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Charlie Chan’s Geheimnis – Die Kritiken

Charlie Chans Geheimnis - dtTitelDer Film hat zweifelsfrei Atmosphäre, nicht nur des merkwürdigen Hauses wegen. In der Tat sind die Geheimgänge das am wenigsten originelle an der Handlung.
Die Seance-Szenen sind schön komponiert und bringen nach „Charlie Chan in Ägypten“ wieder etwas Spuk und Mystery in Charlies Welt.
Als Kontrast wird gleich zu Anfang der Stand der aktuellen Technik gezeigt, indem wir Unterwasseraufnahmen der Taucher bei der Arbeit sehen dürfen.
Bald werden beiläufig Fax-Vorläufer oder Photozellen in die Handlung eingebaut.

Die Kritik ist größtenteils zufrieden:

»Variety« (17.1.36) fand, dies wäre nicht die beste der letzten Leinwandauftritte von Charlie Chan, wiewohl die Fans sich wohl freuen würden. Immerhin wird das Drehbuch und die Liebe zum Detail gelobt.
»Paimanns Filmlisten« (10.4.36) sahen eine komplizierte aber dennoch klare Kriminalgeschichte.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999; S.121) weist auf die beachtenswerte Kameraarbeit hin und lobt besonders Drehbuch und Schauspielarbeit.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005; S. 96) vermisst Sohn Nummer 1 und findet den Film schlichtweg hohl.

Allerlei zu “Charlie Chan’s Geheimnis”

Charlie Chans Secret - dvd Originaltitel: »CHARLIE CHAN’S SECRET«
Laufzeit: 71 Minuten

Produktionszeitraum: 26.8. bis 21.9.1935
Copyright: 20th Century/Fox Film Corporation, 10.1.1936
Premiere: 10.1.1936

Charlies beste Sprüche:

  • Freundliche Begrüßung nach Reise ist wie erquickender Regen nach langer Trockenheit.
  • Wenn Stärke alles wäre, Tiger würde Skorpion nicht fürchten.
  • Wenn Lotse unzuverlässig Schiff nicht auf gutem Kurs.
  • Wenn man Netz knüpft, darf man keinen Faden fallen lassen.

Es spielen:
Warner Oland [Charlie Chan]
Rosina Lawrence [Alice Lowell]
Charles Quigley [Dick Williams]
Henrietta Crosman [Henrietta Lowell]
Edward Trevor [Fred Gage]
Astrid Allwyn [Janice Gage]
Herbert Mundin [Baxter]
Jonathan Hale [Warren T. Phelps]
Egon Brecher [Ulrich]
Gloria Roy [Carlotta Bowan]
Ivan Miller [Morton]
Arthur Edmund Carew [Professor Bowan]

Title Charlie Chans SecretWo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Erstaunlich viele Mitwirkende haben eher wenig Filme gemacht und da bekanntlich nur ein Bruchteil der 1930/40er-Jahre Streifen synchronisiert wurde, ist die Liste diesmal etwas kürzer:
Für Astrid Allwyn steht etwa „Mr. Smith geht nach Washington“ auf der Liste.
Herbert Mundin ist bekannt von der „Meuterei auf der Bounty“, aus „Unter zwei Flaggen“, „Tarzans Rache“ und auf alle Fälle „Die Abenteuer des Robin Hood“.
Egon Brecher, der in Heidelberg studierte, drehte unter anderem mit Lugosi und Karloff „Die schwarze Katze“ und mit Oland „Der Werwolf von London“.
Bei Ivan Miller beginnen wir mit den Chan-Veteranen, er drehte bald darauf „Charlie Chan beim Pferderennen“.
Dort trifft man auch Jonathan Hale, der dann auch in „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“ mitmachte, aber auch in „Skandal in der Oper“, „Teufelskerle“ oder „Der Fremde im Zug“.
Auch Gloria Roy war mit „Charlie Chan beim Pferderennen“, aber auch in „Charlie Chan’s größter Fall“ (den man leider nicht mehr sehen kann), später in „Charlie Chan in Ägypten„, „Charlie Chan am Broadway“, „Charlie Chan auf der Schatzinsel“ und „Charlie Chan in Panama“. Kleine Rollen hat sie u.a. in „Mr. Moto und der Wettbetrug“, „Mr. Moto und der Dschungelprinz“, „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“ aber auch „Früchte des Zorns“.

