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Die blutige Spur – Die Kritiken

The Scarlet Clue - Poster 3

Was die Gags angeht ist Mantan Moreland in Bestform. Besonders als er auf seinen Bühnenpartner Ben Carter trifft und sie ihren Endlosschnack starten:
Birmingham: „Junge, ich hab dich lange nicht gesehen. Mindestens seit …“
Ben: „Viel länger! Als ich dich zuletzt sah wohntest du …“
Birmingham: „Ich bin da weggezogen, nach …“
Ben: „Wie kannst du in dieser Nachbarschaft leben?“
usw.

Der Charakter „Horace Carlos“ ist natürlich eine Anspielung auf Boris Karloff: ein Shakespeare-Darsteller der dazu verdammt ist DAS MONSTER zu spielen 😉

 

Gut, die Krimihandlung hat ihre Löcher, z.B. wie kann Charlie nur den Schalter für die Falle die ganze Zeit intakt und unbewacht lassen?
Aber, hey! Was solls. Kritiker sind bei Monogram-Chans schon mit wenig zufrieden:

»Variety« sah den Streifen damals besser als vorangegangene Versuche in der Monogram-Chan-Serie. Er sollte Fans dieser Art Filme gefallen, hat Spannung und ein gutes Drehbuch.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) meint der Film hat mehr für sich als gegen sich.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) sah einzelne Szenen besser als den Film als ganzes.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) findet dies ist einer der erträglicheren Monogram Chans.

 

 

Klassiker von West bis Ost

Der SWR startet nachmittags 14:15 den 7. Juni mit „Das schwarze Schaf“.
Der BR zieht ab 22 Uhr nach mit 3 Klassikern: „Zwölf Uhr mittags“, „Rio Grande“ und „Bis zum letzten Mann“.
Montag (9.6.), sind kurz vor Mitternacht Nacht mal wieder die „Ladykillers“ dran.
Am 13.6. versüßt TNT das Abendprogramm mit „Casablanca“ und „Die Spur des Falken“.
Und MGM wiederholt noch immer „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ (15.6. 13:15)

Allerlei zu “Die blutige Spur”

The Scarlet Clue - Poster 2Originaltitel: »THE SCARLET CLUE«
Laufzeit: 65 Minuten

Produktionszeitraum: Januar 1945
Copyright: Monogram Pictures Corporation, 1. April 1945
Premiere: 11. Mai 1945

Charlies beste Sprüche:

  • Safeinhalt nur sicher, solange jemand draußen darauf aufpasst.
  • Detektiv benötigt immer Geduld.
  • Viel Fisch auf Fischmarkt – selbst Blumen riechen danach.

Es spielen:

Sidney Toler [Charlie Chan]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Ben Carter [Benjamin »Ben« Carter]
Benson Fong [Tommy Chan]
Virginia Brissac [Mrs. Marsh]
Robert E. Homans [Captain Flynn]
Jack Norton [Willie Rand]
Janet Shaw [Gloria Bayne]
Helen Devereaux [Diane Hall]
Victoria Faust [Hulda Swenson]
Milt Kibbee [Herbert Sinclair]
I. Stanford Jolley [Ralph Brett]
Reid Kilpatrick [Wilbur Chester]
Charles Sherlock [Sergeant McGraw]
Leonard Mudie [Horace Carlos]
Charles Jordan [Nelson]
Kernan Cripps [Detective]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Die Mehrzahl der Schauspieler ist für kleine und kleinste Rollen bekannt. Etliche spielten gar nur eine Handvoll Filme, so dass es wenig synchronisierte gibt. Aber immerhin:
Robert Homans kann man in „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ sehen, in „Der dünne Mann“, „Charlie Chan beim Pferderennen„, „Mr. X auf Abwegen“, „Piraten im Karibischen Meer“, „Dick und Doof – Die Leibköche seiner Majestät“, „Der dünne Mann kehrt heim“ u.v.m.
Jack Norton spielte in „Millionäre bevorzugt“, „Nach dem dünnen Mann“, „Marx Brothers – Das große Rennen“, „Die Chinesische Katze“ oder „Charlie Chan: Schatten über Chinatown„.
Janet Shaw war dabei in „Die Abenteuer des Robin Hood“, „Vorsicht Gespenster!“ oder „Ein fast perfektes Alibi„.

Charlie Chan in der Box: Teil 2

Charlie-Chan-Collection-Teil-2Pünktlich sind sie bei Kochmedia. Angekündigt für den 22. Mai erscheint die Charlie Chan Collection 2 … nun, ja, einen Tag eher 🙂
Die Filme wurde allesamt von Fox 2006/7 digitalisiert und das Ergebnis ist (natürlich) gelungen. Die Synchronfassung stammt vom BR, 1978.

