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Charlie Chan in Film und Fernsehen
Es war notwendig, die „Episodenliste“ zu überarbeiten. Neben den beliebten Filmen aus den 1930/40er Jahren existieren noch weitere Filme und nicht zu vergessen auch zwei TV-Serien.
Unmittelbar nach dem ersten Chan-Abenteur im Buch erschien bereits dessen Kinoadaption zu Stummfilmzeiten. Zwar beendete das aufkommende Fernsehen Charlies scheinbar unendliche Leinwandpräsenz, doch schon Ende der 1950er ermittelte er auch dort („The New Adventures …“).
Anfang der 1970er war die Zeit reif, im Kinderprogramm Charlies Kinder als Detektive auf die Menschheit loszulassen („… the Chan Clan“). 1980 kam der pensionierte Beamte noch einmal zurück um die Slapstickparade seines Enkels abzunehmen („… Curse of the Dragon Queen“)
Gefährliches Geld – Die Kritiken
Der Film entstand spät in der Chan-Reihe, die besten Tage lagen hinter Charlie.
Die Produzenten bei Monogram hatten nicht die Mittel erstklassige Ware zu drehen, so ist auch dieser Film schlicht routiniert heruntergekurbelt und die Kritiken gehen entsprechend harsch mit ihm um.

Es gibt durchaus Atmosphäre: etwa den Nebel zu Beginn oder die dunklen Augenhöhlen des Mörders in Großaufnahme. Gut ausgestattete Sets wie den Salon des Schiffes oder das »Mango Inn«, wo eine Insulaner-Band aufspielt. Charlie tanzt dort keinen Hula, aber beim Walzer an Bord hält er sich jung – im Gegensatz zu einem Pressefoto das anderes suggeriert.
Die Ankunft auf Samoa lässt nostalgisches Südseegefühl aufkommen, auch wenn die Bilder so allgemein sind, dass sie zu jedem Film gehören könnten.
Der Plot mäandert recht gelangweilt und mechanisch seiner Lösung entgegen
Das wird entsprechend negativ honoriert:
»Variety« hat den Film seinerzeit ignoriert/verschwiegen, desgleichen tut Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988) bei dem sonst jeder Chan wenigstens eine kurze Erwähnung erhält.
Die »Motion Picture Guide« sieht den Film als mittelmäßig, gesteht ihm aber immerhin zu, unterhaltsam zu sein.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) sieht hier den Tiefpunkt der Serie. Schlechtere Filme gäbe es zwar, aber nicht in der Serie selbst.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) findet den Film quasi zum Gähnen.
Charlie Chan Box im Juni
Die guten Nachrichten für Chan-Fans wollen dieses Jahr gar nicht abreißen.
Koch Media plant eine ganze Box für Ende Juni als Charlie Chan Collection.
Die Beschreibung ist etwas unklar. Es klingt nach der entsprechenden Fox-Box mit deutscher Synchronisation. Aber da wäre „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ nicht drauf. Anderseits gibt es für „Charlie Chan in Paris“ gar keine Synchronisation.
Egal, Vorfreude ist die schönste Freude.
Update: Amazon-Link zur Box
Mehr Charlie 2013
Nach „Gefährliches Geld“ planen Chandlerfilm/Alive weitere DVD-Veröffentlichungen in diesem Jahr.
„Die Falle“ (The Trap, 1947), den unmittelbaren Nachfolgefilm von „Gefährliches Geld“,
sowie „Das Geheimnis“ besser bekannt als „Charlie Chans Geheimnis“ (Charlie Chans Secret, 1936).
Die Falle soll am 14. Juni 2013 erscheinen (von TCM / Warner Home Video 2010 restauriert und digitalisiert auf DVD gepackt)
Das Geheimnis folgt am 30. August 2013 (DVD 20thCentury/Fox, 2007)
Das wäre nicht nur ein Sprung von einem Jahrzehnt zurück sondern auch von Hauptdarsteller Sidney Toler zu seinem Vorgänger Warner Oland, der die Rolle prägte.
Drauf freuen!
Schwarz/Weiß im TV
Am Dienstag 16. April um 23:40 zeigt Arte „Der Student von Prag“, einen Stummfilm von 1913.
Kein Krimi, aber ein s/w-Streifen aus deutschen Landen, der gerade 100 geworden ist.
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Am Sonntag, dem 21. April um 23:00 gibt es auf RBB „Das Haus der Lady Alquist“ (GASLIGHT) von 1943.
Ein immer wieder gern gesehener Klassiker.
Allerlei zu „Gefährliches Geld“
Originaltitel: »DANGEROUS MONEY« (dt. wörtlich übersetzt)
Produktionstitel: »Hot Money« (»Heißes Geld«)
Laufzeit: 65 Minuten
Produktionszeitraum: Mitte bis Ende Juni 1946
Copyright: Monogram, 29.9.1946
Premiere: 12.10.1946; in Deutschland: 13.12.1978 (Bayerischer Rundfunk) unter obigem Titel
Probleme warten nicht, bis Wetter besser wird.
Känguru erreicht Ziel zuverlässig auch mit hüpfen und springen.
Guter Jäger bricht niemals Zweige auf Pirsch.
Tiger der sich von Dorf entfernt wird nicht mehr gefürchtet.
Es spielen:
Sidney Toler [Charlie Chan]
Victor Sen Young [Jimmy Chan]
Willie Best [Chattanooga Brown]
Gloria Warren [Rona Simmonds]
Rick Vallin [Tao Erickson]
Joseph Crehan [Captain Black]
John Harmon [Freddie Kirk]
Bruce Edwards [Harold Mayfair]
Dick Elliot [P.T. Burke]
Joseph »Joe« Allen, Jr. [George Brace]
Amira Moustafa [Laura Ericson]
Tristam Coffin [Scott Pearson]
Alan Douglas [Mrs. Whipple]
Selmer Jackson [Schiffsdoktor]
Dudley Dickerson [Big Ben]
Rito Punay [Pete]
Elaine Lange [Cynthia Martin]
Emmett Vogan [Professor Martin]
Leslie Dennison [Reverend Whipple]
Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?
Die Darsteller haben teilweise sehr viele Filme gemacht (andere wie Amira Moustafa nur eine Handvoll), darunter zahlreiche Western und TV-Auftritte, wobei viele in Deutschland unbekannt sind:
John Harmon kann man z.B. in „Die Teufelsinsel“ als Andre (1939) neben Hauptdarsteller Boris Karloff sehen. Später spielte er u.a. in „Raumschiff Enterprise“ in Folge 29 „Griff in die Geschichte“ Rodent und in Folge 47 „Epigonen“ den Tepo.
Joseph Crehan kann man z.B. in dem früher entstandenen „Black Magic“ als Police Sgt. Matthews sehen.
Tristram Coffin spielte u.a. in dem Winters-Chan „Shanghai Chest“ einen Mann namens Edward Seward aber man kann ihn auch in Nebenrollen in der Mr.Wong-Serie neben Karloff sehen.
Selmer Jackson war u.a. schon in einer Nebenrolle bei „Charlie Chan beim Pferderennen“ dabei.
Rito Punay hat hier seine einzige Nennung im Vorspann und spielt bei „In 80 Tagen um die Welt“ eine kleine Rolle.
