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Allerlei zu “Das Goldene Auge”

Originaltitel: »THE GOLDEN EYE« (dt. wörtlich übersetzt)
Laufzeit: 69 Minuten

Produktionszeitraum: Mitte bis Ende April 1948
Copyright: 22.8.1948, Monogram Film Corporation
Premiere: 29.8.1948

Charlies beste Sprüche:
Leute die an Türen lauschen hören selten Gutes über sich selbst.
Kleine Dinge erzählen oft große Geschichte.
Kleine Untersuchung bringt manchmal großes Wissen.
Geringes Wissen manchmal sehr gefährliches Gut.

The golden Eye - Poster1Es spielen:

Roland Winters [Charlie Chan]
Wanda McKay [Evelyn Manning]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Victor Sen Young [Tommy Chan]
Bruce Kellogg [Talbot Bartlett]
Tim Ryan [Lt. Mike Ruark]
Evelyn Brent [Sister Teresa]
Ralph Dunn [Driscoll]
Lois Austin [Mrs. Margaret Driscoll]
Forrest Taylor [Manning]
Lee “Lasses” White [Pete]
Lee Tung Foo [Wong Fai]
Michael Gaddis [Verfolger]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Bruce Kellogg ist ein Veteran von „Charlie Chan: Schatten über Chinatown“ und drehte unter anderem in „Schnellboote vor Bataan“ (1945, J.Wayne).
Tim Ryan kennen wir schon von „Ein fast perfektes Alibi“, Lois Austin von „Die Falle“ und „Die Kiste aus Schanghai“.
Ralph Dunn sieht man immer wieder in (Polizei-)Uniform, etwa in „Charlie Chan: Mord über New York“ oder „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“. Ebenfalls in: „Mr. Moto und der Wettbetrug“, „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“, „Mr. Moto und sein Lockvogel“, „Früchte des Zorns“, „Dick und Doof in geheimer Mission“ oder „Das Doppelleben des Herrn Mitty“.
Auch Forrest Taylor war schon früh dabei, in „Charlie Chan beim Pferderennen“ aber auch in „Der junge Edison“ oder „Fuzzy außer Rand und Band“.
Noch einmal „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ steht bei Sam McDaniel auf der Liste. Er war unter anderem in „Orchid, der Gangsterbruder“ zu sehen.

Eine handvoll Oldies

Diesmal nur digital verfügbares:

  • Wir sehen „Blaues Hawaii“ am Montag früh 26.8. auf Kabel 1 Classics, u.a. spielt Roland Winters (Charlie Chan 1947-49) hier Elvis Vater.
  • Konkurrenzsender TNT Film bringt fast zur gleichen Zeit den Allzeitkult „Arsen und Spitzenhäubchen„, mit C.Grant und P.Lorre.
  • Dienstag, 27.8. früh geht es weiter mit der „Schachnovelle“ auf SkyNostalgie.
  • Mittwoch Nachmittag gilt das Verbot: „Leoparden küßt man nicht“ auf SkyNostalgie, mit George Irving als Mr. Peabody (spielte Professor Arnold in Charlie Chan in Ägypten und Major Kent in Charlie Chan beim Pferderennen).
  • Im Vorgriff sei noch gesagt, Charlie ist zurück, aber nur mit dem ollen und gar nicht klassischen „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin„, am Abend des 15.9. auf MGM.
  • btw, der nicht ganz so alte „The Artist“ wird momentan auf SkyEmotion versendet, ist aber immerhin s/w, stumm und es geht ganz nebenbei auch um einen s/w-Pionier.

Das Goldene Auge (worum gehts?)

