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Schwarz/weiss schwelgen

Wieder auf ARTE: Sonntag, kurz nach 6 Uhr, für Zeppelin-Fans ein absolutes Muss, für Krimi- 
Freunde nicht ganz so. Wunderbar ruhige schwarz/Weisse Reisebilder in „1929. Im Zeppelin um die Welt„.

ARTE legt am Montag abend nach mit „Rebecca„, Hitchcocks erstem Hollywoodfilm. Besser als vieles, was der Meister später dort drehte.

Ein Klassiker Mittwoch vormittag auf Sky Nostalgie: „Die letzte Patrouille“ mit Boris Karloff.

 

Charlie Chan beim Geheimdienst – Die Kritiken

Charlie Chan in the Secret Service TitleDer Film ist ein tiefer Einschnitt in die Chan-Kinogeschichte. Die Budgets von Monogram lagen weit unter denen von Fox, was sich nicht nur in billigen Sets und noch formelhafteren Drehbüchern bemerkbar machte. Hier waren Regisseure gefragt, die dafür berühmt waren ohne großes Hin und Her die erste Aufnahme durchzuwinken.

Wo die eine Zuschauerschicht wegfiel, weil sie ihre knappen Kino-Dollars nicht in „Billigheimer“ investierte, sorgte ein Komiker für garantierte Aufmerksamkeit nicht nur bei jüngeren sondern auch bei Afroamerikanischen Kinogängern: Mantan Moreland (1902-1973), beim Publikum längst bekannt und beliebt, wurde zum Co-Star der Serie und spielte, zunächst als Taxifahrer, später als Charlies Chauffeur, die Rolle des Birmingham Brown.

Manten Moreland Poster

Im besten Falle spielte Moreland den Kumpel der Chan-Söhne, der trotz seiner Furcht nicht zuschauen mochte, wie sie sich in Schwierigkeiten begaben. Er war einer, der wunderbar Kalauern konnte, am besten mit seinen alten Bühnenpartner Ben Carter (z.B. in “Ein fast perfektes Alibi”), Leute zum Lachen brachte, kiekste und manch klugen Spruch machte und regelmäßig das Schlußwort exerzierte.

Im schlechten Fall jedoch bekam Moreland nicht nur kein Material, a la „Hier hast du einen Curio Shop. Mach was Lustiges!“, schlimmer noch, immer wieder wurde der Stereotyp vom furchtsamen Schwarzen wiederholt. Wo Hollywood seinen afroamerikanischen Mitbürgern keine Hauptrolle erlaubte, beschäftigte es sie auch nur in limitierten Klischeerollen.

Wenn Tommy oder Jimmy auch den ganzen Film über nichts zustande bringen, dürfen sie am Ende doch noch eine kleine Heldentat vollbringen. Für Birmingham (oder seinen Cousin Chattanooga) gibt es keinen derartigen Ausgleich, sie sind höchstens dabei gewesen. Moreland durfte immer nur den augenrollenden, über jede Kleinigkeit entsetzten Hasenfuß spielen.

Charlie Chan in the Secret Service Still2Die einseitige Darstellung auch in anderen Streifen jener Zeit flog der Filmindustrie bald um die Ohren. Darunter litten dann aber auch die Darsteller, die ihre Kunst nur in jenem engen Rahmen hatten zelebrieren dürfen. Sie erhielten kaum weitere Engagements und ihre Filme wurden lange Zeit als minderwertig angesehen.

Das Mancher diese Chans deswegen ablehnt ist verständlich. Sie sind jedoch ein historisches Zeugnis, ein manchmal verblüffend unverstellter Blick auf das Hollywood und die Gesellschaft der 1930/40er Jahre. Beim zuschauen können wir heute viel mehr sehen und müssen all das und noch mehr einordnen.