Charlie am TV und Schwarz/Weiß-Merkzettel

Curse of the Dragon Queen - Buch„Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ bleibt uns auf MGM noch eine Weile erhalten, DO 31.10. und DI 19.11.

 

Am Freitag 1.11. gibt es mittags auf BR „Das Gespenst von Canterville“, Samstag abend auf MGM „Der Gefangene von Alcatraz“ und K1Classics bringt Sonntag morgens „Der Spion, der aus der Kälte kam“.

Zeitgeschichte: Das Pennsylvania Referendum

Charlie Chan Collection Teil 1Nicht in allen Gegenden herrschen die gleichen Gesetze, das ist hierzulande nicht anders wie in den USA. Mancher regionale Erlass mag heutzutage gar skurril anmuten, vieles, was heute selbstverständlich ist, wäre aber verboten, hätte man es nicht vor längerer Zeit aus den Gesetzesbüchern getilgt. So auch das sonntägliche Film-Aufführungsverbot in Pennsylvania, zu dem die Bürger 1935 befragt wurden.

Da die Filmwirtschaft ein Interesse am Kippen des Gesetzes hatte, trat ein Staraufgebot vor die Kameras und machte minutenlange Streifen, die im Vorprogramm gezeigt wurden. Das Publikum kannte seine Sternchen mit Namen – unter dem warben sie dann auch, nur bei Warner Oland war es anders. Charlie Chan war bereits so populär, dass man den Schauspieler – der im Vorspann namentlich erwähnt wird – in der Rolle vor die Kamera treten lies. Das Ganze geschah nach dem Dreh von „Charlie Chans Geheimnis“ wurde jedoch etwa zur Zeit der Aufführung des Vorgängerfilms „Charlie Chan in Shanghai“ gezeigt.

Die Nacht vor dem HenkerDer Text ist kein herausragendes Beispiel von Charlies Weisheit und auch nicht sonderlich originell. Oland steht im Anzug vor dunklem Hintergrund, verbeugt sich leicht und spricht direkt in die Kamera:

»Größte Geheimnisse sind nicht immer Verbrechen. Viel geheimnisvoller ist, was Menschheit selbst tut aus Gründen die schwer verständlich. Zum Beispiel, Eskimo isst nicht Fleisch von Robbe zu bestimmter Jahreszeit, selbst wenn hungert. Männer in Indien gehen barfuß über heiße Kohle um Frömmigkeit zu zeigen. Ureinwohner auf Südseeinsel raucht nicht in Anwesenheit von Großvater. Afrikanischer Eingeborener rammt schmerzhaft Hölzchen durch Nase für Schönheit und seine Frau liebt es ihren Hals zu strecken wie Strauß, um hübscher zu sein. Und in ehrenwertem Staat Pennsylvania, Öffentlichkeit ist nicht gestattet Filme am Sonntag zu genießen.
Alte Weisheit sagt, seltsame Gesetze sorgen für noch seltsamere Bettgenossen. Bescheidene Wenigkeit sehr erstaunt warum Mann kann Golfspielen an Sonntag und anderer Mann darf nicht sehen Charlie Chan der Verbrecher zur Strecke bringt an selbem Tag. Respektvoll empfehle, nutzen Sie Macht von Stimmzettel bei Abstimmung am fünften Tag des November zu entfernen unnötiges Hindernis für unschuldigen Zeitvertreib. Danke, sehr vielmals!«

Charlie Chan’s Geheimnis (worum gehts?)

Charlie Chans Geheimnis - Filmkurier (CHARLIE CHAN’S SECRET, USA, 1935, 20th Century/Fox Film Corporation)

Ein Millionenerbe in Gefahr, Charlie Chan in San Francisco, eine eifersüchtige Familie. Ein toter Millionenerbe, übersinnliche Kräfte und eine Familie samt Entourage voller Verdächtiger. Charlie verbrennt sich die Finger, ehe er dem Mörder auf die Schliche kommt …

