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Buch 2: Der chinesische Papagei

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Die Leser des ersten Buches wollten mehr von Charlie Chan hören. Sie mussten mehr als ein Jahr warten, dann erschien die Geschichte »THE CHINESE PARROT« in „The Saturday Evening Post“ als Fortsetzungsroman, anschließend als Buch.

Diesmal ist Charlie von Beginn an im Mittelpunkt, allerdings spielt er lange Zeit das Klischee eines chinesischen Kochs.

Genau das wurde bei den kommenden Verfilmungen (»The Chinese Parrot«, 1927 und »Charlie Chans Courage«, 1934) stets negativ vermerkt, weil es ihm zu wenig Spielraum lässt.

Der chinesische Papagei - Filmkurier
Zur Story: Charlie arbeitete einst (als Jugendlicher?) für die mittlerweile in finanziellen Schwierigkeiten steckende Alice Phillmore-Jordan. Die möchte ihre wertvolle Perlenkette zu Geld machen, was den millionenschweren P.J. Madden ins Spiel bringt.

Charlie reist als Vertrauensperson zu Maddens Wüstendomizil, will sich umsehen und den Perlen-Deal durchziehen. Er lässt sich als Vertretung des Kochs anstellen und schaut sich um. Ein Papagei, der über Mord plappert, stirbt vor seiner Zeit.

 

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Merkwürdige Vorgänge und eine Filmcrew sorgen für Wirbel. Die Auflösung kommt schließlich nicht mehr sehr überraschend. Es gibt jedoch genug Exotik und ein sich-findendes Pärchen um die Leser zufrieden zu stellen und eine Fortsetzung zu wünschen.

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Der Chinesenpapagei Goldmann  Den kinesiske papegoje  El loro chino Selecctiones Biblioteca oro

Keye Luke

Das Tagebuch des Todes - Filmkurier Keye Luke wurde am 18. Juni 1904 im chinesischen Kanton geboren, als seine Eltern gerade das »Land der Ahnen« besuchten. Die Rolle des Lee Chan stand an den Anfängen, bald wurde er einer der ersten asiatischen Stars im Filmgeschäft der USA.

Luke arbeitet zunächst bei Fox als Bühnenbildner, vor allem Kunstmaler, hinter den Kulissen. In Filmen mit chinesischem Hintergrund trat er gelegentlich als Kleindarsteller auf. Als die Idee aufkam, Charlie Chans Sohn auftreten zu lassen, erinnerte sich ein Produzent an Luke und empfahl ihn für die Rolle.

Ohne Zweifel hat die Kombination Keye Luke als Lee Chan neben Warner Oland als Charlie Chan sofort funktioniert. Das Duo harmonierte hervorragend und so kam es nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern schließlich sogar zu einer Dauerrolle.

Charlie Chan in Shanghai Pressefoto 1Nach Olands Tod 1938 sollte es mit neuem Hauptdarsteller weiter gehen, doch der Produzent kürzte zunächst mal Lukes Gehalt. Anschließend machte er ihm klar, dass er nicht die Hauptrolle spiele. Luke hatte ohnehin Zweifel, ob sich der »neue Chan« durchsetzen könne und ob die »Chemie« stimmen würde. Er schmiss hin.

Nach der Rolle des Lee Chan stellte Luke unter anderem Kato im »Green Hornet« Serial dar. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kehrte er 1948 für 2 Auftritte zu seiner Rolle als Chan-Sohn zurück. Neben dem Film hatte er auch am Broadway einigen Erfolg.

Keye Luke und Warner Oland auf der PferderennbahnEs folgten viele Filme und TV-Serie, z.B. in den 1970ern als Meister Po in »Kung Fu«. Zu dieser Zeit synchronisierte er auch »Chan« in der Zeichentrickserie »Der erstaunliche Chan und der Chan-Clan« oder spielte regelmäßig in »Anna und der König von Siam«.

In der Regel schaffte es Luke als »Good Guy« aufzutreten, selbst als im Film die »Gelbe Gefahr« gefragt war. Für seine Zuverlässigkeit bekannt, wurde er immer wieder gerne in kleinen Rollen eingesetzt, z.B. als Ladenbesitzer in »Gremlins«. Keye Luke starb an einem Schlaganfall am 12. Januar 1991 in Whittier, Kalifornien.

Chan Clan: Das Kronjuwelen-Ding

Schauen wir uns einige Episoden der Zeichentrickserie mal genauer an:

Chan Clan - Das Kronjuwelen-DingEpisode A1 – Das Kronjuwelen-Ding
Juwelenräuber im Museum. Eine Lösegeld-Forderung geht ein und Charlie transportiert den Koffer …

Episode A2 – Fang den Werfer
Entführung im Baseball-Stadion. Die Kinder sehen es und folgen den Entführern zu einem Lagerhaus …

Chan Clan Vorspann BandEpisode A3 – Steht der echte Charlie Chan bitte auf
Chan und die Kinder urlauben am Strand. Ein Hoteldieb in Chan-Verkleidung klaut Juwelen und der echte Chan landet im Gefängnis …

Episode A4 – Der Phantom-Dieb auf See
Gemäldediebstahl auf einem Kreuzfahrtschiff. Ein Kerl im weißen Laken jagt die vorlauten Kids durch die Waschküche …

Frisch digitalisiertes Quartett

Docks of New Orleans DVDNun ja, nicht heute aber im August 2013 war es soweit:
TCM / Warner Home Video brachte weitere 4 Filme in einer Box.

