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Charlie Chan in Honolulu

Charlie Chan in HonoluluMord auf einem Frachter mit Kurs auf Hawaii. Charlies Söhne Jimmy und Tommy sind als erste an Bord und richten viel Verwirrung an, bevor der Detektiv eingreifen kann. Denn es wird nicht nur ein Mörder gesucht sondern auch 300.000 $ die der Ermordete an sich nehmen wollte …

Familie Chan sitzt beim Essen, als Jimmy, Sohn Nr. 2, bekannt gibt, dass er gerne Detektiv werden möchte. Während seine Geschwister frotzeln, erklärt Charlie seine Unterstützung für den Plan.
Da erscheint Wing Foo mit der Nachricht, das er seine Frau Ling, Charlies Tochter, mit Wehen in das “Entbindungshaus” gebracht hat. Frau Chan ist über diese Nachricht des Schwiegersohns mindestens ebenso aus dem Häuschen wie Charlie selbst. Die beiden beschließen hinzufahren, jedoch sollen die Kinder zu Hause bleiben und weiter essen. Die Baggage ist aber derart aus dem Häuschen, dass sie sich nichts sagen lässt und einfach mitkommt.
Alle? Nicht ganz. Tommy nimmt einen Anruf aus dem Morddezernat entgegen. Charlie soll einen Mord auf dem Schiff Susan B. Jennings untersuchen.
Tommy setzt daraufhin Jimmy einen Floh ins Ohr, den Fall zu übernehmen. Da er mit dem Aufklären eines Mordes endlich ernstgenommen werden würde, ist Jimmy schnell bereit, sich der Sache anzunehmen. Er möchte seinen Bruder Tommy nicht dabei haben, doch der schmuggelt sich heimlich in Jimmys Auto und an Bord des Landungsbootes, das die beiden zum Schiff bringt.
Der Kapitän findet den berühmten »Chan«, dessen “Lorbeeren von Singapur bis Stockholm verstreut liegen”, recht jung, Jimmy hält sich nicht mit Richtigstellungen auf.
Das Mordopfer war nicht Passagier, sondern kam erst vor einer halben Stunde mit einem Boot an Bord. Der Schuss fiel, als er der Anwalts-Sekretärin Judy Hayes wie verabredet einen Ring übergab, woraufhin diese ihm 300.000 $ aushändigen sollte.
In der Zwischenzeit ruft Charlie von der Klinik aus im Morddezernat seinen Chef an und erfährt, dass er bereits seit einer halben Stunde an Bord eines Schiffes sein soll und beschließt, dorthin zu fahren.
Auf der Susan B. Jennings schleicht derweil Tommy Chan herum und versteckt sich ausgerechnet in dem Raum mit dem Toten. Dr. Cardigan, ein merkwürdiger Passagier, folgt ihm und verschwindet durch einen anderen Ausgang, als er den Kapitän mit Jimmy kommen hört.
Jimmy stellt fest, dass der Tote schwer zu identifizieren ist, da selbst das Schneideretikett aus dem Anzug getrennt wurde. Gleich darauf lässt ihn das Brüllen eines Löwen erschauern. Der Tierpfleger Hogan erscheint und erklärt, dass sich ein Geist im Laderaum herumtreibe, der die Tiere erschreckt. Zusammen gehen sie zurück, wissen aber nicht, dass es Cardigan war, dessen Schatten Hogan gesehen hatte.
Im Laderaum befinden sich mehrere Käfige mit Tieren, die zum Zoo nach San Francisco gebracht werden. Der Tierpfleger lässt Oscar den zahmen Löwen frei herumlaufen. Jimmy sieht noch Cardigans Schatten, aber dieser entkommt unerkannt.
Als Jimmy die zum Teil aus dem Schlaf gerissene Crew befragen will, erweist sich diese als recht unkooperativ. Im nächsten Moment wird er als Betrüger entlarvt, denn Detektiv Arnold, einer von 6 Passagieren auf dem Frachter, kennt Charlie Chan von Fotos.
Charlie kommt rechtzeitig um Jimmy vor einem unfreiwilligen Bad im Ozean zu bewahren und erklärt seinen Sohn mit den Worten: “Sprössling von Bambus, der sich für Stamm ausgibt“
Tommy erscheint, erzählt von dem verdächtigen Verhalten Dr. Cardigans und – wird nach Hause geschickt. Jimmy darf bleiben und händigt den Ring aus, den Judy Hayes als Erkennungszeichen erhalten hatte. Charlie entziffert die Gravur: “E.H. für R.H.”.
Offizier Randolph war einer der Ersten am Tatort und nimmt Judy Hayes in Schutz. Carol Wayne möchte nicht viel erzählen, außer, dass sie seit kurzem verwitwet ist. Arnold von der San Francisco-Polizei ist dabei, den aus dem Gefängnis entflohenen Johnny McCoy zurückzubringen.
Kurz bevor das Schiff andockt, stellt Judy Hayes fest, dass das Geld, das sie zuletzt in der Kabine verwahrt hatte, gestohlen worden ist.
Niemandem wird erlaubt von Bord zu gehen. Carol Wayne bittet Randolph um Hilfe, doch dieser weigert sich, woraufhin sie versucht,e ihn zu erpressen, da er Judy Hayes vor dem Mord einen Revolver übergeben hatte.