Vor Hawaii ist ein Schiff gesunken und Charlie ist 14 Tage später mit einem Schiff vor Ort um die Toten zu bergen, denn 3 Passagiere waren nicht in den Rettungsbooten. Vermisst wird unter anderem Allan Colby, Erbe eines großen Vermögens, das bis dahin Henrietta Lowell, einer alten Freundin Charlies, zugeschlagen wurde. Die Rückkehr des längst verloren geglaubten Sohnes würde den Verlust des Geldes auch für ihre beiden Töchter bedeuten. Die eine ist mit einem Journalisten verlobt, die andere mit einem Buchhalter verheiratet.
Die Bergungscrew findet 2 Tote sowie eine Tasche mit den Initalen „AC“. Charlie untersucht die enthaltenen Schriftstücke, die erzählen, was Colby bis dahin erlebt hatte. Seit er seine Anreise telegrafiert hatte, wurden offenbar schon mehrere Attentate auf ihn verübt. Charlie beschließt nach San Francisco zu reisen und der Familie mitzuteilen, was er gefunden hat. Per Funk kündigt er seine Anreise an.
Tatsächlich jedoch klingelt zunächst Allan Colby am Haus seines verstorbenen Vaters, doch niemand öffnet ihm. Er klettert über die Mauer, wobei er jedoch von einem Unbekannten beobachtet wird. Kaum im Haus wird er mit einem gezielten Messerwurf, der aus einer geheimen Wandöffnung kam, getötet.

Charlie Chans Secret - Lobbycard

Etwas später erscheinen Familienmitglieder um alles für eine Séance vorzubereiten, die am Abend von Charlies Ankunft abgehalten werden soll. Sie ahnen nichts – keine Spur von dem Mord.
Der Detektiv trifft ein und übergibt Allan Colbys Aktentasche, die auch eine Erklärung enthält, weshalb er so lange nichts von sich hören lassen konnte.
Charlie wird gebeten an der Séance teilzunehmen, bei welcher Professor Bowan mit seinem Medium versuchen will den Vater von Allan Colby zu befragen. Dabei erscheint im Dunkeln plötzlich Allan Colby, sein Gesicht übernatürlich leuchtend. Als das Licht eingeschaltet wird, fällt der Tote einige Stufen hinunter, denn er war durch eine Geheimtür in der Holzvertäfelung zwischen erhöht angebrachten Bücherregalen aufgetaucht.
Die Polizei wird gerufen und der Inspektor macht klar, das angefangen bei der Familie alle Anwesenden verdächtig sind, u.a. der Vermögensverwalter und auch Professor Bowan und sein Medium für die spiritistischen Sitzungen. Dies alles könnte sich Mrs. Lowell ohne das Erbe nicht mehr leisten …

Charlie Chan in Shanghai – Die Kritiken

Charlie Chan in Shanghai dt titel Hauptdarsteller Warner Oland identifizierte sich stark mit seiner beliebten Rolle und spielt (wie das ganze Ensemble) leicht und glaubwürdig. Er studierte nicht nur seine chinesischen Dialogszenen perfekt ein sondern interessierte sich tatsächlich für das Land und die Kultur, etwa für Kalligraphie und reiste auch nach China, wo er ebenfalls eine breite Chan-Fanbasis geschaffen hatte.

So kamen die Drehbuchschreiber auf den exotischen Schauplatz an der chinesischen Küste, damals noch mit breiter europäisch-amerikanischer Präsenz.
Charlie Chan besucht seine Heimat und das Drehbuch gibt dem Hauptdarsteller viele schöne Szenen.
Gleich zu Beginn spielt und singt er für auf dem Schiff mitreisende Kinder. In dem Lied gibt es einen Inside-Joke auf Warner Olands frühere Schauspielertätigkeit, indem der Fiesling „Fu Manchu“ erwähnt wird. Das er auch in Filmen wie „Shanghai Express“ mitwirkte, sei der Vollständigkeit halber erwähnt.

Nächster Insider beim Empfang am Hafen. Dort nimmt Charlie Bezug auf Sohn Lees momentane Tätigkeit: „Öl für die Lampen Chinas“. So hieß nämlich der Film, den Lee-Darsteller Keye Luke gerade abgedreht hatte.

So geht es munter weiter. Da heißt es, Charlie und Polizeichef Watkins kennen sich von Scotland Yard her, vom Fall „Lionel Bashford“.
Damit ist nicht „Charlie Chan in London“ gemeint, denn den hätte man kaum nach dem dortigen Innenminister benannt. Möglicherweise wurde Bashford anschließend ermordet?
Die Spur führt auch hier über den Darsteller, denn der spielte in „London“ tatsächlich jenen Lionel Bashford, stellt hier jedoch Sir Stanley Woodland dar – der nach einem Kurzauftritt zu Beginn des Films getötet wird.

