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Charlie Chan macht weiter – Die Kritiken

Charlie Chan carries on TrailerCharlie Chans erster Auftritt im neuen Format. Der Held rückt ins Zentrum der Geschichte und von dort mag man ihn sich nicht mehr wegdenken. Wie 3 Filme zu Büchern mit ihm ohne ihn verfilmt werden konnten ist schwer vorstellbar.
Es ist schon vieles vorhanden, was die Serie ausmacht: Das unterschätzt werden durch den Mörder. Das Sprüche klopfen und Falle stellen. Ein kleiner Blick auf die Familie. Und natürlich die Kollegen rund um die Welt, die ihn kennen.
Abseits davon war Charlie offenbar noch nicht in den Schlagzeilen, so dass die Passagiere seinen Namen nicht kennen, wie etwa in „Charlie Chan in Ägypten„.
Leider ist von Warner Olands Debüt in der Rolle nur ein Trailer erhalten geblieben. Einst überzeugte der Streifen Produzenten und Zuschauer. Ohne diesen Film gäbe es die ganze Serie nicht.

Charlie Chan carries on Still1Da der Film zu lange nicht mehr öffentlich verfügbar ist, gibt es nur die Premieren-Kritiken von 1931:

Für »Variety« waren die Schauspieler gut gewählt. Warner Oland trug seine Rolle elegant, wenn auch ein bisschen lethargisch, was am Tempo des Films liegen könnte, dass dem Buch Ehre mache.
Die »New York Times« bedauerte vor allem, das der liebenswürdige Spürhund und Philosoph erst zur Halbzeit erscheint und hätte Charlie gerne noch eine Stunde länger zugehört.
»Paimanns Filmlisten« haben mehr Anspruch, bemängeln die übliche Schablone. Spannung und anständige Aufmachung wird dem Film zugestanden,
als Note bleibt „ein guter Mittelfilm“ – wie bei praktisch allen Chans.

Allerlei zu “Charlie Chan macht weiter”

Charlie Chan carries on PosterOriginaltitel: »Charlie Chan Carries On«
Laufzeit: 69 Minuten

Produktionszeitraum: 3. Januar bis Ende Januar 1931
Copyright: Fox Film Corporation, 11. Februar 1931
Premiere: 12. April 1931

Charlies beste Sprüche:

  • Aller Unfrieden beginn mit öffnen eines Mundes.
  • Dem, der das Huhn füttert gebührt das Ei.
  • Nur sehr mutige Maus baut Nest in Katzenohr.
  • Keine Zeit Brunnen zu graben wenn Haus erst brennt.

Es spielen:

Marguerite Churchill [Pamela Potter]
John Carrick [Mark Kennaway]
Warner Oland [Charlie Chan]
Warren Hymer [Max Minchin]
Marjorie White [Sadie Minchin]
C. Henry Gordon [John Ross]
William Holden [Patrick Tait, Anwalt]
George Brent [Captain Ronald Keane]
Peter Gawthorne [Inspektor Duff]
John T. Murray [Dr. Lofton]
John Swor [Elmer Benbow]
Goodee Montgomery [Mrs. Benbow]
Jason Robards Sr. [Walter Honeywood]
Lumsden Hare [Inspektor Hanley]
Zeffie Tilbury [Mrs. Luce]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande sehen?

Warren Hymer spielte in „20.000 Jahre in Sing Sing“, „Blaubarts achte Frau“ und „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“.
Marjorie White war gleich anschließend in „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ dabei.
Auch C. Henry Gordon kennt man von dort und anderen Chan-Filmen: „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“, „Stadt in Dunkelheit“ (keine Synchronfassung) und „Charlie Chan im Wachsfigurenkabinett“. Außerdem in „Unter zwei Flaggen“ oder „Im Tal des Schreckens“.
George Brent war neben dem Chan-Darsteller in „Der bunte Schleier“.
John T. Murray sehen wir in „Mr. Deeds geht in die Stadt“, Hitchcocks „Der Auslandskorrespondent“ oder aber „Dr. Kildare – Der Hochzeitstag“.
Lumsden Hare drehte „Unter zwei Flaggen“, „Der letzte Mohikaner“, „Das Gespenst von Canterville“ oder „Das Doppelleben des Herrn Mitty“.
Zeffie Tilbury war u.a. in „Dick und Doof werden Papa“ oder „Die Klotzköpfe“, in „Nach dem dünnen Mann“, „Bulldog Drummond – Die Rache der schwarzen Witwe“ und „Früchte des Zorns“.

