Klassikerzeit

Das Ende des Winters kommt mit ordentlichen Klassikern.
Noch vor dem Frühstück am 15.3. tagen „Die zwölf Geschworenen“ auf MDR.
Arte bringt am Tag darauf zur besten Sendezeit „Die blaue Dahlie„.

Der März beginnt mit „Der Teufelshauptmann“ auf Tele 5 (1.3., 20:14).
Am Sonntag darauf wütet „Tarantula“ auf ZdfNeo – um 04:45 Uhr .

CHARLIE CHAN Krimi-Magazin

Charlie Chan Mystery Magazin - The silent corpseIm November 1973 erschien tatsächlich ein neues Abenteur von Charlie Chan. Im „CHARLIE CHAN Mystery Magazine“ wurden allerdings Krimis im Heftchenromanstil erzählt. Die Prüfung auf Chanfaktoren fällt nicht gut aus: Modernes Amerika, wenig Humor, das Pärchen in Not kommt praktisch nicht vor.

Jedes Heft enthielt neben der großen Charlie-Chan-Story noch weitere Kurzgeschichten. Ausgabe Nummer 1 hieß (ungefähr) „Sei sanft, Würger“ und der tote Stummfilmstar wurde denn auch erwürgt. Charlie wirkt leider nicht sehr souverän. Ausgabe 2 erschien im Februar 1974 mit dem Titel „Der schweigende Tote„. Eine Mords-Begräbnisfeier in einem durch Sturm abgeschnittenen Haus auf Hawaii – leider kein Heimspiel für Charlie.

The pawns of deathIm Mai folgte mit „Der Tempel der goldenen Horde“ eine Mafiageschichte. Alles andere als typisch Chan und auch genauso umgesetzt. Im August 1974 kam bereits die letzte Nummer. „Die Bauern des Todes“ verweisen auf ein Schachduell in einem Pariser Hotel. Tödlich ist allerdings nur 1 Bauer und Charlie hat keine Mühe. Der Autor „Robert Hart Davis“ enttarnt sich in den 2000er Jahren bei Neuausgaben der Stories als das Autorenteam Bill Pronzini & Jeffrey M. Wallmann.

Die Kurzromane lesen sich relativ flüssig und man kommt schnell durch. Mitraten ist teilweise möglich aber nicht notwendig. Außer gelegentlichen Sprüchen erinnert die 1970er-Umgebung in keiner Weise an die klassischen Filme.

Charlie Chan Collection – Teil 3

Charlie Chan in Monte Carlo - DVDKochmedia hat die letzten 4 Film von Warner Oland in seiner berühmtesten Rolle als Charlie Chan in eine Box zusammen gepackt:

  • Charlie Chan in der Oper
  • Charlie Chan bei den Olympischen Spielen
  • Charlie Chan am Broadway
  • Charlie Chan in Monte Carlo

Mit dabei ist jeweils Keye Luke als Filmsohn Lee Chan, Horrorfilmstar Boris Karloff in „der Oper“ und der erst vor wenigen Wochen verstorbene Layne Tom jr. in „Olympics“, wo er den vorwitzigen Steppke Charlie Chan junior gibt.

Alle Filme frisch digitalisiert mit der deutschen Synchronfassung aus den 1970ern sowie dem englischen Originalton. Neben den englischen Untertiteln gibt es Bildergalerien und fünf Featurettes: Zu Charlie Chans Welt, zu seinen Sprüchen, zu Regisseur H. Bruce Humberstone, zu Layne Tom jr. und Warner Oland.
So darf es gerne weitergehen, Kochmedia *hüstel* 😉

DVD-Box- und Einzel-DVD-Seite wurden ergänzt.

Die gefiederte Schlange – Die Kritiken

The feathered Serpent - TitleBeide Chan-Dekaden vereint in einem Film: Keye Luke, „Lee Chan“, aus der frühen 20Fox-Zeit, Sen Yung, „Jimmy Chan“, aus der späten 20Fox- und Monogram-Zeit, Roland Winters als „Charlie Chan“ vom Schluß der Serie. Dazu viele Sprüche und ein gut aufgelegter „Birmingham Brown“, gespielt von Mantan Moreland, dem Co-Star der Monogram-Zeit. Keye Luke, der Darsteller des ältesten Sohnes, ist älter als sein Filmvater. Seine Wiederkehr vom Kunst-Studium ist ordentlich eingebaut.

The feathered Serpent - lobbycard 7Und dann? Kommt ein trivialer Abenteuerstreifen bei raus, voller Zufälle und einer Expedition ins Unbekannte, die problemlos mit den Autos an der geheimen Pyramide vorfährt als wärs eine Tankstelle. Das Budget des Films fehlt an allen Ecken und Enden, wie auch bei Groß- oder Nacht-Aufnahmen.

Die Kritiker sind ähnlich gespalten:

  • Laut »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) kann auch die Rückkehr von Sohn Nummer 1 den todkranken Film nicht wiederbeleben.
  • Als wilde Extravaganz von schierem Nonsens spricht Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988). Außerdem weißt er darauf hin, dass es schlechte Filme und „schlechte“ Filme wie diesen gibt.
  • David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) findet, dass der Film sicherlich seine Fehler hat, aber nicht ohne Charme ist. Die Kampfszene am Ende ist absurd übertrieben.