Da waren es drei: Ein fast perfektes Alibi auf DVD

Ein fast perfektes Alibi DVD Cover Händler können einen doch immer wieder erstaunen. Gestern hieß es noch, ich müsste wohl bis zu 14 Tage länger warten, nun kam die DVD doch schon heute.
„Charlie Chans Geheimnis“, im Frühjahr noch für diesen Zeitpunkt angekündigt, ist auf Amazon nicht mehr gelistet. Schade, aber zuletzt hatte man das schon erwartet.

Zur DVD: Wer nur die Uralt-Version von „Ein fast perfektes Alibi“ („Dark Alibi“) kennt, muss wirklich staunen, ob es derselbe Film ist. Derart digitalisiert kann man nun auch den Szenen im Dunkeln problemlos folgen. Der Ton ist prima, neben der deutschen auch die englische Original-Fassung mit draufgebrannt.

Fehlende Dialoge
Kurz vor Schluss des Films, beim letzten Besuch im Theater-Magazin, fehlen dem deutschen Dialog einige Sekunden. Als Birmingham in die Rüstung guckt, eilt der (deutsche) Dialog zunächst dem Bild davon, wenn Sekunden später Schüsse fallen, ist wieder alles synchron, doch Tommy erklärt nun auf englisch, er habe eine Idee. Woraufhin Tommy und Birmingham aufspringen, und zum LKW eilen, womit die deutsche Synchronspur wieder einsetzt.
Es ist leider nicht ungewöhnlich, dass über die Jahre schon in den USA an Chan-Filmen herumgeschnippelt wurde. Das Material ist vermutlich 1977 so gekauft worden; die Sequenz fehlt bei allen mir bekannten deutschen Fassungen dieses Films. Jetzt also endlich vollständig …

Dark Alibi DVDDie Untertitel sind wie gewohnt sehr ausführlich. Über die Handvoll Schnitzer („Tony“ => „Tommy“) verliere ich diesmal kein großes Wort. Das Thema amüsiert zwar manchen, aber wir sind alle nicht perfekt und qualitativ ist das ganze eben doch gut gelungen.

Hoffentlich ist mit der dritten Scheibe (1: „Gefährliches Geld„, 2: „Die Falle„) nun nicht schon wieder Schluß mit der Serie bei CHANDLER. Die Originalscheiben kamen schon vor 3 Jahren auf den Markt und in den USA ist soeben „Schatten über Chinatown“ frisch digitalisiert erschienen *zaunpfahlwink* …

Aktuelles

Ein fast perfektes Alibi dttitleDie DVD „Ein fast perfektes Alibi„, die heute rauskommen sollte, hat Lieferverzögerungen, sagt mein Händler.
Na, hauptsache sie kommt überhaupt.
Auf das neueste Warner Chan-Set (6.8.) warte ich auch schon wochenlang. Was nützt das schnellste Internet, wenn Amazon den langsamsten Lieferweg wählt 😉

