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Um die Welt und ins All – s/w-Filme am Mittag

Was gibt es bis Ende des Monats nennenswertes für Klassiker-Fans?

Gleich Samstag 16.6. vormerken. ARTE zeigt mittags „Im Zeppelin um die Welt„, die Weltumrundung der „Graf Zeppelin“ 1929. Der Klassiker ist hier nicht der Film sondern das Luftschiff.

Der BR schert aus der Mittagsphalanx aus und zeigt am 26.8. um 20:15 den Klassiker „Gaslicht„.
Das MDR bringt am 29.8. zur Mittagsstunde „Der schweigende Stern„, einen der raren deutschen SF-Filme seiner Zeit, den man überhaupt noch gucken kann.
MGM wiederholt am 31.8. „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ – natürlich gegen Mittag.

Den Film gibt es ab 9. Oktober 2014 bei Kochmedia auf DVD: Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin. Wenn die schon dabei sind, könnten sie eigentlich auch mal „Charlie Chan: Ein wohlgehütetes Geheimnis“ aka „Die Rückkehr von Charlie Chan“ auf DVD packen. Und die nächste Klassiker-Collection bitte nicht vergessen 😉

Schwarz/weißer Sommer

Abkühlung gibts am „Rio Grande„, 4.8. um MItternacht auf SWR, während uns Kabel1Classic um 1:40 zum „Boulevard der Dämmerung“ führt.
MGM bringt am 12.8. abends „Eins, zwei, drei„, Sky-Nostalgie am 13.8. kurz vor Mitternacht Hitchcocks „Mord“ alias „Auslands-Korrespondent“.
MDR zeigt ähnlich spät nachts „Sherlock Holmes und das Halsband des Todes“ am 16.8.

max und hooFür alle, die Chan-Cameos sammeln …
Anixe wiederholt momentan die uralte Agenten-Parodie „Mini-Max„, bei der in 2 Episoden ein zumindest Charlie Chan nachempfundener Character auftaucht.
Er ist Asiate und versucht gelegentlich einen Spruch, was in den übrigen Albernheiten allerdings untergeht.
Die eine Episode heißt „Wer ist Wo?“, denn Harry Hoo (= who?) wurde als Harry Wo synchronisiert, die zweite ist „Ein Südseeparadies“ (Hoo done it), zu sehen am 5. August (Wh anderntags).

Wenig schwarz/weiß, einige Wiedersehen

Das Wetter lockt leider nicht überall nach draußen, das Fernsehprogramm schon.
Ein paar Klassiker hätten wir da noch, so am 13.7. auf MGM zum Abendessen: „Eins, zwei, drei„.
Auf Sky nostalgie treibt sich spätnachts am 15.7. „Der Schrecken vom Amazonas“ herum,
auf ARTE am 25.7. nachmittags „Der Freibeuter„.

Nachdem Sen Yung, Charlies Sohn Nummer 2 „Jimmy Chan“, eine feste Rolle bei Bonanza (auf Sat1 Gold) hat, verwundert es nicht, wenn er dort auftaucht.
Als Gast ist Benson Fong, Sohn Nummer 3 „Tommy“, am 28.7. mal mit von der Partie.
Keye Luke, Sohn Nummer 1 „Lee“, schaut dagegen bei MacGyver vorbei, am 14.7. (auf RTL Nitro).

Allerlei zu “Charlie Chan’s Courage”

Charlie Chans Courage - Lobbycard 1 Originaltitel: »Charlie Chan’s Courage«
Laufzeit: 74 Minuten

Produktionszeitraum: 23. April bis Ende Mai 1934
Copyright: FOX Film Corporation
Premiere: 6. Juli 1934

Charlies beste Sprüche:

  • Nadel in Heuhaufen zu suchen benötigt nur genaue Untersuchung des Heus
  • Große Zuckerdose zieht viele Fliegen an.
  • Vorsichtig handeln. Bitte erinnern das auch Henne vorsichtig auf Eiern sitzt.
  • Immer angenehme Reise die unter Freunden endet.

Der chinesische Papagei - FilmkurierEs spielen:

Warner Oland [Charlie Chan]
Drue Leyton [Paula Graham]
Donald Woods [Bob Crawford]
Paul Harvey [J. P. Madden]
Murray Kinnell [Martin Thorne]
Reginald Mason [Alexander Crawford]
Virginia Hammond [Sally Jordan]
Si Jenks [Will Holley]
Harvey Clark [Professor Gamble]
Jerry Jerome Phil „Sharky“ Maydorf]
Jack Carter [Victor Jordan]
James Wang [Louie Wong]

Screen Actors Guild – Die Schauspielergewerkschaft

Es verging einige Zeit zwischen „Charlie Chans größter Fall“ und “Charlie Chan’s Courage”.
Die 1933 gegründete Schauspielergewerkschaft etablierte sich in der Zwischenzeit und brachte deutliche Erleichterungen, für die damals noch beim Studio festangestellten Schauspieler.