Belgisches Poster - Charlie Chan au Texas (THE GOLDEN EYE, USA, 1948, Monogram Pictures Corporation)

Charlie und seine Assistenten werden nach Arizona gerufen, wo eine erschöpfte Goldmine geradezu vor neuen Funden übersprudelt.
Merkwürdige Unfälle, seltsame Hospiz-Schwestern und grummelige Goldgräber strecken die Ermittlungen im gemütlichen Ferienressort angenehm in die Länge. Doch dann gibt es Tote …

Minenbesitzer Manning fühlt sich seit einiger Zeit bedroht und besucht daher in San Francisco Fongs Antiquitätenladen. Dort erhält er Hinweise auf Charlie Chans Aufenthaltsort und beauftragt telefonisch seine Tochter um ihn zu holen. Wenig später wird auf Manning geschossen, aber er kommt noch einmal davon.
Charlie erscheint und erklärt sich bereit nach Arizona mitzugehen. Er wird sich auf einer nahegelegenen Ferienranch einquartieren, um unauffällig in der Nähe von Mannings Mine zu kommen.
Kaum ist Charlie dort, trifft er auf Lt. Ruark, der ebenfalls unter falschem Namen ermittelt. Man trifft sich zu einer Lagebesprechung. Dabei erfährt Charlie, das Manning an diesem Tag einen schweren Unfall in der Mine hatte und bei einem Sturz schwer am Kopf verletzt wurde.
Die Mine, das Goldene Auge, galt 2 Jahre als erschöpft, nun aber wird dort mehr Gold gefördert als den Behörden normal vorkommt.
Charlie beschließt Manning aufzusuchen, wo er sich gegenüber Mineninspektor Driscoll als alter Bekannter des Hausherrn ausgibt, der Jade verkaufen möchte. Mannings Tochter lässt ihn zu dem Verunglückten. Der Doktor hat soeben Mannings Kopf bandagiert und meint, dass dieser noch längere Zeit ohne Bewusstsein bleiben wird. Driscoll hat ein Nahe gelegenen Hospiz benachrichtigt, so dass bald eine Schwester als Pflegerin vorbeikommen wird.
Als Charlie bei Mannings eintraf, verabschiedete sich Geologe Bartlett gerade. Nun sitzt er in Charlies Bungalow und erwartet ihn. Man kennt sich von Honolulu und Bartlett, der die Verkleidung als Jadeverkäufer somit sofort durchschaute, möchte helfen.
In dessen Büro trifft anderntags ein alter Goldgräber ein, der offenbar über einen Seiteneingang in seiner Hütte das Goldene Auge heimlich mit ausbeutete. Dies schließt Bartlett aus der Analyse des ihm zur Begutachtung gebrachten Erzes. Der Goldgräber gibt es zu und will Charlie Zugang gewähren. Nachts, bei einem geheimen Besuch in der Mine, finden Charlie, Tommy und Birmingham die halb verschüttete Leiche des Goldgräbers …

Die Kiste aus Shanghai – Die Kritiken

Die Titel-Kreativen haben wieder zugeschlagen.
Noch kreativer sind nur die Zuguckuer, die tatsächlich irgendwo eine Kiste stehen sehen und sie für die Titelgebende halten 😉
Hätte man den Alternativtitel »Mord nach Alphabet« verwendet, wäre das näher am Plot gewesen, aber Monogram womöglich  von Agatha Christie (»Die Morde des Herrn ABC«) verklagt worden.
Die Idee mit gefälschten Fingerabdrücken bringt uns 2 Jahre zurück zu Monograms Chan »Ein fast perfektes Alibi«, doch Charlie kann sich nicht an damals erinnern 🙂

Der Film als Gesamtkunstwerk schneidet wieder einmal schlechter ab als seine Einzelteile – sofern dies berücksichtigt wird:

»Variety« (3.9.1948) tadelt das schwache Material und Geschwätzigkeit.
»Motion Picture Guide« (S. 2863) kritisiert Winters als den am wenigsten effektiven der 3 Charlie Chans.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989; S. 234f.) sieht einen einigermaßen starken Plot und meist gute Dialoge. Noch besser: Die Regie gilt als gewissenhaft, atmosphärisch und passend, was zu einem außergewöhnlichen Film führen könnte, wären nicht die vielen, allzu offensichtlichen Lückenbüßerszenen.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999; S. 201) macht den nächsten Tiefpunkt aus, diesmal den der Winters Filme. Der Schauspieler käme als armseliger Chan daher. Immerhin der Humor wird gelobt: Die Fingerabdruck-Szene mit Moreland funkelt, ebenso sein Rausschmeißer und die Sequenz mit Willie Best im Gefängnis.
Die Kritik in »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005; S. 497) ist mit dem Wort „Schwach“ zusammen zu fassen.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011; S. 114) bemerkt eine deutliche Steigerung gegenüber den beiden Vorgänger-Filmen. Für ihn nimmt Winters das Heft in die Hand und wirkt dadurch als glaubhafter Chan. Auch die sichere Hand des Regisseurs kommt gut weg.