Im Filmmuseum München laufen seit 29. August wieder die Stummfilmtage.
Ab 6. September ist dann die Reihe „Film Noir“ mit Klassikern wie DIE SPUR DES FALKEN, TOTE SCHLAFEN FEST, DU LEBST NOCH 105 MINUTEN oder GILDA dran.
Filme von Machern wie Edgar G. Ulmer, Raymond Chandler, Billy Wilder, Robert Siodmak, Fritz Lang …
Und Darsteller vom Kaliber Mitchum, Widmark, Stanwyck, Bogart, Bacall …
Gute Aussichten 🙂

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Mr. Moto

think fast mr motoAls Anfang der 1930er Jahre Charlie Chan immer beliebter wurde, kamen einige Verleger und Autoren ins Grübeln.
Die „Saturday Evening Post“, bei der Earl Derr Biggers seine Chan-Krimis veröffentlichte, suchte neue Geschichten. 1934 schickte man John P. Marquand auf Asienreise und erhielt die gewünschten Ergebnisse.

Im Roman „No Hero“ trat 1935 erstmals Mr. Moto auf, doch der Autor dachte gar nicht daran in Serie zu gehen.
Die Leser wollten mehr und da er genug offene Rechnungen zu bezahlen hatte, legte er bis 1938 drei weitere Stories nach. 1941 folgte ein fünfter und erst 1956 noch ein letzter Moto-Band.

mr moto still20th-Century/Fox dachte 1935 ähnlich wie die „Post“ und sicherte sich schnell die Filmrechte, fand aber zunächst keinen Darsteller. Dann kam Peter Lorre nach Hollywood und war zunächst froh regelmäßige Arbeit zu bekommen. 2 Filme kamen 1937 in die Kinos und je 3 in den beiden Folgejahren. Dann hatte der Hauptdarsteller genug, wollte nicht auf diese Rolle festgelegt werden und hoffte auf andere Engagements.

mr motos gambleDa Chan- und Moto-Filme bei derselben Gesellschaft produziert wurden gibt es einige Überschneidungen bei den Produktionsbeteildigten. Insbesondere bei „Mr. Moto und der Wettbetrug“ (Mr. Motos Gamble), das ursprünglich als „Charlie Chan am Boxring“ in Produktion gegangen war.
Chan-Darsteller Warner Oland erlitt jedoch einen Nervenzusammenbruch: Seine Frau hatte aufgrund seines Alkoholismus die Scheidung eingereicht. Oland verließ das Filmgelände und kehrte nicht zurück. Um einen Teil der Investition zu retten wurde das Drehbuch zu einem Moto-Skript umgearbeitet. Man merkt es, denn die Struktur eines Moto-Streifens ist gewöhnlich eine ganz andere als bei Chan.
Nebeneffekt: Lee Chan, Charlies Ältester, ist in dem Film mit von der Partie, da schon viele seiner Szenen gedreht waren.

1965 gab es übrigens eine Kino-Wiederauferstehung, „The Return of Mr. Moto“, die völlig daneben gegangen ist.
Wer gern genau hinschaut: In „Mr. Moto und die Flotte“ wird auf einem Varieté-Plakat „Charlie Chan in Honolulu“ angekündigt 😉

Das Goldene Auge – Die Kritiken

The golden Eye - Lobbycard2 Ein Charlie Chan Western ist „Das Goldene Auge“ nicht geworden.
Der Plot um eine Goldmine in Texas stammte möglicherweise von einem der vielen Western, die Monogram produzierte – immer wieder auch auf der im Film gezeigten Ranch.
Wirklich gut ist die Schmuggelidee nicht umgesetzt und dass Charlie den schwerverletzten Manning und seine Tochter lange unbeteiligt in der „Obhut“ der Bande belässt ist schon sehr irritierend.

