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Charlie Chan: Schwarze Magie – Die Kritiken

Black Magic - Lobbycard 1 Dies ist einer der populärsten Monogram-Chans und er hat Witz und Charme. Das verdankt er Mantan Moreland und Frances Chan.
Die Seancen sind jedoch schwach inszeniert, vor allem die Trickserei ist geradezu lächerlich.
Das Mysterium wäre nicht kleiner, wenn eine normale Kugel statt eine aus gefrorenem Blut, die sicher längst aufgetaut sein musste, verwendet worden wäre.

Die Gags sind launig, aber es sind ihrer zu viele. Interessant, das Charlie diesmal geradezu zur Mitarbeit gepresst wird. Telepathie, Hypnosezustände und ein gerade rechtzeitig parates Gegenmittel sind dann aber doch zuviel.

Meeting at midnight - DVDDie Kritiker sind nicht glücklich:

  • Die »Los Angeles Times« jener Zeit befand einst, ungewöhnlich gefesselt zu sein.
  • Die »Motion Picture Guide« sah einen müden Film.
  • Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988) findet den Plot nur lächerlich.
  • Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) meint, der Streifen wäre unterhaltsam und gelegentlich atmosphärisch dicht.
  • »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) findet den Film weniger gelungen.
  • David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) stellt fest, dass der Vorgänger, “Die chinesische Katze”, gelungener ist.

Allerlei zu “Charlie Chan: Schwarze Magie”

Black Magic - Originaltitle Originaltitel: »BLACK MAGIC«
Späterer Alternativtitel: »Meeting at Midnight«
Laufzeit: 65 Minuten

Produktionszeitraum: 3. bis Mitte Mai 1944
Copyright: Monogram Pictures Corporation, 15 Juli 1944
Premiere: 9.9.1944

Charlies beste Sprüche:

  • Dunkle Geschäfte führen nicht zu sonnigem Leben
  • Geister haben immer einen weiten Weg zurückzulegen

Meeting at Midnight - VideoEs spielen:

Sidney Toler [Charlie Chan]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Frances Chan [Frances Chan]
Joseph “Joe” Crehan [Matthews]
Helen Beverley [Norma Duncan]
Jacqueline de Wit [Justine Bonner]
Geraldine Wall [Harriet Green]
Ralph Peters [Detective Rafferty]
Frank Jaquet [Paul Hamlin]
Edward Earle [Dawson, Chemiker]
Claudia Dell [Vera Starkey]
Harry Depp [Charles Edwards]
Charles Jordan [Tom Starkey]
Richard “Dick” Gordon [William Bonner]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Joseph Crehan drehte irre viel, u.a. “Wem gehört die Stadt?”, “Kid Galahad – Mit harten Fäusten”, “Herr des Wilden Westens”, “Orchid, der Gangsterbruder”, “Der dünne Mann kehrt heim”, “Tote schlafen fest” und auch “Charlie Chan – Gefährliches Geld“.
Helen Beverly stand selten vor der Kamera, etwa bei “Grüne Felder” oder “Das Gewand”. Nach langer Pause war sie spät auch im TV in einer Episode von “Dr. med. Marcus Welby”.
Jacqueline deWit sieht man u.a. in “Ich kämpfe um dich” oder “Die Schlangengrube”.
Geraldine Wall drehte zuerst “Das Lied von Bernadette”, ehe sie mit diesem Film und vielen weiteren fortsetzte.
Auch Frank Jaquet war in “Der dünne Mann kehrt heim” oder z.B. “Gespensterreiter”.
Edward Earle drehte sehr oft ohne Nennung, zu sehen ist er u.a. in “Dick und Doof werden Papa”, “Dick und Doof: Die Tanzmeister”, “Dick und Doof – Die Leibköche seiner Majestät”, “Marx Brothers – Das große Rennen”, “Mr. Moto und der Wettbetrug”, “Goldraub in Texas”, “Rivalen am reißenden Strom” oder “Mr. Smith geht nach Washington”.
Harry Depp spielte schon in “Charlie Chan am Broadway” und wird bei “Charlie Chan: Schatten über Chinatown” wieder dabei sein. Darüberhinaus sieht man ihn in “Mr. Moto und der Kronleuchter”, “Mr. Smith geht nach Washington”, “Der Auslandskorrespondent”, “Die Marx Brothers im Kaufhaus” oder “Das Doppelleben des Herrn Mitty”.
Auch Charles Jordan war in “Charlie Chan: Schatten über Chinatown” und wird Sherlock Holmes in “Stimme des Terrors” treffen. Dazu kommen “Der Engel mit der Trompete” u.v.a.

 

Charlie Chan und das Übersinnliche

DVD The Black Camel  Im Film waren die 1930er noch die Zeit der großen Seancen und die Spiritisten hatten Hochkonjunktur, ehe ab Ende der 1940er die technischen Gadgets und Größenwahnsinnige Gangster das Zepter an sich rissen.

Charlie traf einige Male auf Hellseher und ihre Medien, die zumeist eindeutig Hochstapler waren, doch es gibt Ausnahmen und nicht jedes außergewöhnliche Ereignis lässt sich zu vollster Zufriedenheit lösen. Einige Beispiele:

Ein bekannter Wahrsager, gespielt von Bela “Dracula” Lugosi, reisst in “Der Tod ist ein schwarzes Kamel” (1.02) die Vorhänge der Vergangenheit mit einer leuchtenden Kristallkugel auseinander. Eine für die damalige Zeit außerordentlich gut photographierte Szene, gleich zu Beginn des Films, die mit ähnlichen Sequenzen, z.B. aus “Die Mumie” konkurriert.