Allerlei zu “Die Kiste aus Shanghai”

Originaltitel: »THE SHANGHAI CHEST« (dt. wörtlich übersetzt)
Produktionstitel: »Murder by Alphabet« (»Mord nach Alphabet«)
Laufzeit: 65 Minuten

Produktionszeitraum: Anfang Februar bis Mitte Februar 1948
Copyright: Monogram Film Corporation, 1948
Premiere: 11.7.1948; nicht in Deutschland gezeigt

Charlies beste Sprüche:

  • Unbeschwertester Gang von Briefträger ist in Urlaub
  • Manchmal trübes Wasser, wenn genügend umgerührt, bringt merkwürdige Dinge an Oberfläche.
  • Einige Fakten beginnen zu leuchten, wie Schnee auf entferntem Berggipfel
  • So selten Verstand und Schönheit tanzen in selber Straße gemeinsam

Shanghai Chest Poster2Es spielen:

Roland Winters [Charlie Chan]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Tim Ryan [Lt. Mike Ruark]
Victor Sen Young [Tommy Chan]
Deannie Best [Phyllis Powers]
Tristram Coffin [Ed Seward]
John Alvin [Victor »Vic« Armstrong]
Russell Hicks [Frank Bronson]
Pierre Watkins [Richter Wesley Armstrong]
Philip van Zandt [Joseph Pindello]
Milton Parsons [Grail]
Olaf Hytten [Bates]
Erville Alderson [Walter Somervale]
George Eldredge [Pat Finley]
Charlie Sullivan [Murphy]
Edward »Eddie« Coke [Thomas Cartwright]
William Ruhl [Wärter]
Lois Austin [Wirtin]
Chabing [Rezeptionist]
John Shay [Stacey]
Paul Scardon [Friedhofangestellter]
Willie Best: [Willie]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Wie so oft gibt es einige „Wiederholungstäter“: Russell Hicks, George Eldredge und Milton Parsons aus „Ein fast perfektes Alibi“ und Tristram Coffin aus „Gefährliches Geld
Auch Tim Ryan war in „Ein fast perfektes Alibi“, aber auch im folgenden „Das goldene Auge“ und im letzten Chan „Der Himmelsdrache“ wird er dabeisein. Da letztere aber nie synchronisiert wurden, hier einige geeignetere Beispiele: „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“ (als Bartender), „Orchid, der Gangsterbruder“, „Dr. Kildare – Der Hochzeitstag“ und „Verdammt in alle Ewigkeit“.
John Alvin kann man sehen in „Die Bestie mit den fünf Fingern“ (mit P.Lorre), „Das Mädchen Irma la Douce“ und etlichen Serien wie „Solo für O.N.K.E.L.“, „Tennisschläger und Kanonen“, „Ihr Auftritt, Al Mundy“, „M*A*S*H“, „Hart aber herzlich“, „Mord ist ihr Hobby“.
Von Pierre Watkins gibt es interessantes aus den 30er Jahren: „Dr. Kildare – Sein erster Fall“, „Mr. Smith geht nach Washington“, „Die Marx Brothers im Kaufhaus“, „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ und „Mr. Moto und der Wettbetrug“.
Ebenfalls „Mr. Smith geht nach Washington“ und noch mehr Dr. Kildare, diesmal „Dr. Kildare – Die Heimkehr“ steht auf der Liste von Erville Alderson.
Philip van Zandt war in „Citizen Kane“ dabei.
Mit Olaf Hytten wird die Liste wieder deutlich länger: „Die tapferen Schotten“, „Blaubarts achte Frau“, „Die Abenteuer des Robin Hood“, „Mr. X auf Abwegen“, „Casablanca“, „Ministerium der Angst“ und einige Sherlock Holmes: „Gespenster im Schloß“, „Die Frau in Grün“ und „Gefährliche Mission“.

