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Race Track 3 – CHARLIE CHAN AUF DEM RENNPLATZ

Charlie Chan at the Race Track - Poster 2Pferde und mörderische Wettbetrüger in »Charlie Chan at the Race Track« wurde Mitte Mai bis Mitte Juni 1936 bei 20th Century Fox in Szene gesetzt. Der Film kam in den USA ab 7. August 1936 in die Kinos. Und dann ermittelte Charlie rund um die Welt wie hier sowie in der ersten Fortsetzung zu lesen war. Nun zum Abschluss dieser kleinen Reise.

Nieuw weekblad voor de cinematografie 1936-12-18In den Niederlanden freute man sich ein Jahr nach den USA über den Film. Das »Nieuw weekblad voor de cinematografie« hatte schon im Dezember für »Charlie Chan op de Renbaan« geworben.

Nieuwe Bussumsche Courant 1937-08-21.

Bebildert war die Besprechung im »Nieuwe Bussumsche Courant« vom August: “Der chinesische Spürhund Charlie Chan löst im Flora Bio ein Rennbahn Rätsel auf”.

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La freccia avvelenata - Italien 1     La freccia avvelenata - Italien 2

Außerhalb den USA ist Italien das einzige Land, für das gleich zwei verschiedene Plakate im Umlauf sind. Charlies Ermittlungen gingen hier als »La freccia avvelenata« an Alpenzeitung 1937-09-12 Sternden Start.

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Die Südtiroler »Alpenzeitung« vom September 1937 bestätigt die Aufführung von »Der vergiftete Pfeil« im Meraner Stern Kino.

Obermosel Zeitung 1938-06-04 Cinema Palace Pfingstprogramm Wann die Pferde in Luxemburg aufgaloppierten, ist nicht genau bekannt. »Atemberaubende, packende, spannende Erlebnisse« im »Cinema Palace« werden vom Juni 1938 gemeldet, denn da lief »Charlie Chan auf dem Rennplatz« im Pfingstprogramm.

Im Jahr darauf klappte es mit »Charlie Chan en la Pista« in Spanien.

Charlie Chan beim Pferderennen - TV TitelFCharlie Chan beim Pferderennen - dt DVDast vierzig Jahre später gab es die Deutschland-Premiere von »Charlie Chan beim Pferderennen« im April 1978.

Noch weitere 35 Jahre vergingen, bis zur deutschsprachigen DVD.

Mittlerweile wäre es Zeit fürs Streaming. Bitte nicht nochmal Jahrzehnte …

Stadt in Dunkelheit

City in Darkness - Title blue(City in Darkness – Spielfilm, USA, 1939) – Ende September 1938 hat Hitler die Welt am Abgrund des Krieges. Die CSSR solle Gebiete an das Dritte Reich abtreten, in denen mehrheitlich Deutsche leben. Europas Nationen reagieren mit Mobilmachungen!

Krieg? In den Städten herrscht Furcht. Was tun, wenn Feuer vom Himmel fällt? Und was, wenn der Diktator noch grausamere Waffen einsetzt?

City in Darkness - Charlie gefangenMenschen verlassen Wohnungen und Häuser, die Stadt, ihre Heimat. Andere melden sich freiwillig, wollen helfen. Doch auch Misstrauen macht sich breit, da mancher dem Nachbarn nicht mehr traut. Sind Saboteure unterwegs?

Die Nacht fällt. In der Finsternis gärt die Furcht. Verdunkelung ist lebenswichtig. Jeder kleine Lichtschein könnte verräterisch sein. Dem Feind den Weg weisen.

Immer wieder fällt der Strom aus. Lärm der Flugzeugmotoren zerreißt die Stille. Endlos, bleierne Zeit.

Bringt der nächste Tag Erleichterung? Verhandlungen. Welches Ergebnis werden sie bringen? Landesteile abgeben für Frieden?

City in Darkness - Poster 3 kleinDer Diktator belügt sein Volk, um das, was dort wirklich vorgeht. Der Krieg verschlingt alles, zerreisst die Herzen, vernichtet Seelen.

1938. 1939. Paris. Deutschland.
– Alles nur … Geschichte?

Race Track 2 – MORDKOMMISSION

Charlie Chan at the Race Track - Poster 3Pferde und mörderische Wettbetrüger in »Charlie Chan at the Race Track« wurde Mitte Mai bis Mitte Juni 1936 bei 20th Century Fox in Szene gesetzt. Der Film kam in den USA ab 7. August 1936 in die Kinos. Und dann ermittelte Charlie rund um die Welt, wie bereits zu lesen war. Hier geht die kleine Rundreise weiter:

Österreichische Film-Zeitung 1936-12-11 Umbenennung Im Dezember des Jahres 1936 meldete die »Österreichische Film-Zeitung« bereits den Titel, ein halbes Jahr vor Kinostart. Offenbar wollte man unbedingt einen Bezug zur Kriminalistik verwenden.
Mordkommission.