Das Cover zeigt Hauptdarsteller Warner Oland in wenig fröhlich machender Stimmung. Dabei sind die Filme nicht zuletzt dank Keye Luke echt vergnüglich.
In der Box enthalten sind 4 Slim-Hüllen mit den Filmen:

ChanCollection2-Shanghai-GeheimnisOffenbar wurde in den letzten Wochen umdisponiert: Statt „Charlie Chan in der Oper“ ist doch „Charlie Chan in Shanghai“ enthalten, was wegen der Original-Reihenfolge der Filme Sinn macht. Selbst bei der Fox-DVD-Veröffentlichung wurde hier wenig Rücksicht genommen. Einige Websites (auch beim Herausgeber selbst) zeigen noch das alte Cover, aber so ist das, wenn ein Bild mal in der (Internet)Welt ist.

ChanCollection2-Zirkus-PferderennenAuch in dieser Box sind die Extras der Fox-Scheiben dabei, vor allem die untertitelten Featurettes:

  • Doktor Henry Lee: Der moderne Charlie Chan
  • Charlie Chan – Der erste Moderne Detektiv
  • Charlie Chan im Film
  • Sohn Nummer 1: Keye Luke

Ansonsten gibt es noch einen (englischen) Audiokommentar zu „Geheimnis“, Bildergalerien usw., jeweils eine Englische Tonspur sowie englische Untertitel.

Mit einer weiteren Box wäre die Oland-Ära der Chan-Filme dann abgeschlossen. Hoffentlich bald erhältlich! Aber erstmal: Kochmedia – Danke sehr, vielmals! 😉

Die blutige Spur (worum gehts?)

(THE SCARLET CLUE, USA, 1945, Monogram Pictures Corporation)

The Scarlet Clue - DVDAuf der Spur von Spionen, die Pläne eines neuen Radars stehlen wollen, kommen Charlie Chan, sein Sohn Tommy und Birmingham Brown zur Cosmos Radio Company die Fernseh- und Radioprogramme ausstrahlt. Nicht nur ist jeder verdächtig, sondern auch in Gefahr, als der Chef des Spionagerings nach und nach Mitwisser umbringt …

Zwei Polizisten verfolgen einen Verdächtigen namens Rausch am Hafen. Als der sich auf ein Boot flüchtet, erscheint Charlie, in dessen Auftrag die Verfolgung begann. Der Detektiv wollte nicht, das die Polizisten sich so auffällig verhalten, dass man sie bemerkt. Vielmehr wollte er dem Chef hinter Rausch auf die Spur kommen und entschließt sich ihn lieber zu verhaften, bevor er entkommt. Durch die Verfolgung entnervt war Rausch mittlerweile so weit, dass er alles verraten hätte, weshalb ein Komplize ihn ersticht. Charlie und die Polizisten finden Rausch’s Leiche und sehen den Mörder im Wagen davonfahren. Einzige Spur am Tatort ist ein blutiger Schuhabdruck am Boden.
Im Polizeipräsidium ist schnell geklärt, das das Auto als gestohlen gemeldet war. Charlie fährt mit Tommy und Birmingham zur Cosmos Radio Company wo die Besitzerin des gestohlenen Wagens arbeitet.
Brett, der Chef der Rundfunkgesellschaft, führt Charlie ins Studio, wo die Produzentin sich lauthals über die schlechte Performance der Sprecher beschwert.
Charlie erfährt, das der Wagen ebenso mysteriös wie er „ausgeliehen“ wurde wieder zurückgebracht wurde. Als er wenig später die Bekanntschaft eines Monsterdarstellers macht, entdeckt er im Flur einen verdächtigen Schuhabdruck, der dem auf dem Boot gleicht. Er beschließt, den Ort im Auge zu behalten.
Später begibt Charlie sich einige Stockwerke höher in die Hamilton-Labors, wo bis vor kurzem an Radar geforscht wurde. Die Pläne liegen längst bei der Regierung, Kopien jedoch weiterhin hier im Safe und sollen Charlie nun als Köder dienen.
Derweil wird Brett von einer seiner Sprecherinnen erpresst, da im gestohlenen Wagen ein Streichholzbriefchen gefunden wurde, das sie ihm kurz vorher ausgehändigt hatte. Brett willigt ein und informiert wenig später den geheimnisvollen Anführer der Spione. Über Fernschreiber erhält er Mitteilung, sich keine Sorgen mehr zu machen.
Am Ende der nächsten Show klagt die Erpresserin über Kopfschmerzen und zündet sich eine Zigarette an. Wenig später bricht sie tot zusammen. Tommy beobachtet, wie die Putzfrau den Zigarettenstummel einsteckt, und kann ihn ihr im nächsten Moment entwenden.
Derweil findet Brett einen Komplizen und die Zwei beschließen, mehr über den Spionagering herauszubekommen. Zurück an seinem Büro hört er Charlie, der es durchsucht, über die verdächtigen Abdrücke sprechen. Brett alarmiert den Anführer der Spione und erhält Anweisung, den Servicelift zu nehmen, um ihn zu treffen. Kaum schließt sich hinter ihm die Lifttür betätigt der Anführer einen Schalter an der Wand seines Büros, woraufhin sich der Boden des Lifts öffnet und Brett zu Tode stürzt.
Die Polizei blockiert alle Ein- und Ausgänge, um Brett zu fangen. Derweil suchen Charlie und seine Assistenten im Inneren nach ihm. Tommy und Birmingham gelangen in Hamiltons Labor und entdecken, dass der Safe aufgebrochen wurde und bald darauf Bretts Leiche.
Ein Stimmenimitator ruft nun bei dem großen Unbekannten an und gibt vor Brett zu sein. Er erhält dieselbe Anweisung wie zuvor und so fahren Charlie und seine Assistenten in den siebten Stock. Der Hebel für die Falltür wird gezogen, doch Charlie öffnet die Lifttür erneut und beschließt mit Tommy zu Fuß in den zehnten Stock zu gehen, um dem Unbekannten diesen Fluchtweg abzuschneiden. Birmingham jedoch bleibt im Lift …

