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Mehr über Charlies Pop

Über den Autor Earl Derr Biggers hat Barbara Gregorich bereits veröffentlicht.
Nun hat Sie all Ihre Erkenntnisse in einem kleinen Buch zusammengefasst:
“Charlie Chan’s Poppa: Earl Derr Biggers”

Erhältlich ist das Buch seit Anfang Februar.
Englisch, 150 Seiten, ca. 10 Euro

Die Autorin wirft einen Blick auf Biggers Leben und seine Werke, insbesondere natürlich die sechs Charlie Chan Romane.

40 Jahre Charlie Chan im TV

Ab 11. Januar 1978 begann mit »Der Tod ist ein schwarzes Kamel« zum ersten Mal die Ausstrahlung der Charlie Chan Filmreihe im deutschen Fernsehen. Der »Bayerische Rundfunk« hatte 26 Filme synchronisieren lassen und präsentierte sie im Abstand von 14 Tagen.

Es war dies allerdings nicht der erste (Nachkriegs-)Auftritt von Charlie in Deutschland. Im Kino war er wohl nicht zu sehen, aber die ARD hatte bereits den Chan-TV-Film von 1971 ausgestrahlt. Am 24. März 1974 lief »Ein wohlgehütetes Geheimnis« (Happiness Is a Warm Clue) und kam damit der Erst-Ausstrahlung in den USA (1979) weit zuvor.

Vom BR aus machte sich Charlie auf den Weg durch die Republik. Alle Dritten Programme wiederholten die Filme, zum Teil sogar mehrfach. Das der Detektiv aus Honolulu sehr beliebt war, zeigt sich auch in den Buchveröffentlichungen. Erstmals wurden alle 6 Romane nach dem Krieg wieder aufgelegt, einige in neuer Übersetzung.

Seit damals hat Charlie Chan auch hierzulande Fans. Waren das noch Zeiten, mit nur drei TV-Programmen und ohne Internet …

Charlie Chans Welt – 1935

Wie war die Welt zu Zeiten der alten Serie? Splitter einer fernen Zeit …

+++ Berlin: Erstes regelmäßiges Fernsehprogramm, 3 x die Woche +++ Italien annektiert Abessinien (Äthiopien) +++ Verheerende Staubstürme in den USA +++

1933 war Darryl F. Zanuck noch Gründer der »Twentieth Century Pictures«, zwei Jahre später nun stieg man bei der »Fox Film« ein: Twentieth Century / Fox wurde gegründet. Die Charlie Chan Filme brachten Fox die eine oder andere Million ein, aber die Schulden hätten das Unternehmen erdrückt.

Um die Gewinne zu steigern, tat die Filmindustrie einiges. In Pennsylvania etwa mussten Kinos am Sonntag geschlossen bleiben. Darüber gab es am 5. November eine Abstimmung und Hollywood fuhr alles auf, um das Verbot zu kippen. Neben vielen Schauspielern trat auch »Charlie Chan« vor die Kamera um für das richtige Ergebnis zu werben.

Kino/Kultur:

  • Dorothy L. Ayers: »Aufruhr in Oxford«
  • Agatha Christie: »Nikotin« und »Tod in den Wolken«
  • »Meuterei auf der Bounty« mit C. Laughton, C. Gable
  • »Frankensteins Braut« mit B. Karloff
  • »Der Werwolf von London« mit W. Oland
  • »Mad Love« mit P. Lorre, K. Luke
  • »Die 39 Stufen« von A. Hitchcock
  • »Die Marx Brothers in der Oper«
  • Laurel & Hardy: »Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment«

Sekundärliteratur: Charlie Chan’s Words of Wisdom

Howard M. Berlin hat 2001 nach der Enzyklopädie noch ein Buch über Charlies Sprüche nachgelegt. Gegliedert ist “Words of Wisdom” nach Filmen, zunächst der Charlie-Chan-Filme mit Oland, Toler und Winters. Danach folgen die Mr. Moto Filme mit Peter Lorre in der Hauptrolle und zum Abschluss gibt es zwei Dutzend Filmfotos.

