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Schwarz/weiß im Februar

RaumpatrouilleWenn schon kein Weiß auf Straßen, Gärten und Feldern, dann wenigstens s/w in der Glotze.
ARTE startet am 2.2. das Abendprogramm mit „Zwölf Uhr mittags„.
Die ARD beschert am 5.2. in aller Frühe eine Schnittfassung von Raumpatrouille Orion„; der „Rücksturz ins Kino“ macht hungrig auf die Serie.
MGM steuert nur eine Stunde später „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ bei, WH am 13.2.
Auf TNTfilm geht es am 9.2. zum Frühstück mit „Casablanca“ weiter und am nächsten Tag wartet zu ähnlicher Zeit „Chaplin„.
Einen echten Leckerbissen bringt ARTE dann am Mittwoch, 12.2. im Spätprogrammm. Um 23:00 erwartet uns die restaurierte Fassung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“.
Wer mit dem Somnambulen wach bleiben will, kann sich wenig später auf „Die Spur des Falken“ setzen (TNTfilm) und den Vormittag auf MGM mit „Eins, zwei, drei“ beginnen. So kanns weiter gehen.

Warum liefen in Deutschland nur 26 Charlie-Chan-Filme?

Charlie Chan carries on Poster  Zur klassischen Charlie Chan Serie der 1930er und 40er Jahre gehören 44 Filme. Synchronisiert wurden in den Siebziger Jahren jedoch nur 26.
Wie kommt das?

Alles verloren

Die Gründe sind sehr unterschiedlich und gerade der allererste wirkt in Zeiten des Internets, das nichts vergisst, so merkwürdig, als wären die Filme in der Antike entstanden: Fünf Filme galten zum Zeitpunkt der Synchronisierung als verloren, das heißt, es gibt keine bekannten Kopien – von Originalen gar nicht zu sprechen.

Charlie Chan in Paris Fox-DvdDas zur Drehzeit verwendete Filmmaterial war nicht so haltbar wie zehn oder zwanzig Jahre später. Die Filmstudios hielten an verschiedenen Orten noch Kopien bereit, doch dort gingen sie verloren, wenn schon nicht aus Nachlässigkeit dann wegen zweier Großfeuer in den dreißiger und fünfziger Jahren, in denen das entzündliche Material im Nu ein Raub der Flammen wurde. Diese Filme waren unter den ersten Fünf, abzüglich „The black Camel“ aber inklusive dem Ende 1934 gedrehten „Charlie Chan in Paris“. Eine Kopie von letzterem wurde leider erst einige Jahre nach der erfolgten Synchronisation für das deutsche Fernsehen doch noch gefunden und restauriert.
Macht -5 Filme mit fehlender Synchonisation.

Andere Zeiten

Der nächste Film mit fehlender Sync ist „Stadt in Dunkelheit“ von 1939, der den damaligen Fernsehverantwortlichen von der Thematik her vermutlich nicht in die Unterhaltungsschiene passte: -1

Viele Studios und ein Neuer

Shanghai Chest Poster2Als die Rechte für die Serie eingekauft wurden, verhandelte man mit 20th-Century/Fox wegen der ersten Hälfte der Filme. Für die übrigen 17 Filme, die bei Monogram entstanden waren, tat man sich offenbar nicht ganz so einfach. Die Rechte am Monogram-Archiv waren seinerzeit zwischen MGM und Warner Bros aufgeteilt worden: Vor Mitte 1945 entstandene Filme kamen zu MGM, spätere zu Warner. Die Gründe für den gescheiterten Rechtekauf sind nicht ganz klar, möglicherweise gefiel den Verantwortlichen bei diesen Streifen die oft merkliche Kriegsthematik nicht, jedenfalls wurden die 6 MGM-Filme nicht angetastet: -6

Den Wechsel der Hauptdarsteller, nach dem Tod von W. Oland zu S. Toler, hielt man dem Zuschauer für vermittelbar, angesichts der Qualität der Fox-Filme sicherlich zurecht. So fiel es nicht schwer, die ersten 5 Filme, die Warner Bros im Angebot hatte einzukaufen, spielte doch auch hier Toler in der Hauptrolle. Die übrigen Streifen, mit Roland Winters, blieben jedoch aussen vor: -6

Somit ergibt sich eine einfache Rechnung: 44 Filme – 5 – 1 – 6 – 6 = 26 synchronisierte Filme

Was Altes und was Neues …

Der Jahresanfang wird heiß für schwarz/weiß Fans!
Da sind „Die zwölf Geschworenen“ (3.1. morgens auf MGM), das immergrüne „Eins, zwei, drei“ (5.1. frühmorgens auf MGM), Hitchcocks „Verdacht“ (zur selben Zeit auf SkyNostalgie) und sogar ein Klassiker wie „Rashomon“ (6. Januar, 22:05 auf Arte) nur der Anfang.