Buch 2: Der chinesische Papagei

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Die Leser des ersten Buches wollten mehr von Charlie Chan hören. Sie mussten mehr als ein Jahr warten, dann erschien die Geschichte »THE CHINESE PARROT« in „The Saturday Evening Post“ als Fortsetzungsroman, anschließend als Buch.

Diesmal ist Charlie von Beginn an im Mittelpunkt, allerdings spielt er lange Zeit das Klischee eines chinesischen Kochs.

Genau das wurde bei den kommenden Verfilmungen (»The Chinese Parrot«, 1927 und »Charlie Chans Courage«, 1934) stets negativ vermerkt, weil es ihm zu wenig Spielraum lässt.

Der chinesische Papagei - Filmkurier
Zur Story: Charlie arbeitete einst (als Jugendlicher?) für die mittlerweile in finanziellen Schwierigkeiten steckende Alice Phillmore-Jordan. Die möchte ihre wertvolle Perlenkette zu Geld machen, was den millionenschweren P.J. Madden ins Spiel bringt.

Charlie reist als Vertrauensperson zu Maddens Wüstendomizil, will sich umsehen und den Perlen-Deal durchziehen. Er lässt sich als Vertretung des Kochs anstellen und schaut sich um. Ein Papagei, der über Mord plappert, stirbt vor seiner Zeit.

 

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Merkwürdige Vorgänge und eine Filmcrew sorgen für Wirbel. Die Auflösung kommt schließlich nicht mehr sehr überraschend. Es gibt jedoch genug Exotik und ein sich-findendes Pärchen um die Leser zufrieden zu stellen und eine Fortsetzung zu wünschen.

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Der Chinesenpapagei Goldmann  Den kinesiske papegoje  El loro chino Selecctiones Biblioteca oro

Keye Luke

Das Tagebuch des Todes - Filmkurier Keye Luke wurde am 18. Juni 1904 im chinesischen Kanton geboren, als seine Eltern gerade das »Land der Ahnen« besuchten. Die Rolle des Lee Chan stand an den Anfängen, bald wurde er einer der ersten asiatischen Stars im Filmgeschäft der USA.

Luke arbeitet zunächst bei Fox als Bühnenbildner, vor allem Kunstmaler, hinter den Kulissen. In Filmen mit chinesischem Hintergrund trat er gelegentlich als Kleindarsteller auf. Als die Idee aufkam, Charlie Chans Sohn auftreten zu lassen, erinnerte sich ein Produzent an Luke und empfahl ihn für die Rolle.

Ohne Zweifel hat die Kombination Keye Luke als Lee Chan neben Warner Oland als Charlie Chan sofort funktioniert. Das Duo harmonierte hervorragend und so kam es nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern schließlich sogar zu einer Dauerrolle.

Charlie Chan in Shanghai Pressefoto 1Nach Olands Tod 1938 sollte es mit neuem Hauptdarsteller weiter gehen, doch der Produzent kürzte zunächst mal Lukes Gehalt. Anschließend machte er ihm klar, dass er nicht die Hauptrolle spiele. Luke hatte ohnehin Zweifel, ob sich der »neue Chan« durchsetzen könne und ob die »Chemie« stimmen würde. Er schmiss hin.

Nach der Rolle des Lee Chan stellte Luke unter anderem Kato im »Green Hornet« Serial dar. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kehrte er 1948 für 2 Auftritte zu seiner Rolle als Chan-Sohn zurück. Neben dem Film hatte er auch am Broadway einigen Erfolg.

Keye Luke und Warner Oland auf der PferderennbahnEs folgten viele Filme und TV-Serie, z.B. in den 1970ern als Meister Po in »Kung Fu«. Zu dieser Zeit synchronisierte er auch »Chan« in der Zeichentrickserie »Der erstaunliche Chan und der Chan-Clan« oder spielte regelmäßig in »Anna und der König von Siam«.

In der Regel schaffte es Luke als »Good Guy« aufzutreten, selbst als im Film die »Gelbe Gefahr« gefragt war. Für seine Zuverlässigkeit bekannt, wurde er immer wieder gerne in kleinen Rollen eingesetzt, z.B. als Ladenbesitzer in »Gremlins«. Keye Luke starb an einem Schlaganfall am 12. Januar 1991 in Whittier, Kalifornien.

Chan Clan: Das Kronjuwelen-Ding

Schauen wir uns einige Episoden der Zeichentrickserie mal genauer an:

Chan Clan - Das Kronjuwelen-DingEpisode A1 – Das Kronjuwelen-Ding
Juwelenräuber im Museum. Eine Lösegeld-Forderung geht ein und Charlie transportiert den Koffer …

Episode A2 – Fang den Werfer
Entführung im Baseball-Stadion. Die Kinder sehen es und folgen den Entführern zu einem Lagerhaus …

Chan Clan Vorspann BandEpisode A3 – Steht der echte Charlie Chan bitte auf
Chan und die Kinder urlauben am Strand. Ein Hoteldieb in Chan-Verkleidung klaut Juwelen und der echte Chan landet im Gefängnis …

Episode A4 – Der Phantom-Dieb auf See
Gemäldediebstahl auf einem Kreuzfahrtschiff. Ein Kerl im weißen Laken jagt die vorlauten Kids durch die Waschküche …