 

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Sherlock Holmes

The adventures of Sherlock HolmesDer Detektiv aus der Baker Street wird auch noch heute immer wieder neu für Kino und TV interpretiert. Insofern muss man gar nicht viele Worte verlieren, weder zum Autor (Sir Arthur Conan Doyle) noch zum Umfeld (Watson). Die Serie, von der hier die Rede ist, entstand selbstverständlich zu jener Zeit, als auch Charlie im Kino ermittelte.

Die ersten beiden Filme mit dem Duo Basil Rathbone / Nigel Bruce drehte 20th Century Fox 1939, sie spielen im viktorianischen England. Universal kaufte die Show 1942 und drehte 12 Filme bis 1946 wobei der Detektiv in das England jener Zeit versetzt ist. Holmes darf Geige und Pfeife behalten, aber die Mütze bleibt am Haken.

Die Sherlock Holmes Collection 1Die Synchronisationshistorie der aktuellen Version(en) zieht sich über 40 Jahre hin – bei selbem Hauptsprecher. Die DDR-Synchro aus den 1960/70er-Jahren wurde Anfang der 1980er vom Bayrischen Rundfunk angekauft. Nach der Wiedervereinigung produzierte das ZDF in den 1990ern die Synchronspuren der noch ausstehenden Filme.

Mit Charlie Chan gibt es marginale Überschneidungen, z.B.:

  • Mary Gordon, „Mrs. Hudson“, spielte in „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ und „Schatten über Chinatown“.
  • Die Eingangshalle des Baskerville-Hauses dient auch im letzten CentFox-Chan „Das Schloss in der Wüste“ als Set.

Sherlock Holmes sieht dem Tod ins Gesicht

Reingucken macht Spaß!

Charlie Chan macht weiter (worum gehts?)

(CHARLIE CHAN CARRIES ON, USA, 1931, Fox Film Corporation)

Der Teilnehmer einer Gruppe Weltreisender wird erdrosselt in seinem Londoner Hotelzimmer gefunden. Doch die Reisenden sind nicht aufzuhalten und befinden sich schließlich auf Hawaii als Charlie Chan zusteigt und auf der letzten Reiseetappe den Mörder ermittelt …

Der chinesische Spürhund Titelbild

Scotland-Yard-Inspektor Duff wird in London zu einem Mord gerufen. Ein Teilnehmer einer 13-köpfigen Weltreisegruppe wurde erdrosselt. Duff vermutet aufgrund fehlender Kampfspuren der schwerhörige Mann wurde nicht in seinem Zimmer ermordet, findet aber keinen stichhaltigen Beweis dafür. Auch eine Befragung der übrigen Reisenden und ihres Reiseleiters Lofton bringt kein Ergebnis so dass der Inspektor die Gruppe weiterreisen lassen muss.
Als ein Angestellter des Hotels plötzlich mehr ausgibt als er sich leisten kann, entlockt Duff ihm, das es sich um Schweigegeld handelt. Mr. Honeywood gab es ihm, denn der Angestellte wußte als einziger, das er in jener Nacht das Zimmer mit dem Ermordeten getauscht hatte. Das der falsche ermordet wurde, erfahren wir wenig später als Mr. Honeywood in Nizza erschossen wird – kurz bevor Inspektor Duff dort eintrifft und den Mann befragen kann.
Er besucht als nächstes die in San Remo von ihrem Mann getrennt lebende Frau. Sie erklärt eine unglückliche Ehe mit einem gewissen Jim Everhard geführt zu haben, der sich als Diamantendieb entpuppte. Als sie in Südafrika mit Honeywood und einem Teil der Beute durchbrannte schwor Everhard ihnen Rache. Auf dem Weg zu einer Gegenüberstellung mit den männlichen Reiseteilnehmern wird die Zeugin im Lift erschossen.
Die Reise geht weiter in den Osten. Inspektor Duff verfolgt derweil eine andere Spur und reist nach Amerika, bleibt aber mit Pamela Potter, der Nichte des ersten Ermordeten, in Kontakt um sofort zu erfahren, wenn sich wieder etwas ungewöhnliches ereignen sollte.
In Hongkong betritt Pamela mit ihrem neuen Freund Mark einen Laden um Schmuck zu kaufen. Zwei Einheimische unterhalten sich, dabei fällt plötzlich der Name Jim Everhard, woraufhin einer der beiden auf die Reisegruppe deutet. Dort stehen Reiseleiter Lofton sowie Keane, Tait, Ross und der immerzu mit einer Schmalfilmkamera filmende Benbow. Leider verpasst Pamela den richtigen Moment herauszufinden wer gemeint war und ist nun, da Everhard annehmen muß, sie wüßte wer er ist, selbst in Gefahr. Als sie ein Telegramm für Duff aufgibt kann ihr Freund Mark sie gerade noch vor einem Attentat retten.
Die Weltreise geht weiter nach Honolulu und dort bespricht sich der alarmierte Duff mit seinem alten Freund Charlie Chan. Für einen Moment allein in dessen Büro wird der Scotland Yard-Mann durch ein Fenster niedergeschossen.
Wild entschlossen das Attentat auf seinen Freund zu rächen benachrichtigt Charlie seine Familie alles für eine Abreise fertig zu machen. Wenig später verabschiedet er sich kurz von Frau und ältestem Sohn und geht an Bord des Schiffes, das die Reisegruppe zu ihrem Ziel, San Francisco, bringen wird …

