Archiv des Autors: mhoefler

Da ist das Ding – “Gefährliches Geld” auf DVD

„Das Ding”? Nein, nicht die Meisterschale. Die bekommt der FC Bayern heute vielleicht auch noch. Aber jetzt ist die erste deutschsprachige DVD-Veröffentlichung von Charlie Chan dran!

DVD Gefährliches GeldKaum halte ich die DVD in Händen, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Ganz oben auf der Rückseite lese ich: “Weiter gereist als Sherlock Holmes …” – mein Text! Geschrieben als Vorwort für mein Buch, steht er seit Jahren auf meiner Charlie-Homepage – und jetzt auf dieser DVD. Es wäre allerdings schmeichelhafter gewesen wenn man mich vorher gefragt hätte.

Wem das FSK-Logo auf dem Cover zu groß ist, der darf sich über das Wendecover freuen. Die Überschrift “Charlie Chan Collection” macht sich gut und die große “1” auf der Seite zeigt: Da kommt noch mehr! Her damit! 🙂
Ansonsten sucht man in den Angaben vergeblich nach dem einst für die Scheibe angekündigten Trailer: Sprache deutsch/englisch und deutsche Untertitel, ok. All das ist drauf, zusätzlich die obligatorische Kapitelauswahl. Mehr nicht. Für einen Einzelpreis von 14,95 Euro vielleicht etwas wenig, da werden wohl nur echte Fans zugreifen was schade wäre.

Zum Film:Deutscher Vorspann Gefährliches Geld
Wer auf den deutschen “Einheitsvorspann” mit dem markanten Intro samt Gongschlag und dem kleinen gezeichneten Männchen gehofft hat, wird beim Filmstart enttäuscht sein. Statt dessen gibt es den Originalvorspann in englisch. Dessen Musik wurde mit einigen Variationen für alle Filme der Serie ab 1946 verwendet – davor gab es keinerlei “Erkennungszeichen” dieser Art.
Wenn der Film mit dem Monogram-Emblem endet, schneidet es damit natürlich auch die schon in den letzten Sekunden einsetzende Abspann-Musik der deutschen Synchronfassung ab.

Derlei ist man von der Veröffentlichung älterer Werke gewöhnt. Immerhin handelt es sich hier nicht um die alte TV-Fassung sondern um die seit 2010 erhältliche Digital bearbeitete Version von Warner. Selbst im Nebel zu Beginn des Films kann man somit alles superscharf sehen – ganz zu schweigen von den Szenen am Schluss, die den Zuschauer früher im Dunkeln tappen ließen, was da gerade abging.
Gerade bei der Schießerei ist der Knall im Gegensatz zur Original-Synchro allerdings nicht eben synchron, aber ansonsten ist das Unternehmen gelungen.

Titles Dangerous MoneyDie deutschen Untertitel vernachlässigt man gern. Bis auf einige Ausrutscher sind sie ordentlich. Da wird aus dem fischkundigen “Ichthyologen” eben mal ein “Ideologe”. Oder wenn die – im Original auch entsprechend gedimmte – Hintergrundmusik in der Bar zu laut wird, steht da “Linda. Wie sonst?” obwohl die Dame schon 50 Minuten lange “Rona” heißt und die Frage eigentlich “Dinner, Miss Simmonds?” lautet.

Der Anfang ist gemacht. Wenn es weitergeht, dann bitte bald auch als Boxset!
.
.
btw:
War ja klar, dass Charlie nur bei einer Firma mit seinem Namen veröffentlicht werden kann: CHANdler Film — Und noch ein Wortspiel zum Vertrieb: Charlie is Al!ve – endlich 😉

.

Charlies Autor: Earl Derr Biggers

Earl Derr Biggers 1914 - gemeinfreiDer amerikanische Autor Earl Derr Biggers, geboren 1884 in Warren/Ohio, starb vor 80 Jahren am 5. April 1933. Vor 100 Jahren, 1913 schrieb er seinen ersten Roman: „Seven Keys To Baldpate„, der 5 Mal verfilmt wurde.

Noch mehr Romanze und Melodrama ließ er mit „LOVE INSURANCE“ (1914) folgen, bei „THE AGONY COLUMN“ (1916) kam noch eine Prise Krimi hinzu. Daneben schrieb Biggers fürs Theater und eine Musical-Version von „LOVE INSURANCE“.