Auf 124 Seiten werden die Bereiche kurz eingeführt, zu jedem Film gibt es eine Cast-Liste. Wer nicht genug bekommt von Charlies Sprüchen ist hier genau richtig.

Das vierte Sekundärwerk, dass sich nur mit Charlie beschäftigt: Charlie Chan’s Words of Wisdom – First Wildside Press, 2001 von Howard M. Berlin

Neues Buch: Charlie Chan – Eine schwarz / weiße Ära

Anfang Oktober erschien das erste umfassende deutschsprachige Werk zur Kinofilm-Reihe: “Charlie Chan – Eine schwarz / weiße Ära”. Erhältlich als Taschenbuch und ebook bei Amazon.

Auf 478 Seiten werden alle Filme besprochen, inklusive der verschollenen, der Stummfilme, der Nachzügler usw. Es gibt Biographien zu den wichtigsten Schauspieler(inne)n. Auch die amerikanische Geschichte der 1930/40er Jahre ist immer wieder Thema.

Heiter oder herzig ging es vor und hinter den Kulissen nicht immer zu. Hollywood behinderte so manche Filmkarriere. Davon können Anna May Wong oder Mantan Moreland uva erzählen.

ISBN-10: 1549879634
ISBN-13: 978-1549879630
Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 2,7 x 22,9 cm

Charlie Chans Welt – 1934

Wie war die Welt zu Zeiten der alten Serie? Splitter einer fernen Zeit …

+++ Donald Duck hat seinen ersten Leinwand-Auftritt +++ Die Hammond-Orgel wird patentiert +++ Die erste “Vater und Sohn” Geschichte von E. O. Plauen wird veröffentlicht +++

Fox schickte Charlie im Frühjahr 1934 undercover in “Charlie Chans Courage”. Weder Produzenten noch Kritiker waren mit dem Film sehr zufrieden, doch die Zuschauerzahlen waren dennoch positiv.

Fox wollte unbedingt weitermachen und suchte nach dem Tod des Autors nun Stoff um in Serie zu gehen. Tatsächlich musste das Konzept “Film-Serie” (nicht Serial) jedoch erst erfunden werden und da ist Charlie vorn dabei! Das er am Ende mit 44 Filmen binnen 20 Jahren dastehen würde, ist wohl ziemlich einzigartig.

Fünf Romane waren mehr oder weniger nah am Original mit Charlie in der Hauptrolle verfilmt.
Produzent John Stone kümmerte sich nicht weiter um den verbliebenen sechsten Roman, der nie verfilmt wurde. Statt dessen schickte er Charlie auf Weltreise und startete im Sommer in London. Weiter ging es im Herbst nach Paris und im kommenden Jahr nach Ägypten und Shanghai.

Kino/Kultur:

  • Der dünne Mann – ein Klassiker, auf Papier und im Film von Dashiell Hammett
  • Die schwarze Katze – Karloff und Lugosi
  • Der bunte Schleier – Greta Garbo und Warner Oland
  • Der Mann, der zuviel wußte – Die erste Verfilmung des Stoffs durch Alfred Hitchcock mit Peter Lorre
  • Die neun Schneider – Lord Peter ermittelt
  • Mord im Orient-Express und Warum haben Sie nicht Evans gefragt? – Agatha Christie

Sekundärliteratur: »The Charlie Chan Film Encyclopedia«

Howard M. Berlin brachte die Enzyklopädie im Jahr 2000 bei McFarland & Company heraus. Das Buch dreht sich um die schwarz/weißen Filme bis 1950. Das alphabetisch sortierte Nachschlagewerk erstreckt sich auf ca. 350 Seiten, dem sich ein 15-seitiger Index anschließt.

Die Handlung der Filme wird jeweils knapp besprochen, zu vielen Schauspielern gibt es Kurzbiographien, dazu einige Worte zu den Romanen. Daneben werden etliche Rollen besprochen, die oscarprämierten Produktionsbeteiligten aber auch auffällige Elemente aus den Filmen wie Zimmeroder Telefonnummern.

Eine Vielzahl von Fotos, einige echt sehenswert, runden die Enzyklopädie ab. Wer ein nicht ganz alltägliches Buch zur Serie haben will, wird hier prima bedient.