  • Shadows over Chinatown / Schatten über Chinatown
  • Docks of New Orleans / Die Docks von New Orleans
  • Shanghai Chest / Die Kiste aus Shanghai
  • The golden Eye / Das goldene Auge

Ab sofort auf der DVD-Box-Seite bzw. der Einzel-DVD-Seite zu finden.

Die Neuen Abenteuer von Charlie Chan

No future for Frederick1957 kamen Produzenten in den USA auf die Idee eine TV-Serie um den Detektiv zu stricken. Die Hauptrolle erhielt J. Carrol Naish, der u.a. in den 1930ern in „Charlie Chan im Zirkus“ mitgespielt hatte.
Nach wenigen Episoden übernahm England die Produktion, so dass auch Bekannte aus dortigen Filmen mal in einer Nebenrolle auftauchen, z.B. Honor Blackman.
Begleitend dazu erschienen „TV Picture Stories“ basierend auf Episoden und Comics mit eigenen Geschichten.

Jede Episode beginnt mit einem Teaser, selten mehr als einige Sekunden. Überblendung zu Nebelschwaden. Aus der Tiefe kommt in chinesischen Schriftzeichen der Serientitel nach vorne und überblendet in „The New Adventures of Charlie Chan„.
Starring J Carrol Naish as Charlie ChanCharlie spaziert aus dem Nebel nach vorne links, bleibt, sich prüfend umschauend, kurz neben den jetzt erscheinenden „Starring J.Carroll Naish“ stehen. Dann geht er aus dem Bild und es wird zur Episode übergeblendet.
Jede Folge wird in der Mitte an einer (manchmal sehr gewollt) dramatischen Stelle unterbrochen. Oft mitten in einer Szene, die dann nach der Werbung fortgesetzt wird. Am Schluss der Episoden steht meist ein witziger Spruch oder Dialog.

Barry und Charlie ChanNeben Charlie tritt James Hong, damals neu im Geschäft, als Sohn Barry Chan in der einzig regelmäßig wiederkehrenden Rolle auf. Charlie bereist immer wieder das europäische Festland: Paris, Brüssel und einmal sogar Deutschland. Gegen Ende der 39-teiligen Serie wurde öfters in Italien gedreht, Außenaufnahmen blieben in der Regel dialogfrei.

In 25 Minuten entwickelt sich leider kaum eine gut gestrickte Story. Ausnahmen bestätigen jedoch, dass es sehr wohl möglich gewesen wäre. Die Krimihandlung ist meist humorlos und es gibt wenig Überraschungsmomente. Von Exotik oder einem Schuß Romantik ist nichts zu sehen. In Deutschland ist die Serie nie gelaufen.

Chan Collection III am 19. Februar 2015

Charlie-Chan-Collection-Teil-3Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?
Kochmedia setzt die Reihe konsequent fort. Mitte Februar wollen sie die nächsten 4 Filme in einer Box heraus geben:

Mit dabei ist u.a. Boris Karloff als Opernsänger.
Audiokommentar, Featurettes und Bildergalerien der Fox-Scheiben sind offenbar wieder dabei.
[Box bei Amazon]

Buch 1: Das Haus ohne Schlüssel

The House without a Key - Earl derr BiggersDie Geschichte mit der alles begann stammt von Earl Derr Biggers und hieß im Original »THE HOUSE WITHOUT A KEY«. Sie wurde zwischen 24. Januar und 25. März 1925 in »THE SATURDAY EVENING POST« veröffentlicht, erst danach gab es ein Hardcover.

Das Buch dreht sich nicht um Charlie. Sein Auftritt erfolgt nach etwa einem Drittel des Buches.
Es ist nicht Charlies Geschichte, sondern die des jugendlichen Helden, der vor exotischer Kulisse in einen Mordfall verwickelt ist.

Zur Story: John Q. Winterslip kommt nach Hawaii um seine Tante nach Boston zurück zu bringen. Gerade da wird sein Onkel ermordet und er beschließt bei der Aufklärung des Verbrechens zu helfen. Er kann den Mörder entlarven und den ermittelnden Beamten, Charlie Chan, bleibt immerhin ein Trick zur endgültigen Überführung.

La casa sin llaves Selectiones Biblioteca oro  Das Haus ohne Schlüssel - Goldmann  I. Corriere della Sera 1936

Charlie Chans Greatest Case - Poster 2Der Charlie-Film-Fan wird wenig finden, was ihn interessiert, denn außer seiner großen Familie erinnert kaum etwas an den Film-Chan. Doch die Leser damals waren elektrisiert und wollten mehr von Charlie Chan hören. Die Filme zum Buch, gedreht 1925 und 1933 (Charlie Chans größter Fall), sind verschollen.

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