Vier neue Digitalisierte: „Chan Collection 2“

Warner Charlie Chan Collection 2Wer den kleinen aber feinen Karton im Sinn hat, der Warners erste „Charlie Chan Collection“ ausmachte, kann nur erstaunt sein. In der Vorankündigung schien es, als konnte sich die Marketingabteilung noch nicht für ein Box-Covermotiv entscheiden. Wenn man die Schachtel nun in Händen hält, mag man glauben, sie hätten vergessen das Bild mit dem stilisierten Charlie Chan durch echte Fotos zu ersetzen. Aber es ist ja der Inhalt, der zählt.

Vier Standard-Plastikhüllen mit je einer roten Scheibe, so dass man die Filme auch losgelöst von der Box getrennt verkaufen kann. Die Qualität der digitalisierten Versionen ist einwandfrei. An Extras findet sich leider nichts auf den Scheiben. Dialoge in englisch, Untertitel immerhin englisch, französisch und spanisch.

Shadows over Chinatown DVDDie Filme stammen alle vom Ende des Chan-Zeitalters. Mantan Moreland als Birmingham und Victor Sen Young als Jimmy sind immer dabei:

The golden Eye DVD

 

Die Box ist seit August in den USA erhältlich. Drei Filme für die Warner das Copyright hat stehen noch aus, darunter der einst auch synchronisierte „The red Dragon / Charlie Chan in Mexiko“ mit Sidney Toler als Chan. Bleibt zu hoffen, dass der Abschluss der Warner-Collection-Boxen nicht noch einmal 3 Jahre auf sich warten lässt.

Charlie Chan in Honolulu – Die Kritiken

Charlie Chan in Honolulu OriginaltitleSidney Toler übernimmt die Hauptrolle „Charlie Chan“ von dem kurz vor Drehbeginn verstorbenen Warner Oland. Sen Yung als „Jimmy Chan“ ersetzt außerdem Keye Lukes „Lee Chan“, der zu Beginn verbal auf die Kunstakademie verabschiedet wird und macht seine Sache ordentlich.
Luke stieg aus, weil er nicht glaubte, jemand könnte Warner Oland ersetzen. Zudem gab es Streit um die Gage und er sah ein, dass er ewig nur den Sidekick hätte spielen dürfen.
In „Honolulu“ allerdings wäre sein Part deutlich größer ausgefallen. So bestritt der schauspielerisch noch unerfahrene Sen Yung den Anfang des Films, bei dem Charlies Sohn die Ermittlungen beginnt, bis sein Vater eintrifft.
Möglicherweise war das Drehbuch einerseits Ausdruck des Vertrauens in Keye Luke und auf der anderen Seite mit Rücksicht auf Olands angeschlagene Gesundheit so entstanden.
Das Ergebnis kam beim Publikum auch mit den neuen Schauspielern an und so konnte das Duo die Serie mit ihren Abenteuern bereichern.

Charlie Chan in Honolulu dtTitelAuch die Kritik stellt die Einführung der beiden Neuen über den Inhalt:

Für »Variety« (21.12,1938) bestand kein Zweifel, dass die Fans Toler schnell akzeptieren würden.
»Motion Picture Guide« (S. 401) merkt Regie und Buch als glanzlos an.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989; S. 112 u. 117) findet den Film durchgängig unterhaltend, obwohl der Fall nicht so sehr interessiert, denn der Plot träte zur Seite für die Einführung des neuen Charlie Chan.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999; S. 70) bekrittelt zuviel Comedy und den holprigen Einstieg mit Jimmys als Hauptfigur.

