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Charlie Chan Box im Juni

Die guten Nachrichten für Chan-Fans wollen dieses Jahr gar nicht abreißen.

Koch Media plant eine ganze Box für Ende Juni als Charlie Chan Collection.

Die Beschreibung ist etwas unklar. Es klingt nach der entsprechenden Fox-Box mit deutscher Synchronisation. Aber da wäre „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ nicht drauf. Anderseits gibt es für „Charlie Chan in Paris“ gar keine Synchronisation.

Egal, Vorfreude ist die schönste Freude.

Update: Amazon-Link zur Box

Mehr Charlie 2013

Filmkurier Charlie ChansGeheimnisNach „Gefährliches Geld“ planen Chandlerfilm/Alive weitere DVD-Veröffentlichungen in diesem Jahr.
„Die Falle“ (The Trap, 1947), den unmittelbaren Nachfolgefilm von „Gefährliches Geld“,
sowie „Das Geheimnis“ besser bekannt als „Charlie Chans Geheimnis“ (Charlie Chans Secret, 1936).

Die Falle soll am 14. Juni 2013 erscheinen (von TCM / Warner Home Video 2010 restauriert und digitalisiert auf DVD gepackt)

Das Geheimnis folgt am 30. August 2013 (DVD 20thCentury/Fox, 2007)

Das wäre nicht nur ein Sprung von einem Jahrzehnt zurück sondern auch von Hauptdarsteller Sidney Toler zu seinem Vorgänger Warner Oland, der die Rolle prägte.

Drauf freuen!

Schwarz/Weiß im TV

Am Dienstag 16. April um 23:40 zeigt Arte „Der Student von Prag“, einen Stummfilm von 1913.
Kein Krimi, aber ein s/w-Streifen aus deutschen Landen, der gerade 100 geworden ist.

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Am Sonntag, dem 21. April um 23:00 gibt es auf RBB „Das Haus der Lady Alquist“ (GASLIGHT) von 1943.
Ein immer wieder gern gesehener Klassiker.

Allerlei zu „Gefährliches Geld“

Originaltitel: »DANGEROUS MONEY« (dt. wörtlich übersetzt)
Produktionstitel: »Hot Money« (»Heißes Geld«)
Laufzeit: 65 Minuten

Produktionszeitraum: Mitte bis Ende Juni 1946
Copyright: Monogram, 29.9.1946
Premiere: 12.10.1946; in Deutschland: 13.12.1978 (Bayerischer Rundfunk) unter obigem Titel

DVD Gefährliches GeldCharlies  beste Sprüche:

Probleme warten nicht, bis Wetter besser wird.
Känguru erreicht Ziel zuverlässig auch mit hüpfen und springen.
Guter Jäger bricht niemals Zweige auf Pirsch.
Tiger der sich von Dorf entfernt wird nicht mehr gefürchtet.

Es spielen:

Sidney Toler [Charlie Chan]
Victor Sen Young [Jimmy Chan]
Willie Best [Chattanooga Brown]
Gloria Warren [Rona Simmonds]
Rick Vallin [Tao Erickson]
Joseph Crehan [Captain Black]
John Harmon [Freddie Kirk]
Bruce Edwards [Harold Mayfair]
Dick Elliot [P.T. Burke]
Joseph »Joe« Allen, Jr. [George Brace]
Amira Moustafa [Laura Ericson]
Tristam Coffin [Scott Pearson]
Alan Douglas [Mrs. Whipple]
Selmer Jackson [Schiffsdoktor]
Dudley Dickerson [Big Ben]
Rito Punay [Pete]
Elaine Lange [Cynthia Martin]
Emmett Vogan [Professor Martin]
Leslie Dennison [Reverend Whipple]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Die Darsteller haben teilweise sehr viele Filme gemacht (andere wie Amira Moustafa nur eine Handvoll), darunter zahlreiche Western und TV-Auftritte, wobei viele in Deutschland unbekannt sind:
John Harmon kann man z.B. in „Die Teufelsinsel“ als Andre (1939) neben Hauptdarsteller Boris Karloff sehen. Später spielte er u.a. in „Raumschiff Enterprise“ in Folge 29 „Griff in die Geschichte“ Rodent und in Folge 47 „Epigonen“ den Tepo.
Joseph Crehan kann man z.B. in dem früher entstandenen „Black Magic“ als Police Sgt. Matthews sehen.
Tristram Coffin spielte u.a. in dem Winters-Chan „Shanghai Chest“ einen Mann namens Edward Seward aber man kann ihn auch in Nebenrollen in der Mr.Wong-Serie neben Karloff sehen.
Selmer Jackson war u.a. schon in einer Nebenrolle bei „Charlie Chan beim Pferderennen“ dabei.
Rito Punay hat hier seine einzige Nennung im Vorspann und spielt bei „In 80 Tagen um die Welt“ eine kleine Rolle.

Da ist das Ding – “Gefährliches Geld” auf DVD

„Das Ding”? Nein, nicht die Meisterschale. Die bekommt der FC Bayern heute vielleicht auch noch. Aber jetzt ist die erste deutschsprachige DVD-Veröffentlichung von Charlie Chan dran!

DVD Gefährliches GeldKaum halte ich die DVD in Händen, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Ganz oben auf der Rückseite lese ich: “Weiter gereist als Sherlock Holmes …” – mein Text! Geschrieben als Vorwort für mein Buch, steht er seit Jahren auf meiner Charlie-Homepage – und jetzt auf dieser DVD. Es wäre allerdings schmeichelhafter gewesen wenn man mich vorher gefragt hätte.