 

Kaum zu glauben: Brandneues auf Scheibe

Es ist kaum zu glauben, was „Alive“ aus Köln uns da von Publisher „Chandler“ ab 25.07.2014 präsentiert!
2 Neue DVDs, aus der Serie der Digital-Bearbeiteten Veröffentlichungen, die in den letzten Jahren in den USA herauskamen.

The chinese Ring Poster 1Allerdings diesmal nicht (nur) von Warner, der „The Chinese Ring“ auf seinem Chan Collection-Viererpack 2010 veröffentlichte …
Diesmal wäre mit „The Scarlet Clue“ auch ein Film von MGM dabei, veröffentlicht 2004 im Sixpack „Chanthology“ („wäre“, weil letztes Jahr auch „Charlie Chans Geheimnis“ einige Zeit bei Amazon gelistet war, aber nie veröffentlicht wurde).

CHARLIE CHAN – DIE BLUTIGE SPUR (The Scarlet Clue, 1945), mit Chan #2 Sidney Toler (auch bei Amazon)
und
CHARLIE CHAN – DER CHINESISCHE RING (The Chinese Ring, 1947), mit dem deutschsprachigen Publikum unbekannten Chan #3 Roland Winters (Amazon).

Das wäre an sich zwar schon schön, aber sensationell wird das ganze dadurch, dass sich nach Alive-Angaben auf den DVDs nicht untertitelte Filme befinden, sondern Synchronfassungen: „Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)“.
Wohlgemerkt von Filmen, die 1978 nicht synchronisiert worden sind. Man darf gespannt sein, was das bedeutet.

Aber eins steht für Chan-Fans fest: Es wird ein heißer Krimi-Sommer!

Die Jademaske – Die Kritiken

The Jade Mask - Poster1Charlies Einstieg in die Geschichte ist witzig. Er muss im wahrsten Sinne des Wortes sein ganzes Gewicht aufbringen, und wird tatsächlich von Sohn Eddie verblüfft.
Birmingham hat einige nette Sprüche und ist nun offiziell Charlies Assistent.
Dann aber hat kaum einer noch was zu tun. Der Sheriff ist ok und hat nette Sprüche drauf, aber es geschieht nichts.

Statt dessen ein mäanderndes Zufallsdrehbuch. Wie gut wurde das Gelände denn abgesucht, wenn weder Harpers noch Meekers Leiche entdeckt wurden?
Charlie und der Sheriff begeben sich nur deshalb ein zweites Mal in Harpers Arbeitszimmer damit sie dort das Alarmsignal entdecken können.
Wieso besteht eine der Damen so sehr darauf, dass sie doch einen Polizisten ins Haus kommen sah, obwohl es doch ihr Komplize war? Und so weiter.

Das Titelthema für den Rest der Serie ist gefunden. Wohl aus Kostengründen wird die Musik nun recycled.
Und: Im Ganzen Film gibt es kein Jade – vermutlich auch aus Kostengründen 🙂 Jetzt sind wir aber enttäuscht!
Erstaunlicherweise sind die Kritiken sehr nachsichtig:

Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) sah einen schwachen Film, der eine gewisse Anzahl Kompensationen aufweist, vor allem durch die Schauspieler, u.a. Frank Reicher (Captain Engelhorn in KING KONG).
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) schmeckt ein unkonventionelles, grotesk-bizarres Gebräu.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) findet tatsächlich 66 Minuten Krimi-Spaß.