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Kritiken zu Monogram-Chans sind selten positiv, daher:

»Variety« (12.1.1944) merkte als erster, dass das Drehbuch nicht zu den besten der Serie gehört, bemängelt lahme Regie und geschwätziges Material.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989; S. 172ff) meint, der schlaffe und uninteressant konstruierte Plot mache Film und Zuschauer zu Gefangenem in diesem Haus.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999; S.106) sieht künstlich-wirkende Sets und hört käsige Recylcling-Musik, Monogram hätte die Serie mit einem echten Reinfall neu gestartet.
Für »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005, S. 96) sind vor allem die geringeren Produktionsmittel allzu offensichtlich.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011, S. 78) hat Mitleid mit den Zuschauern, die sich schon bei früheren Chans über die langsame Story beschwerten.

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Sherlock Holmes

The adventures of Sherlock HolmesDer Detektiv aus der Baker Street wird auch noch heute immer wieder neu für Kino und TV interpretiert. Insofern muss man gar nicht viele Worte verlieren, weder zum Autor (Sir Arthur Conan Doyle) noch zum Umfeld (Watson). Die Serie, von der hier die Rede ist, entstand selbstverständlich zu jener Zeit, als auch Charlie im Kino ermittelte.

Die ersten beiden Filme mit dem Duo Basil Rathbone / Nigel Bruce drehte 20th Century Fox 1939, sie spielen im viktorianischen England. Universal kaufte die Show 1942 und drehte 12 Filme bis 1946 wobei der Detektiv in das England jener Zeit versetzt ist. Holmes darf Geige und Pfeife behalten, aber die Mütze bleibt am Haken.

Die Sherlock Holmes Collection 1Die Synchronisationshistorie der aktuellen Version(en) zieht sich über 40 Jahre hin – bei selbem Hauptsprecher. Die DDR-Synchro aus den 1960/70er-Jahren wurde Anfang der 1980er vom Bayrischen Rundfunk angekauft. Nach der Wiedervereinigung produzierte das ZDF in den 1990ern die Synchronspuren der noch ausstehenden Filme.

Mit Charlie Chan gibt es marginale Überschneidungen, z.B.:

  • Mary Gordon, „Mrs. Hudson“, spielte in „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ und „Schatten über Chinatown“.
  • Die Eingangshalle des Baskerville-Hauses dient auch im letzten CentFox-Chan „Das Schloss in der Wüste“ als Set.

Sherlock Holmes sieht dem Tod ins Gesicht

Reingucken macht Spaß!

Aktuelles

Ein fast perfektes Alibi dttitleDie DVD „Ein fast perfektes Alibi„, die heute rauskommen sollte, hat Lieferverzögerungen, sagt mein Händler.
Na, hauptsache sie kommt überhaupt.
Auf das neueste Warner Chan-Set (6.8.) warte ich auch schon wochenlang. Was nützt das schnellste Internet, wenn Amazon den langsamsten Lieferweg wählt 😉

Im Filmmuseum München laufen seit 29. August wieder die Stummfilmtage.
Ab 6. September ist dann die Reihe „Film Noir“ mit Klassikern wie DIE SPUR DES FALKEN, TOTE SCHLAFEN FEST, DU LEBST NOCH 105 MINUTEN oder GILDA dran.
Filme von Machern wie Edgar G. Ulmer, Raymond Chandler, Billy Wilder, Robert Siodmak, Fritz Lang …
Und Darsteller vom Kaliber Mitchum, Widmark, Stanwyck, Bogart, Bacall …
Gute Aussichten 🙂

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Mr. Moto

think fast mr motoAls Anfang der 1930er Jahre Charlie Chan immer beliebter wurde, kamen einige Verleger und Autoren ins Grübeln.
Die „Saturday Evening Post“, bei der Earl Derr Biggers seine Chan-Krimis veröffentlichte, suchte neue Geschichten. 1934 schickte man John P. Marquand auf Asienreise und erhielt die gewünschten Ergebnisse.