Charlies Auftritt bei Inspektor Clouseau

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 1Es gibt in mehreren Filmen, Serien oder Büchern Erwähnungen/Hommagen an Charlie Chan.

Hier ist eine davon.

Inspektor Clouseau soll einen fiesen Gangster fassen, der sich verbarrikadiert hat.
Ein Ratgeber befindet sich vor Ort und der schusselige Inspektor lässt sich von dem merkwürdigen Roboter mit dem schwarzen Hut Tipps geben.
Natürlich geht der Schuss nach hinten los und egal was Clouseau versucht, er ist jedesmal der Gelackmeierte.

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 3Insepktor Clouseau und Charlie Chan 2Was er nicht weiss: In dem Roboter sitzt der Gangster und lacht sich ins Fäustchen.
Schließlich erscheint der echte Ratgeber, ein
freundlicher chinesischer Herr mit schwarzem Hut – wer kann das bloß sein? 😉

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 4Da Clouseau nach der letzten Pleite die Nase voll hat, hält er den neuen Ratgeber jedoch für einen Verbündeten des Gangsters und jagt ihn in den Sonnenuntergang.

(Bilder: DePatie-Freleng / United Artists)

Die Kiste aus Shanghai (worum gehts?)

The Shanghai Chest Poster1(Charlie Chan in “THE SHANGHAI CHEST”, USA, 1948, Monogram Film Corporation)

Wurde Tony Pindello unschuldig verurteilt und hingerichtet? Ein Unbekannter rächt sich an den Prozessbeteiligten und hinterlässt Fingerabdrücke von Pindello. Die nächste Überraschung wartet bei der Exhumierung …

Richter Armstrong wird im eigenen Haus erstochen. Als dessen Neffe durch das Fenster einsteigt und einen Telefonanruf annimmt, wird er niedergeschlagen. Die Anruferin alarmiert die Polizei und die findet den Neffen, soeben wieder zu sich gekommen, mit dem Messer in Hand über der Leiche.
Tommy und Birmingham beobachten auf dem Nachhauseweg wie jemand in ein Haus einsteigt. Leider ist es dessen eigenes Haus, er selbst Untersuchungsrichter, und die beiden, die als Detektive einen Einbrecher stellen wollten, landen im Gefängnis. Charlie kommt vorbei und verspricht sich für sie zu verwenden.
Shanghai Chest LobbycardBeim Untersuchungsrichter wird gerade der Fall Armstrong besprochen. Der Neffe war just an diesem Tag vom Richter aus dem Haus gewiesen worden. Zu allem übel steht er nahe am bankrott und ihm drohte die Enterbung. Jedoch weisen die Fingerabdrücke am Tatort auf einen anderen, jedoch Toten, hin: Tony Pindello. Den hatte der Richter vor einem halben Jahr zum Tode verurteilt. Die Sekretärin und auch Leutnant Ruark versuchen den ankommenden Charlie für den Fall zu begeistern und dieser möchte gerne informiert werden, sollte sich etwas Neues ergeben.
Charlies Assistenten werden entlassen. Der Untersuchungsrichter wird anderntags tot aufgefunden. Ruark überbringt Charlie die Neuigkeiten, zusammen mit dem Hinweis, auch hier Pindellos Fingerabdrücke gefunden zu haben.
In Richter Armstrongs Büro überraschen Charlie und seine Assistenten dessen Sekretär dabei, wie er Akten durchwühlt, wiegen ihn aber in Sicherheit. Da erscheint der Anwalt des Richters, denn dieser wollte sein Testament ändern. Schnell wird Charlie klar, dass auch der Anwalt in Pindellos Fall involviert war, nämlich als dessen glückloser Verteidiger. Man einigt sich darauf, den Safe des Richters zu öffnen. Dort findet sich ein Schreiben, in dem er Zweifel an Pindellos Schuld äußert.
Charlie schließt daraus, dass möglicherweise alle am Prozess Beteiligten in Gefahr sein könnten. Bis auf einen nach unbekannt Verzogenen wird allen eine Polizeibewachung gestellt. Als nächstes nimmt man sich Pindellos Grab vor. Tommy und Birmingham dürfen schaufeln. Leutnant Ruark öffnet den Sarg: Er ist leer …