The House without a Key - Earl derr BiggersAb 24.9.1925 wurde „THE HOUSE WITHOUT A KEY“ (englisch beim Projekt Gutenberg), als Fortsetzung in „THE SATURDAY EVENING POST“ veröffentlicht. Hier erschien erstmals Charlie Chan auf, den der Autor noch in seinen fünf folgenden Romanen auftreten ließ.

Parallel zu seinen Büchern erlebte der Autor noch 6 Verfilmungen bis zu seinem frühen Tod. Dabei wurde Charlies Rolle gegenüber den Büchern allerdings zunächst deutlich vernachlässigt:
Noch 1925 brachte Pathé „THE HOUSE WITHOUT A KEY“ ins Kino.
Auch der Folgeroman „THE CHINESE PARROT“ (1926) wurde 1927 bei Universal unter der Regie von Paul Leni stumm verfilmt.
Den dritten Roman „BEHIND THAT CURTAIN“ (1928) drehte Fox bereits als Sprechfilm; er kam 1929 auf die Leinwand.

Charlie Chan carries on TrailerErst 1931 kamen die Fans von Charlie Chan wirklich auf ihre Kosten und ihr Held rückte in den Mittelpunkt. Mit Warner Oland in der Hauptrolle entstanden 1931 Verfilmungen von „Charlie Chan carries on“ und „The Black Camel“, sowie ein Jahr darauf „Charlie Chan’s Chance“ (Remake von „BEHIND THAT CURTAIN“).

Ob Biggers ahnen konnte, dass dies nur der Anfang war?
Seine Kreation überlebte ihn und wurde zu einem der bekanntesten und beliebtesten Leinwandfiguren der 1930er Jahre.

Links zu Büchern beim Projekt Gutenberg, jeweils englische Originalfassung:
SEVEN KEYS TO BALDPATE – http://www.gutenberg.org/ebooks/30836
THE AGONY COLUMN – http://www.gutenberg.org/ebooks/1814

 

Charlie Chan: Gefährliches Geld (worum gehts?)

(Charlie Chan in „Dangerous Money“, USA, 1946, Monogram/Warner)

Ein schwerer Diebstahl soll aufgeklärt werden, aber ein Mord kommt dazwischen. Charlie Chan, auf dem Weg nach Australien, bleibt wenig Zeit für die Aufklärung. Beim Zwischenstop in Samoa überschlagen sich die Ereignisse …

plakat-dangerous-moneyAuf dem Weg nach Sydney wird Charlie von einem inkognito auf der Newcastle reisenden Beamten des Schatzamtes angesprochen. Dieser fürchtet um sein Leben, da er bereits zwei Attentate überlebt hat. Er soll einen Diebstahl aufklären, der während der Kriegsjahre auf den Philippinen stattfand: neben Kunstschätzen geht es um eine große Menge “Heißes Geld”.

Noch vor der Äquatortaufe hat der Beamte ein Messer im Rücken und Charlie einen neuen Fall. In der Aktentasche des Ermordeten finden sich Hinweise auf den Dieb, aber die Kabine des Toten wurde bereits auf den Kopf gestellt.
Jimmy und Chattanooga wollen insgeheim Fingerabdrücke von Tatverdächtigen nehmen. Chattanooga mimt zeitweise den Kranken und findet später heraus, dass eine Küchenhilfe ein erstaunlich dickes Geldbündel bei sich trägt.
Bald stellt Charlie in seiner Kabine eine Falle mit sich als Köder. Tatsächlich will der Mörder auch ihm ein Messer in den Rücken jagen – und Charlie beweist damit, dass die Tatwaffe gar nicht geworfen wurde …

 

DVD: Charlie Chan – Gefährliches Geld

Endlich wird die deutsche Synchronfassung auf DVD gepresst. Inklusive englischer Originalfassung und Trailer.

Genau genommen ist die Scheibe seit 4 Tagen überfällig. Ich hatte gehofft über die Osterfeiertage einen Blick darauf werfen zu können. *seufz*

Aber es hat so lange gedauert, da kommt es auf ein paar Tage hin oder her auch nicht mehr an.

Publisher: „Chandler Film„, Vertrieb: „Alive – Vertrieb und Marketing„; DVD auf Amazon