Im Roman „No Hero“ trat 1935 erstmals Mr. Moto auf, doch der Autor dachte gar nicht daran in Serie zu gehen.
Die Leser wollten mehr und da er genug offene Rechnungen zu bezahlen hatte, legte er bis 1938 drei weitere Stories nach. 1941 folgte ein fünfter und erst 1956 noch ein letzter Moto-Band.

mr moto still20th-Century/Fox dachte 1935 ähnlich wie die „Post“ und sicherte sich schnell die Filmrechte, fand aber zunächst keinen Darsteller. Dann kam Peter Lorre nach Hollywood und war zunächst froh regelmäßige Arbeit zu bekommen. 2 Filme kamen 1937 in die Kinos und je 3 in den beiden Folgejahren. Dann hatte der Hauptdarsteller genug, wollte nicht auf diese Rolle festgelegt werden und hoffte auf andere Engagements.

mr motos gambleDa Chan- und Moto-Filme bei derselben Gesellschaft produziert wurden gibt es einige Überschneidungen bei den Produktionsbeteildigten. Insbesondere bei „Mr. Moto und der Wettbetrug“ (Mr. Motos Gamble), das ursprünglich als „Charlie Chan am Boxring“ in Produktion gegangen war.
Chan-Darsteller Warner Oland erlitt jedoch einen Nervenzusammenbruch: Seine Frau hatte aufgrund seines Alkoholismus die Scheidung eingereicht. Oland verließ das Filmgelände und kehrte nicht zurück. Um einen Teil der Investition zu retten wurde das Drehbuch zu einem Moto-Skript umgearbeitet. Man merkt es, denn die Struktur eines Moto-Streifens ist gewöhnlich eine ganz andere als bei Chan.
Nebeneffekt: Lee Chan, Charlies Ältester, ist in dem Film mit von der Partie, da schon viele seiner Szenen gedreht waren.

1965 gab es übrigens eine Kino-Wiederauferstehung, „The Return of Mr. Moto“, die völlig daneben gegangen ist.
Wer gern genau hinschaut: In „Mr. Moto und die Flotte“ wird auf einem Varieté-Plakat „Charlie Chan in Honolulu“ angekündigt 😉

Eine handvoll Oldies

Diesmal nur digital verfügbares:

  • Wir sehen „Blaues Hawaii“ am Montag früh 26.8. auf Kabel 1 Classics, u.a. spielt Roland Winters (Charlie Chan 1947-49) hier Elvis Vater.
  • Konkurrenzsender TNT Film bringt fast zur gleichen Zeit den Allzeitkult „Arsen und Spitzenhäubchen„, mit C.Grant und P.Lorre.
  • Dienstag, 27.8. früh geht es weiter mit der „Schachnovelle“ auf SkyNostalgie.
  • Mittwoch Nachmittag gilt das Verbot: „Leoparden küßt man nicht“ auf SkyNostalgie, mit George Irving als Mr. Peabody (spielte Professor Arnold in Charlie Chan in Ägypten und Major Kent in Charlie Chan beim Pferderennen).
  • Im Vorgriff sei noch gesagt, Charlie ist zurück, aber nur mit dem ollen und gar nicht klassischen „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin„, am Abend des 15.9. auf MGM.
  • btw, der nicht ganz so alte „The Artist“ wird momentan auf SkyEmotion versendet, ist aber immerhin s/w, stumm und es geht ganz nebenbei auch um einen s/w-Pionier.

Charlies Auftritt bei Inspektor Clouseau

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 1Es gibt in mehreren Filmen, Serien oder Büchern Erwähnungen/Hommagen an Charlie Chan.

Hier ist eine davon.

Inspektor Clouseau soll einen fiesen Gangster fassen, der sich verbarrikadiert hat.
Ein Ratgeber befindet sich vor Ort und der schusselige Inspektor lässt sich von dem merkwürdigen Roboter mit dem schwarzen Hut Tipps geben.
Natürlich geht der Schuss nach hinten los und egal was Clouseau versucht, er ist jedesmal der Gelackmeierte.

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 3Insepktor Clouseau und Charlie Chan 2Was er nicht weiss: In dem Roboter sitzt der Gangster und lacht sich ins Fäustchen.
Schließlich erscheint der echte Ratgeber, ein
freundlicher chinesischer Herr mit schwarzem Hut – wer kann das bloß sein? 😉

Insepktor Clouseau und Charlie Chan 4Da Clouseau nach der letzten Pleite die Nase voll hat, hält er den neuen Ratgeber jedoch für einen Verbündeten des Gangsters und jagt ihn in den Sonnenuntergang.

(Bilder: DePatie-Freleng / United Artists)