Filmkurier Das Geheimnis der MumieIn “Charlie Chan in Ägypten” (1.08) gibt es einen “Spuk” im Pharaonen-Grab, der jedoch am Ende als Abschreckungsmaßnahme des Mörders enttarnt wird.
Weitere Vorfälle lassen sich keineswegs so einfach erklären, so die leuchtenden Augen der löwenköpfige Göttin “Sachmet” oder die verlöschenden Lichter, gleich nachdem Professor Arnolds Leiche im Sarkophag gefunden wurde. Die Aura übersinnlicher Mächte wirkt in diesem Film ausserordentlich atmosphärisch.

Bald darauf wird “Charlie Chans Geheimnis” (1.10) bei einer getürkten Seance gelüftet. Das Medium und der Wahrsager in diesem Film bestehen auf ihren okkulten Kräften, obwohl auch sie sehr irdische Technik für Effekte einsetzen.

Bei “Charlie Chan auf der Schatzinsel” (2.03) werden Illusion und Wahrsagerei in einen Topf geworfen, der Erpresser/Mörder warnt seine Opfer über Horoskope. Die Seance-Szene wirkt zumindest heute grotesk bis lächerlich.
Die Gedankenlesende Eve Cairo jedoch ist außerordentlich berückend. Die Entlarvung des Mörders am Ende wunderbar montiert, auch wenn die Szene heftig verliert, wenn man darüber nachdenkt, dass Charlie das ganze einfacher hätte auflösen können.

Charlie Chans Secret - LobbycardKaum befindet sich “Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff” (2.09) gibt es auch schon Mord. Verübt von einem als Pirat Black Hook verkleidetem Mann, der das schwache Herz der älteren Schatzsucherin ausnützt. Die kurze Sequenz mit dem Karnevalskostüm, dem Holzbein und dem Enterhaken an der Tür ist herrlich surreal.

Schwarze Magie” (3.03) ist keineswegs im Spiel in gleichnamigem Film, sondern ein Seance-Verantstalter, der in einer gelungenen Anfangsszene das zeitliche segnet. Seine Hilfsmittel sind noch trivialer als auf der Schatzinsel und jagen wirklich niemandem mehr einen Schauer über den Rücken. Außer Birmingham Brown, der auch schon im Vorgängerfilm “Die chinesische Katze” über ein Skelett stolpern musste.

Charlie Chan: Schwarze Magie

Black Magic - Poster 2 (BLACK MAGIC, USA, 1944, Monogram Pictures Corporation)

Auf der Zwischenstation Richtung Hawaii wird Charlie Chans Tochter Frances während einer Seance Zeugin eines Mordes. Die Tatwaffe bleibt rätselhaft und so drängt der Polizeichef Charlie zur Mithilfe. Der Mörder verfügt über außergewöhnliche mentale Fähigkeiten und als Charlie selbst in deren Bann gerät, wird es lebensgefährlich …

William Bonner hält in seinem Haus eine Séance mit zahlreichen Gästen. Währenddessen verlässt der Butler das Haus und übergibt seinen Job und das Buch “Wie man verschwindet” großzügig an Birmingham Brown, bevor er sich davon macht. Bereits nach wenigen Minuten an seinem neuen Arbeitsplatz hört Birmingham aus dem Séance-Raum zufällig, wie eine der “überirdischen Gestalten” zu einem Anwesenden spricht: “Ich bin begraben aber nicht tot”. Schnell entscheidet Birmingham sich, seine sieben Sachen zu packen und zu verschwinden, doch derweil gehen bei der Séance merkwürdige Dinge vor.
Eine unheimliche Stimme frägt mehrfach “Was geschah am Abend des 5. Oktober 1935?” und kurz darauf stellen die Gäste fest, dass ihr Medium William Bonner erschossen wurde.
Dies hören im Nebenraum auch Tom und Vera Starkey die über geheime Gänge die Geistererscheinungen im Raum spielten.
Die Frau des Toten, Justine Bonner, benachrichtigt die Polizei, Sergeant Matthews und seinen Untergebenen Rafferty. Der fängt Birmingham ab, bevor dieser das Haus verlassen kann. Wenig später entscheidet Matthews alle zum Präsidium mitzunehmen, als er von einer der Anwesenden erfährt, dass sie Charlie Chans Tochter Frances ist.
Meeting at midnight - Lobbycard 1Er schickt daraufhin Rafferty zu dem Detektiv, der gerade die Spielsachen ausprobiert, die er für seine Kinder eingekauft hatte. Schnell kann Charlie seine Tochter und auch Birmingham, über den sie Kontakt zu den Bonners bekommen hatte, entlasten. Sergeant Matthews ist jedoch völlig ratlos als er erfährt das im ganzen Haus keine Schußwaffe gefunden wurde und auch die Kugel verschwunden ist. Mit der Bemerkung Frances die Abreise zu verweigern, da sie immerhin »in einen Mordfall verwickelt ist,« zwingt er den eigentlich im Urlaub, auf den Weg nach Hause, befindlichen Charlie den Fall zu übernehmen.
Der Detektiv revanchiert sich, indem er kurz darauf scheinbar übersinnliche Kunststücke vorführt, um klarzumachen was er von den angeblich übersinnlichen Vorgängen im Haus der Bonners hält.
Sogleich übernimmt Charlie das Regiment und beordert den wenig begeisterten Birmingham zurück an seinen Arbeitsplatz.
Bald darauf, im Hotelzimmer, verdutzt Charlie Matthews erneut, indem er den falschen Namen einer Séance-Teilnehmerin entlarvt: Norma Duncan. Die gewitzte Frances hatte ihn auf die abweichenden Initialen auf der Handtasche der Verdächtigen hingewiesen …