In den 1920er Jahren hatte sich die Polizei überall auf der Welt fachlich stark verbessert, um mit Wissenschaft, Methodik und Akribie Kriminalfälle aufzuklären.
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Das war alles noch sehr aktuell und so entschied man sich zunächst, den Film »Verbrecheralbum« zu nennen, ehe im Dezember dann »Mordkommission« das Rennen machte.
So tierisch sinnvoll klingt beides nicht, wenn man die Handlung kennt, aber wichtiger war wohl ein schreiend moderner Titel.

Illustrierter Film-Kurier 1583Im Juli 1937 endlich kam »Mordkommission« in Österreich in die Lichtspieltheater.

Mordkommission PlakatDer »Illustrierte Film-Kurier« aus Wien brachte ein eigenes Heft zu Charlies Abenteuer heraus, in dem wie üblich schon viel nacherzählt wird (Bilder oben).

Die Zeitungswerbung, die man aus der Zeit finden kann, zeigt, dass die Zuschauer noch nicht von Krimis übersättigt waren und das Geschehen noch als außergewöhnlich empfunden wurde.

Rechts Bludenzer Anzeiger 1937-07-24eine Werbung aus dem »Invaliden Tonkino Bludenz« im Vorarlberger »Bludenzer Anzeiger« von Ende Juli 1937: “… Turfgangster … sensationelles Verbrechen … Zuschauer in Bann hält.”

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La Sentinelle 1937-07-16 Capitole.

Auch die Schweiz war im Juli 1937 dran. Die Anzeige vom »Cinema Capitole« aus »La Sentinelle« im Neuenburger Jura bewirbt »Charlie Chan aux courses« (links): “Ein Meisterwerk voller Geheimnisse und Emotionen!”

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Le Rhône 1937-12-10 RoyalDer Film lief damals monatelang nicht nur in der Schweiz.

Vísir 175 1937-07-28 Nyja BioSelbst im Dezember schaltete das Royal noch eine bebilderte Werbung in »Le Rhône«  im Wallis (oben).

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Charlie wurde in Island ebenso sehnsüchtig erwartet. Gleich auf Seite eins der in Reykjavik erschienenen Zeitung »Vísir« vom 28. Juli weist das »Nyja Bio« Kino auf »Charlie Chan a skeidvellinum« hin (links): “… Lustig und spannend … Charlie Chan Filme sind mit Abstand die besten und unterhaltsamsten Kriminalfilme, die man sehen kann.”

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Übrigens: Nach “Charlie Chan auf der Rennbahn” und “Mordkommission” gab es damals noch einen dritten deutschsprachigen Titel – bis später noch ein vierter folgte …

Mehr dazu im abschließenden Teil dieser kleinen Rennbahn-Rundreise.

Race Track 1 – CHARLIE CHAN AUF DER RENNBAHN

Charlie Chan at the Race Track - Poster1Pferde und mörderische Wettbetrüger in »Charlie Chan at the Race Track« wurde Mitte Mai bis Mitte Juni 1936 bei 20th Century Fox in Szene gesetzt.

Charlie Chan at the Race track - Titel

Eines der Bilder hinter den Kulissen in »Stars and Films of 1937« zeigt die Darsteller Thomas Beck, Helen Wood, Warner Oland und Alan Dinehart ausgerechnet beim Milch-Trinken!

Stars and Films of 1937 - Beck Wood Oland Dinehart
Der Film kam in den USA ab 7. August 1936 in die Kinos.
Anschließend ermittelte Charlie rund um die Welt.

Charlie Chan på kapplöpning - Schweden 1936

Glückliches Skandinavien:
In Dänemark lief »Charlie Chan paa Væddeløbsbanen« und in Schweden »Charlie Chan på kapplöpning« bereits Ende Oktober des Jahres.
Die Finnen konnten »Charlie Chan ratsastuskilpailussa« noch vor Weihnachten sehen (Jahre später übrigens unter dem Titel »Charlie Chan kilpa-ajoissa«).

Charlie Chan en la pistaAnfang 1937: Im Januar konnten argentinische Zuschauer »Charlie Chan en la Pista« sehen . Die spanischsprachigen Länder hatten offenbar unterschiedliche Titel, so etwa »Charlie Chan en el hipódromo« (…an der Rennstrecke) in Panama.
In Brasilien ließ man Charlie »auf das Grün«: »Charlie Chan no Prado«. In Portugal zeigte man »Charlie Chan nas Corridas« ab Anfang Februar.

