Western-Skript an:

  • Mr. Wong in Chinatown (1939) – The Chinese Ring (1947)
  • Mr. Wong, Detective (1938) – Docks of New Orleans (1948)
  • Riders of the whistling Skull (1937) – The feathered Serpent (1948)

Drehbuchschreiber Oliver Drake schrieb nicht nur den Western “Riders of the whistling Skull” (lt. Jon Tuska, “In Manors and Alleys”, Greenwood, 1988), sondern bastelte das ganze selber zum Charlie Chan “The feathered Serpent” um. Schauspieler Robert Livingston war in beiden Streifen dabei.

Alles nichts gegen den Erfinder von Charlie Chan: Earl Derr Biggers veröffentlichte 1913 seinen Roman “Seven Keys to Baldpate”, der bis zu seinem Tod 1933 viermal verfilmt wurde, davon dreimal stumm, und bis 1947 folgten zwei weitere Remakes.