 

Allerlei zu “Charlie Chan in Honolulu”

Charlie Chan in Honolulu StillOriginaltitel: »Charlie Chan in Honolulu« (dt. wörtlich übersetzt)
Laufzeit: 68 Minuten

Produktionszeitraum: 31. Oktober bis Ende November 1938
Copyright: 20th Century/Fox, 13.1.1939
Premiere: 13.1.1939

Charlies beste Sprüche:

  • Wenn Geld klimpert, wenige Menschen sind taub.
  • Meinung ist wie Teeblatt in heißem Wasser – beide müssen sich langsam setzen.
  • Selbst Brüderschaft mit Schlange keine Garantie gegen ihren Biss.
  • Vorsicht ist beste Lebensversicherung.

Charlie Chan in Honolulu DVDEs spielen:
Sidney Toler [Charlie Chan]
Phyllis Brooks [Judy Hayes]
Sen Yung [Jimmy Chan]
Eddie Collins [Al Hogan]
John „Dusty“ King [George Randolph]
Claire Dodd [Elsie Hillman / Carol Wayne]
George Zucco [Dr. Cardigan]
Robert Barrat [Captain Johnson]
Marc Lawrence [Johnny McCoy]
Richard Lane [Mike Hannigan / Detective Arnold]
Layne Tom, Jr. [Tommy Chan]
Philip Ahn [Wing Foo]
Paul Harvey [Inspektor Rawlins]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Phyllis Brooks spielte u.a. auch im folgenden „Charlie Chan in Reno“ mit.
Dasselbe tat Eddie Collins, den man auch in Western wie „Rache für Jesse James“ oder „Trommeln am Mohawk“ sehen kann.
John ‚Dusty‘ King ist in „Mr. Moto und sein Lockvogel“ oder „Das gibt es nur in Texas“ dabei.
Claire Dodd kann man in „Spätere Heirat ausgeschlossen“ spielen sehen.
George Zucco ist vielleicht der bekannteste aus dieser Riege. Er ist in „Scotland Yard erlässt Haftbefehl“ oder „Der Glöckner von Notre Dame“ dabei, ebenso bei „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ und einer seiner Fortsetzungen, nämlich „Verhängnisvolle Reise“.
Robert Barrat spielt z.B. in „Unter Piratenflagge“, „Der letzte Mohikaner“ oder „Schnellboote vor Bataan“.
Marc Lawrence legte eine lange Schauspielkarriere hin. In einer Kleinstrolle wirkte er bei „Charlie Chan in der Oper“ mit, später bei „Charlie Chan am Broadway“ und „Charlie Chan im Wachsfigurenkabinett“ folgte noch. Lustig wird es z.B. bei „Vorsicht Gespenster!“ oder „Abbott und Costello auf Glatteis“. Aber auch die folgenden Jahrzehnte war er immer wieder in Kinofilmen, etwa „James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt“, „Bud, der Ganovenschreck“ oder „From Dusk Till Dawn“. Noch ein Beispiel aus einer TV-Serie: „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (Ep. 57: Yuta, die letzte Ihres Clans)“
Richard Lane spielte in „Leoparden küßt man nicht“, „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“ oder „Orchid, der Gangsterbruder“. Auch „Dick und Doof in geheimer Mission“, „Stierkämpfer wider Willen“ oder – deutlich später – „Zotti, das Urviech“.
Philip Ahn war in „Die gute Erde“ zu sehen und hat z.B. „Mr. Moto und der China-Schatz“ oder „Mr. Moto und der Schmugglerring“ auf der Liste. Es folgten in „Schnellboote vor Bataan“, „Die Glasmenagerie“ oder „Weißer Herrscher über Tonga“ war er dabei.
Auch er schaute immer wieder im TV vorbei: „Solo für O.N.K.E.L.“, „Ihr Auftritt, Al Mundy“, „Kobra, übernehmen Sie“, „Die Straßen von San Francisco“, „Kung Fu“ oder „M*A*S*H“.
Paul Harvey spielte im leider verschollenen „Charlie Chan’s Courage“, aber auch in „Mr. Moto und die geheimnisvolle Insel“, „Der Engel mit der Trompete“, „Der Vater der Braut“ oder „Die zehn Gebote“.