Wenn wir schon in Europa sind: In der damaligen Tschechoslowakei fand die (sicher nicht nur deutschsprachige) “Sensationelle” Premiere von »Charlie Chan auf der Rennbahn« Mitte Januar statt, siehe die Kino-Werbung aus dem »Prager Tageblatt« für das HOLLYWOOD und das PRAHA:

Charlie Chan auf der Rennbahn - Prager Tagblatt 1937-01-15

Ein Ausschnitt der Kinoseite aus der französischen »La République« von Ende Januar weist in der Mitte auf »Charlie Chan aux courses« hin (Übrigens sind da zu sehen: Links oben Powell/Loy, rechts Harlow/Tracey, unterhalb Charlie noch Fernandel).

La République 1937-01-29 Kinoseite

In Ungarn hieß der Streifen »Charlie Chane a turfon« (bzw. »Charlie Chan a lóversenyen«), nachgewiesen ab Juni. Aus einer ungarischen Sprachenklave in Rumänien berichtet die Zeitung »Uj Kele« von einer Aufführung bereits im Mai.

Uj Kele 1937-05-01

Charlie Chan at the Race Track - DVD 2006Die Titel in allen Ländern blieben recht nahe am Original, so auch die deutschsprachige Fassung »Charlie Chan auf der Rennbahn« in der Tschechoslowakei (s.o.).

Doch im Juni, kurz vor der Grenze zu Österreich, im ungarischen Sopron (dt. Oedenburg), hieß der Film der da im Städtischen Lichtspieltheater lief, laut »Oedenburger Zeitung« auf Deutsch nun »Mordkommission«.
Mehr dazu in der Fortsetzung von Charlies Rennbahn-Trip.

Der Detektiv und der Papagei

Hinter den Kulissen einer Filmproduktion laufen beständig Fotografen herum. Da Bauten, Make-Up oder auch nur Kostüme sich während einer Produktion ständig wandeln können, gilt es, die Darsteller zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Nach einem langen Arbeitstag vor der Filmkamera, sicher nicht der beliebteste Moment, sich von Fotografen diktieren zu lassen, wie man gerade posieren soll.

In “Charlie Chans Courage“, 1934 nach dem zweiten Chan-Roman “Der chinesische Papagei” gedreht, lässt sich der Detektiv auf einer Ranch als Koch anwerben.

An diesem einsamen Ort in der Wüste erschreckt ein Papagei die Anwesenden mit seinen “Mörder“-Rufen. Ist hier tatsächlich ein Mord geschehen? Da das Tier am anderen Tag vergiftet wird, liegt dieser Verdacht sehr nahe.

Im Bild, genauer gesagt: auf allen Bildern, sehen wir Warner Oland in seiner Rolle als verkleideter Charlie Chan. Das Tier auf der Hand hält so still, dass es vermutlich ein gewesener Papagei ist.
Jedenfalls gelingt mit diesen drei, vor weißem Hintergrund fotografierten Bildern, mit dem markanten Schlagschatten, etwas besonderes: bei schnellem Durchschauen entsteht der Eindruck einer Bewegung, fast wie bei einem Daumenkino. Wann hat man zuletzt Bewegtbilder dieses verschollenen Films gesehen?

Netzfunde: Toler Fox Chans

DVD Film-Klassiker 1 Charlie Chan Honolulu RenoDie Veröffentlichung der 6 Doppel-DVDs mit Sidney Toler in der Hauptrolle, produziert bei 20/Fox, liegt schon zwei, drei Jahre zurück.

Es gab dazu einige Besprechungen/Kritiken zu den Filmen im Netz. Hier eine Auswahl:

De Bussumsche Courant 390408 Charlie Chan Honolulu

F2.1 Charlie Chan in Honolulu und
F2.2 Charlie Chan in Reno bei:
Zauberspiegel-online, DieNachtDerLebendenTexte, moviepilot (F2.1, F2.2)

Filmbesprechungen gab es natürlich in den 1930ern schon. Einen sehr hübsch bebilderten Bericht zu “Charlie Chan in Honolulu” lieferte einst “De Bussumsche Courant” (Niederlande) vom 8. April 1939 (siehe Bild links)

Das ungarische Magazin “Magyar Film” vom 6. März 1939 besprach Sidney Tolers Debüt “Charlie Chan Honoluluban” in einer ganzen Spalte.
Dabei wurde die gesamte Handlung inklusive Auflösung erzählt. Wer möchte da noch den Film sehen, Tribune de Lausanne 400726 Charlie Chan a Renowenn das Resümé mit “Nichts Neues” dann doch “leicht ernüchternd” ausfällt?
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Die “Tribune de Lausanne” (Schweiz) vom 26. Juli 1940 enthält eine Werbung des ABC-Kino zu “Charlie Chan a Reno” (rechts). Die Filme wurden in der Schweiz in aller Regel mit Untertiteln auf deutsch und französisch vorgeführt.