Wem das FSK-Logo auf dem Cover zu groß ist, der darf sich über das Wendecover freuen. Die Überschrift “Charlie Chan Collection” macht sich gut und die große “1” auf der Seite zeigt: Da kommt noch mehr! Her damit! 🙂
Ansonsten sucht man in den Angaben vergeblich nach dem einst für die Scheibe angekündigten Trailer: Sprache deutsch/englisch und deutsche Untertitel, ok. All das ist drauf, zusätzlich die obligatorische Kapitelauswahl. Mehr nicht. Für einen Einzelpreis von 14,95 Euro vielleicht etwas wenig, da werden wohl nur echte Fans zugreifen was schade wäre.

Zum Film:Deutscher Vorspann Gefährliches Geld
Wer auf den deutschen “Einheitsvorspann” mit dem markanten Intro samt Gongschlag und dem kleinen gezeichneten Männchen gehofft hat, wird beim Filmstart enttäuscht sein. Statt dessen gibt es den Originalvorspann in englisch. Dessen Musik wurde mit einigen Variationen für alle Filme der Serie ab 1946 verwendet – davor gab es keinerlei “Erkennungszeichen” dieser Art.
Wenn der Film mit dem Monogram-Emblem endet, schneidet es damit natürlich auch die schon in den letzten Sekunden einsetzende Abspann-Musik der deutschen Synchronfassung ab.

Derlei ist man von der Veröffentlichung älterer Werke gewöhnt. Immerhin handelt es sich hier nicht um die alte TV-Fassung sondern um die seit 2010 erhältliche Digital bearbeitete Version von Warner. Selbst im Nebel zu Beginn des Films kann man somit alles superscharf sehen – ganz zu schweigen von den Szenen am Schluss, die den Zuschauer früher im Dunkeln tappen ließen, was da gerade abging.
Gerade bei der Schießerei ist der Knall im Gegensatz zur Original-Synchro allerdings nicht eben synchron, aber ansonsten ist das Unternehmen gelungen.

Titles Dangerous MoneyDie deutschen Untertitel vernachlässigt man gern. Bis auf einige Ausrutscher sind sie ordentlich. Da wird aus dem fischkundigen “Ichthyologen” eben mal ein “Ideologe”. Oder wenn die – im Original auch entsprechend gedimmte – Hintergrundmusik in der Bar zu laut wird, steht da “Linda. Wie sonst?” obwohl die Dame schon 50 Minuten lange “Rona” heißt und die Frage eigentlich “Dinner, Miss Simmonds?” lautet.

Der Anfang ist gemacht. Wenn es weitergeht, dann bitte bald auch als Boxset!
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btw:
War ja klar, dass Charlie nur bei einer Firma mit seinem Namen veröffentlicht werden kann: CHANdler Film — Und noch ein Wortspiel zum Vertrieb: Charlie is Al!ve – endlich 😉

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Charlies Autor: Earl Derr Biggers

Earl Derr Biggers 1914 - gemeinfreiDer amerikanische Autor Earl Derr Biggers, geboren 1884 in Warren/Ohio, starb vor 80 Jahren am 5. April 1933. Vor 100 Jahren, 1913 schrieb er seinen ersten Roman: „Seven Keys To Baldpate„, der 5 Mal verfilmt wurde.

Noch mehr Romanze und Melodrama ließ er mit „LOVE INSURANCE“ (1914) folgen, bei „THE AGONY COLUMN“ (1916) kam noch eine Prise Krimi hinzu. Daneben schrieb Biggers fürs Theater und eine Musical-Version von „LOVE INSURANCE“.

The House without a Key - Earl derr BiggersAb 24.9.1925 wurde „THE HOUSE WITHOUT A KEY“ (englisch beim Projekt Gutenberg), als Fortsetzung in „THE SATURDAY EVENING POST“ veröffentlicht. Hier erschien erstmals Charlie Chan auf, den der Autor noch in seinen fünf folgenden Romanen auftreten ließ.

Parallel zu seinen Büchern erlebte der Autor noch 6 Verfilmungen bis zu seinem frühen Tod. Dabei wurde Charlies Rolle gegenüber den Büchern allerdings zunächst deutlich vernachlässigt:
Noch 1925 brachte Pathé „THE HOUSE WITHOUT A KEY“ ins Kino.
Auch der Folgeroman „THE CHINESE PARROT“ (1926) wurde 1927 bei Universal unter der Regie von Paul Leni stumm verfilmt.
Den dritten Roman „BEHIND THAT CURTAIN“ (1928) drehte Fox bereits als Sprechfilm; er kam 1929 auf die Leinwand.

Charlie Chan carries on TrailerErst 1931 kamen die Fans von Charlie Chan wirklich auf ihre Kosten und ihr Held rückte in den Mittelpunkt. Mit Warner Oland in der Hauptrolle entstanden 1931 Verfilmungen von „Charlie Chan carries on“ und „The Black Camel“, sowie ein Jahr darauf „Charlie Chan’s Chance“ (Remake von „BEHIND THAT CURTAIN“).

Ob Biggers ahnen konnte, dass dies nur der Anfang war?
Seine Kreation überlebte ihn und wurde zu einem der bekanntesten und beliebtesten Leinwandfiguren der 1930er Jahre.

Links zu Büchern beim Projekt Gutenberg, jeweils englische Originalfassung:
SEVEN KEYS TO BALDPATE – http://www.gutenberg.org/ebooks/30836
THE AGONY COLUMN – http://www.gutenberg.org/ebooks/1814