The golden Eye - OriginalTitle

Wer bei späten Chans die Highlights nicht mit der Lupe sucht, wird wie gewöhnlich enttäuscht sein:

Für »Variety« (22.9.1948) kommt der Film dem Standard der Serie nicht nahe und kann mit Roland Winters als Charlie Chan nicht viel anfangen.
Die »Motion Picture Guide« (S. 2095) findet das ganze nur zum vergessen.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989; S. 241 u. 245) sieht den letzte gelungenen Chan-Film, auch wenn er nicht mit den drei ersten Winters Chan-Auftritten mithalten kann.
Unterhaltsames, ungewöhnliches, nicht ohne Charme bemerkt Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999; S. 162 u. 164) und lobt den starken und lebendigen Sinn für Humor, wobei Winters als besonders unterhaltsam wegkommt.
Auch für David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011;  S. 117) ist dies einer der interessanteren Roland Winters Chan-Auftritte. Der Plot wäre besser als viele der späten Serienfolgen.

Allerlei zu “Das Goldene Auge”

Originaltitel: »THE GOLDEN EYE« (dt. wörtlich übersetzt)
Laufzeit: 69 Minuten

Produktionszeitraum: Mitte bis Ende April 1948
Copyright: 22.8.1948, Monogram Film Corporation
Premiere: 29.8.1948

Charlies beste Sprüche:
Leute die an Türen lauschen hören selten Gutes über sich selbst.
Kleine Dinge erzählen oft große Geschichte.
Kleine Untersuchung bringt manchmal großes Wissen.
Geringes Wissen manchmal sehr gefährliches Gut.

The golden Eye - Poster1Es spielen:

Roland Winters [Charlie Chan]
Wanda McKay [Evelyn Manning]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Victor Sen Young [Tommy Chan]
Bruce Kellogg [Talbot Bartlett]
Tim Ryan [Lt. Mike Ruark]
Evelyn Brent [Sister Teresa]
Ralph Dunn [Driscoll]
Lois Austin [Mrs. Margaret Driscoll]
Forrest Taylor [Manning]
Lee “Lasses” White [Pete]
Lee Tung Foo [Wong Fai]
Michael Gaddis [Verfolger]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Bruce Kellogg ist ein Veteran von „Charlie Chan: Schatten über Chinatown“ und drehte unter anderem in „Schnellboote vor Bataan“ (1945, J.Wayne).
Tim Ryan kennen wir schon von „Ein fast perfektes Alibi“, Lois Austin von „Die Falle“ und „Die Kiste aus Schanghai“.
Ralph Dunn sieht man immer wieder in (Polizei-)Uniform, etwa in „Charlie Chan: Mord über New York“ oder „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“. Ebenfalls in: „Mr. Moto und der Wettbetrug“, „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“, „Mr. Moto und sein Lockvogel“, „Früchte des Zorns“, „Dick und Doof in geheimer Mission“ oder „Das Doppelleben des Herrn Mitty“.
Auch Forrest Taylor war schon früh dabei, in „Charlie Chan beim Pferderennen“ aber auch in „Der junge Edison“ oder „Fuzzy außer Rand und Band“.
Noch einmal „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ steht bei Sam McDaniel auf der Liste. Er war unter anderem in „Orchid, der Gangsterbruder“ zu sehen.

Eine handvoll Oldies

Diesmal nur digital verfügbares:

  • Wir sehen „Blaues Hawaii“ am Montag früh 26.8. auf Kabel 1 Classics, u.a. spielt Roland Winters (Charlie Chan 1947-49) hier Elvis Vater.
  • Konkurrenzsender TNT Film bringt fast zur gleichen Zeit den Allzeitkult „Arsen und Spitzenhäubchen„, mit C.Grant und P.Lorre.
  • Dienstag, 27.8. früh geht es weiter mit der „Schachnovelle“ auf SkyNostalgie.
  • Mittwoch Nachmittag gilt das Verbot: „Leoparden küßt man nicht“ auf SkyNostalgie, mit George Irving als Mr. Peabody (spielte Professor Arnold in Charlie Chan in Ägypten und Major Kent in Charlie Chan beim Pferderennen).
  • Im Vorgriff sei noch gesagt, Charlie ist zurück, aber nur mit dem ollen und gar nicht klassischen „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin„, am Abend des 15.9. auf MGM.
  • btw, der nicht ganz so alte „The Artist“ wird momentan auf SkyEmotion versendet, ist aber immerhin s/w, stumm und es geht ganz nebenbei auch um einen s/w-Pionier.