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F2.3 Charlie Chan auf der Schatzinsel und
F2.5 Charlie Chan in Panama bei:
Zauberspiegel-online, SilverScenesBlog, moviepilot (F2.3, F2.5)

Die damaligen Titel der Filme waren mitunter so ganz anders, dass man den Streifen heute nicht immer so einfach zuordnen kann.
Hier Kinowerbung aus dem “Oberländer Tagblatt” (Schweiz) vom 29. Februar 1943 zu “Charlie Chan gelangt in die Teufelshöhle” (links).

Warum steht da links “Charlie Chan”, aber rechts “Cisco Kid” (ein Kino-Westernheld der Zeit)? Ganz einfach: Dessen Hauptdarsteller, Cesar Romero, spielte hier neben Sidney Toler.

L´Express 19440205 Charlie Chan au musee de cireF2.6 Charlie Chan auf Kreuzfahrt und
F2.7 Charlie Chan im Wachsfigurenkabinett bei:
moviepilot (F2.6, F2.7)

Dem “L´Express” (Schweiz) vom 6. Februar 1944 entnehmen wir, wann der aufregende “Charlie Chan au Musée de cire” (Wachsmuseum, s. rechts) damals im Kino lief: täglich 20:30 Uhr und ab Mittwoch auch um 15:00 Uhr (außer Sonntags).

F2.8 Mord über New York und F2.9 Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff bei:
Zauberspiegel-online, moviepilot (F2.8, F2.9)

DVD Film Klassiker 5 Charlie Chan Rio Schloss in der WüsteF2.10 Charlie Chan in Rio und
F2.11 Das Schloss in der Wüste bei:
moviepilot (F2.10, F2.11)

Einige Worte zur DVD-Gesamtausgabe gibts bei Starbase. Da heißt es: Die Chan Filme sind “sorglos-gemütlich” und man kann mal lachen. Genau das gefiel den Leuten zu allen Zeiten.
Was will man mehr?

Stand-In vor 85 Jahren

Zwischen den Jahren 1935-1942 erschien in den Niederlanden die sozialdemokratische Zeitschrift »Wij; ons werk-ons leven«. In Ausgabe Nummer 16 vom 22. Mai 1936, findet sich ein großer Schnappschuss von hinter den Kulissen eines Chan-Films, der bislang in keinem Buch zu finden war.
Wie so oft lauerten Fotografen auf gute Gelegenheiten und die kam hier in einer Drehpause von »Charlie Chan im Zirkus«. Der Film entstand im Januar 1936 im Winterquartier eines echten Zirkusses, nahe Los Angeles.

Links im Bild sitzt Warner Oland mit Zigarette und rechts Alexander Chivra, der ihm Feuer mit einem Zündholz gibt. Warner Oland griff recht häufig zum Lungentorpedo, das erkennt man schon daran, dass er sich selbst als »Kamin« bezeichnete, der im Haushalt so manches Möbel mit Zigaretten-Glut ruinierte. Als Schauspieler machte er sogar Werbung für eine Zigarettenmarke, die »nicht im Hals kratzen« würde.

Alexander Chivra (gelegentlich wird auch »Alex Chirva« genannt) wurde 1894 in Russland geboren. In wenigen Filmen, beginnend mit »Flying Down to Rio« (1933), ist er auch als Nebendarsteller zu sehen, die Hälfte davon gibts auch synchronisiert, u.a. »Ein Butler in Amerika«, »Diamanten-Jim«, »Was geschah gestern?«, »Skandal in der Oper« (alle 1935), »Tödliche Strahlen« (1936), »Einsatz im Nordatlantik« (1943).
Er starb im Mai des Jahres 1945 in Los Angeles.

Über mehrere Jahre arbeitete Alexander Chivra als Stand-In für Warner Oland am Set. Wenn Kameraleute den optimalen Aufnahmewinkel und mit den Beleuchtern das rechte Licht für eine Szene suchten, konnte das schon einige Zeit dauern.
Dafür brauchte man natürlich auch die Schauspieler und so konnte den Hauptdarstellern in der Hitze dann schon mal das Make-Up verlaufen. Damit das nicht passierte, engagierten die Studios für ihre Stars Stand-Ins (auch Lichtdouble genannt), die ihnen von Statur und Haartracht her ähnlich sahen. Kann also gut sein, dass mancher von denen länger in den Kulissen und vor der (nicht laufenden) Kamera stand, nur kennt man fast keinen.