Charlie Chan in Shanghai Pressefoto 1

Noch einmal zu Keye Luke:
Als Lee Chan während eines Telefongesprächs mit seiner Freundin eine Zeichnung von ihnen beiden auf einer romantischen Bootsfahrt zeichnet, darf Keye Luke sein künstlerisches Talent direkt in den Film einbringen.
Viele nette Einfälle, da macht Zuschauen Spaß.
Der Film ist beliebt bei Fans wie Kritikern:

»Variety« (11.10.1935) prophezeit Charlie eine gute Zukunft, denn Fairlie/Lowe machten einen guten Job und Oland spiele Chan noch immer kompetent und zwanglos.
»Paimanns Filmlisten« (31.1.36) sehen den Film als recht spannend und bis zum Ende undurchsichtig, wie üblich mit guter Mittelfilm benotet.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989; S. 47) notiert ein zu wenig beachtetes Schmuckstücke der Serie.
Für David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011; S. 32) ist der Streifen erstklassig, was er bei Fox als Standard ansieht. Der Regisseur sorge für gute Geschwindigkeit.

Allerlei zu “Charlie Chan in Shanghai”

Charlie Chan in Shanghai TitleOriginaltitel: »Charlie Chan in Shanghai«
Laufzeit: 70 Minuten

Produktionszeitraum: 11.7. bis 3.8.1935
Copyright: 20th Century/Fox, 11.10.1935
Premiere: 11.10.1935

Charlies beste Sprüche:

  • Alte Ausrede wie Ziegenbock – hat schon Bart.
  • Reden kochen keinen Reis.
  • Entfernung kein Hindernis für zärtliche Gedanken.
  • Spinne spinnt ihr Netz nicht nur für eine Fliege.

Es spielen:
Warner Oland [Charlie Chan]
Irene Hervey [Diana Woodland]
Charles Locher [Philip Nash]
Russell Hicks [James Andrews]
Keye Luke [Lee Chan]
Halliwell Hobbes [Oberst Watkins, Polizeichef]
Frederik Vogeding ]Ivan Marloff / Burke]
Neil Fitzgerald [Dakin]
Max Wagner [Taxifahrer/Entführer]

Charlie Chan in Shanghai Poster

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Irene Hervey ist zu sehen in „Das Rätsel von Monte Christo“ oder „Mr. Peabody und die Meerjungfrau“ und später auch in „Die Kaktusblüte“, bei „Drei Engel für Charlie“ und zuletzt in „Goliath – Sensation nach 40 Jahren“.
Charles Felix Locher wurde bekannter unter seinem Pseudonym Jon Hall und spielte u.a. in „Die Perlenräuber von Pago-Pago“, „Arabische Nächte“, „Ali Baba und die vierzig Räuber“ oder „Der Unsichtbare nimmt Rache“.
Russell Hicks Auftritte sind bei “Ein fast perfektes Alibi” verzeichnet.
Halliwell Hobbes spielte in „Vor Blondinen wird gewarnt“, „Der Prinz und der Bettelknabe“, „Der Herr der sieben Meere“, „Sein oder Nichtsein“, bei Sherlocks „Gespenster im Schloß“, „Das Haus der Lady Alquist“ oder „Der Unsichtbare nimmt Rache“.
Frederick Vogeding war bei vielen alten Bekannten dabei: „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“, „Mr. Moto und der Schmugglerring“, „Mr. Moto und der Dschungelprinz“, „Mr. Moto und der Kronleuchter“ oder „Charlie Chan: Stadt in Dunkelheit“.
Neil Fitzgerald findet man in „Frankensteins Braut“, „Charlie Chan beim Pferderennen“, „Mr. Moto und die Flotte“ oder „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“.
Max Wagner trat u.a. auf in „Charlie Chan beim Pferderennen“, „Mr. Moto und der Wettbetrug“, „Die Marx Brothers – Zimmerdienst“, „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“, „Charlie Chan in Panama“, und oft bei „Bonanza“ und „Rauchende Colts“.