Das „Studio System“ bestimmte bis dahin den kompletten Tagesablauf eines Kontrakt-Schauspielers. Sie mussten unlimitiert von früh bis spät in jedem Streifen mitwirken, den das Studio zuteilte. In dem unkündbaren Vertrag wurden zahllose Vorgaben diktiert, selbst (Essens)Pausen durfte man erst einlegen wenn die Prdoduktion es erlaubte. Neben dem Grundgehalt gab es zwar eine Einsatzprämie, aber nur die wenigen Stars bekamen zigtausend Euro pro Film.

Von Anfang an bei der Screen Actors Guild dabei sind auch bekannte Stars und Schauspieler, die in Charlie-Chan-Filmen auftauchten. Alan Mowbray etwa (Charlie Chan in London), wurde Vizepräsident, was seiner Karriere nicht förderlich war.
Horrorstar Boris Karloff (Charlie Chan in der Oper) hatte bereits 25-Stündige Dreharbeiten in schwerer Maske geleistet und wußte, warum die Gewerkschaft gebraucht wurde.
Keye Luke („Lee Chan“), ab 1935 Mitglied, erinnerte sich ebenfalls lebhaft an dicht gedrängte Drehpläne und zeichnete sogar Karikaturen für die ersten Ausgaben des Gewerkschafts-Magazins.
Von Warner Oland („Charlie Chan“) gibt es ein Foto, bei dem er von Kollegen umrahmt unterzeichnet, u.a. sind da Groucho Marx und James Cagney.

Überliefert ist, das James Cagney einer Kollegin gerade die Papiere für die Gewerkschaft überreichen wollte, als der Boss des Warner-Studios um die Ecke kam und beide rauswarf. Da er allerdings seinen Star brauchte, erhielt Cagney schnell einen neuen Vertrag, den er aber erst schloß, als auch seine Kollegin wieder eingestellt worden war.

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Mr. Wong

Mr Wong Detective - DVDDie Serie lief nie in Deutschland, obwohl immerhin Horrorfilmstar Boris Karloff die Hauptrolle spielte.
Erfunden wurde der Detektiv Mr. Wong von Hugh Wiley im Laufe der 1930er Jahre, als Charlie Chan immer beliebter wurde. Etliche Kurzgeschichten erschienen zwischen 1934 und 1938.

Monogram produziert 6 Filme. Also just jenes Studio, das nach dem Ende der Fox-Chans (1942) den Detektiv ab 1944 weiter ermitteln ließ.
Zwei Streifen sind direkte Vorlagen für späte Monogram-Chan-Filme, was deren Qualität weder hebt noch senkt. Zeitgleich zu den Filmen gab es wie bei Chan auch hier Radiokrimis und Comics.

Mystery of Mr WongDie Filme:

  1. Mr. Wong, Detective (1938)
  2. The Mystery of Mr. Wong (1939)
  3. Mr. Wong in Chinatown (1939)
  4. The fatal Hour (1940)
  5. Doomed to Die (1940)
  6. Phantom of Chinatown (1940)

Nachdem Boris Karloff nach dem fünften Film ausgestiegen war, kurbelte Monogram noch einen sechsten ab, um Verträge einzuhalten. Weiterer finazieller Gewinn war fraglich, daher wurde die Serie eingestellt.
Daran änderte auch der neue Hauptdarsteller nichts: Keye Luke (alias Lee Chan) als etwas jüngerer James Wong. Schade eigentlich.

Der große Schlaf

Bestehen irgendwelche Zweifel, welchen Einschlag Charlie Chan schon 1930 in den USA gehabt hat?
Nur zur Erinnerung: Damals gab es 3 Filme von denen zwei stumm waren und Warner Oland, der die Rolle dem Kinopublikum erst richtig nahe brachte, kam erst im Folgejahr auf die Leinwand. 1930 existierten vier Bücher von Earl derr Biggers, das fünfte, „Charlie Chan macht weiter“, erschien während des Jahres.The big sleep

Raymond Chandler ahnte es bereits. In seinem Marlowe-Roman »The Big Sleep« („Der große Schlaf“) nimmt er Bezug auf den chinesischen Spürhund.
Mitten im fünften Kapitel, bei einer Personenbeschreibung, begegnet uns ein Mann mit „Charlie-Chan-Bärtchen“.

Noch Fragen?

Klassiker von West bis Ost

Der SWR startet nachmittags 14:15 den 7. Juni mit „Das schwarze Schaf“.
Der BR zieht ab 22 Uhr nach mit 3 Klassikern: „Zwölf Uhr mittags“, „Rio Grande“ und „Bis zum letzten Mann“.
Montag (9.6.), sind kurz vor Mitternacht Nacht mal wieder die „Ladykillers“ dran.
Am 13.6. versüßt TNT das Abendprogramm mit „Casablanca“ und „Die Spur des Falken“.
Und MGM wiederholt noch immer „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ (15.6. 13:15)