Arte zeigt nicht nur noch mehr Chaplin in den nächsten Tagen (jeweils Mittags), sondern steigt Schlag Mitternacht vom 11. auf den 12. Januar mit Fantômas ein. Diesmal nicht mit den Witzparaden von Louis de Funes, sondern den Anfängen von 1913/14 – fortgesetzt wird in der darauffolgenden Nacht:

  • SO 12.1. 00:00 Fantômas – Im Schatten der Guillotine
  • SO 12.1. 01:05 Fantômas – Juve gegen Fantômas
  • SO 12.1. 02:05 Fantômas – Der mörderische Leichnam
  • MO 13.1. 00:35 Fantômas – Fantômas gegen Fantômas
  • MO 13.1. 01:40 Fantômas – Der falsche Ermittler

Und daneben gibt es auch Charlie Chan:
MGM, 11.1. um17:00: „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin
sowie einen (harschen) Bezug zu seinen Chauffeuren, gespielt von Mantan Moreland und Willie Best, in der (vielleicht nicht gar so gelungenen) Satire „It’s Showtime“ von 2000 (TNT, 8.1. um 02:05 und 17.1. um 03:50)

Schwarz/Weiße Kurz- und Langfilme

Die tolle Woche hat schon begonnen. Frühe Charlie Chaplin Streifen diese Woche und am 30.12. jeden Nachmittag auf ARTE, außerdem Sonntag 29.12. „Moderne Zeiten“ um 20:15, anschließend „The Kid“.
TNT bringt am ersten Weihnachtsfeiertag zum Frühstück „Casablanca“, SkyNostalgie am zweiten „Verdacht“.
Der BR bringt Freitag, 27.12. um 00:30 „Das Haus der Lady Alquist“, 3Sat am selben Vormittag, 11:30, „Der Student von Prag“.
Silvester, zur besten Sendezeit auf „Das Vierte“ gibt es „Jubel, Trubel, Sensationen“ zum perfekten Jahresausklang.

Nicht nur schwarz/weiße Klassiker …

Es geht rund, heute Abend bei MGM mit „Eins, zwei, drei“ – must have für Leute die was bissiges zum Lachen brauchen.
Danach ist erst einmal Flaute. Erst am 13.12. bringt TNT „Casablanca“ zum Frühstück.
Andertags feiert EinsFestival den nachmittag mit „Dick und Doof: Hände hoch – oder nicht“.
Am Sonntag folgt auf MGM im Abendprogramm wieder einmal „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“.
Auf Rtl2 sind am 21.12. vormittags die „Gremlins – Kleine Monster“ los – mit Keye Luke in kleiner Rolle. Am selben Tag nachmittags wieder einmal mit EinsFestival „Dick und Doof: Wir sind vom schottischen Infanterie-Regiment“ – schön und gut, aber es sind dauernd dieselben 5 Filme mit den beiden Komikern, da gäbe es sehr viel mehr … wer sendet die?

Schwarz/weiß gehts weiter

Arsen und Spitzenhäubchen - DVDDie nächste Runde Klassiker läutet 3Sat am 9.11. um 16:30 mit dem gemütlichen „Das schwarze Schaf“ ein: Rühmann, Lowitz, Rasp.
Sonntag 10.11. abend zeigt MGM „Die zwölf Geschworenen“ und Montag früh schießt die ARD um 01:50 noch „Das Haus der Lady Alquist“ nach.
Weiter geht es Samstag 16.11. beim WDR mit „Sombrero“ (13:30) – Regie führte Norman Foster, der zahllose Chans und Motos machte.
1Festival bringt zeitgleich „Der Mann mit dem goldenen Arm“ (Wh andertags vormittag).
3Sat wiederholt in der Nacht zum Sonntag „Das schwarze Schaf“, parallel liefert TNT aber ein Highlight mit „Arsen und Spitzenhäubchen“ – Peter Lorre, Cary Grant und ein irres Skript.
MGM nudelt auch am 19.11. wieder „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ durch. TNT schließlich nimmt uns am 25.11. in aller Frühe nach „Casablanca“ mit.

Charlie am TV und Schwarz/Weiß-Merkzettel

Curse of the Dragon Queen - Buch„Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ bleibt uns auf MGM noch eine Weile erhalten, DO 31.10. und DI 19.11.

 

Am Freitag 1.11. gibt es mittags auf BR „Das Gespenst von Canterville“, Samstag abend auf MGM „Der Gefangene von Alcatraz“ und K1Classics bringt Sonntag morgens „Der Spion, der aus der Kälte kam“.