Charlie Chan knihy v ceštine

A cerny velbloud

Charlie Chan Bücher auf tschechisch

Krimi geht immer.
Das gilt für uns wie für unsere Nachbarn.

Da lohnt ein kleiner Blick über den Zaun: Was ist erschienen und unter welchem Titel (Falls ein Titel deutlich vom Original abweicht, wird die Übersetzung angegeben).

Charlie Chan ist auch zwischen Buchdeckeln immer wieder gut aufgelegt.

Auf tschechisch erschienen die sechs Bücher von Earl Derr Biggers unter folgenden Titeln (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Vrazda v honolulu   Cinsky papousek   Charlie Chan zasahuje

  • I Das Haus ohne Schlüssel (1925)
    Dum bez klíce 1928,
    Smrt v Honolulu („Tod in Honolulu“),
    Vrazda v honolulu („Mord in Honolulu“) 1986 – 2014 bei Smaragd, Indeart
  • II Der chinesische Papagei (1926)
    Cínský papoušek 1937 – 1987 bei Rodokaps, Vyšehrad

Kdo je Eva Durandová?    A cerny velbloud    Strazce klicu

  • III Hinter dem Vorhang (1928)
    Kdo je Eva Durandová? („Wer ist Eva Durandová?“) 1934 bei J.Albert
  • IV Das schwarze Kamel (1929)
    Cerný velbloud 1934 – 1993 bei J.Albert, Ahoje, Melantrich

A cerny velbloud A cerny velbloud

  • V Charlie Chan macht weiter (1930)
    Charlie Chan zasahuje („Charlie Chan greift ein“) 1937 bei Rodokaps
    Prípadu se ujímá Charlie Chan („Ein Fall für Charlie Chan“) 1990 bei Vyšehrad
  • VI Der Hüter der Schlüssel (1932)
    Strážce klícu 1935 bei Nové cíle,
    A vrazda u jezera („Ein Mord am See“) 1998 bei Tamtam

Cinsky papousek    Pripadu se ujima

Vrazda v honoluluA vrazda u jezeraAlle Bücher wurden in den 1930er Jahren z.T. mehrmals übersetzt.
Spätestens seit den 1980ern erschienen Ausgaben bei sehr unterschiedlichen Herausgebern.

Wahrscheinlich gab es mindestens in den 1930er und 80ern Gesamtausgaben. Ein kompletter Satz war bislang nicht aufzutreiben, so dass die Covers sehr unterschiedlich gestaltet sind. Lediglich Rodokaps in den 30ern legte Wert darauf, Fotos von Hauptdarsteller Warner Oland zu verwenden. Ansonsten findet sich nur selten ein Hinweis auf Charlie Chan im Titel.

Die Abbildungen stammen größtenteils aus dem WWW. Man kann nicht alle(s) haben …

Livres de Charlie Chan en français

Le perroquet chinois

Charlie Chan Bücher auf französisch

Krimi geht immer. Das gilt für uns wie für unsere Nachbarn.
Da lohnt ein kleiner Blick (Falls ein Titel deutlich vom Original abweicht, wird die Übersetzung angegeben).

Charlie Chan ist auch zwischen Buchdeckeln immer wieder gut aufgelegt.
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Auf französisch erschienen die sechs Bücher von Earl Derr Biggers unter folgenden Titeln (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Charlie Chan a honolulu    Un policier chinois    Le gardien des clefs

  • I Das Haus ohne Schlüssel (1925)
    La Maison sans clef 1966 – 1993 bei Opta, Marabout, L’Instant, Bouquins
    Charlie Chan revient („Charlie Chan kehrt zurück“) 1939, bei Éditions des Loisirs 
  • II Der chinesische Papagei (1926)
    Le Perroquet chinois 1932 – 2013 bei Perrin, Opta, Marabout, W.Beckers, Hémisphères, L’Instant, Loisirs, Bouquins, Ombres

La maison sans clef    Le perroquet chinois    Derriere ce rideau

  • III Hinter dem Vorhang (1928)
    Derrière ce rideau 1930 – 1993 bei Perrin, Opta, Marabout, L’Instant, Bouquins
  • IV Das schwarze Kamel (1929)
    Le Chameau noir 1966 – 1993 bei Opta, Marabout, L’Instant, Bouquins
    Charlie Chan à Honolulu („Charlie Chan in Honolulu“) 1938 bei L’Empreinte

Le chameau noir    Charlie Chan a la rescousse    Le gardien des clefs

  • Charlie Chan a la rescousseV Charlie Chan macht weiter (1930)
    Un policier chinois („Ein chinesischer Polizist“) 1932 bei L’Empreinte
    Charlie Chan à la rescousse („Charlie Chan als Retter“) 1930 – 1993 bei Yard, Opta,  Marabout, L’Instant, Bouquins
  • VI Der Hüter der Schlüssel (1932)
    Le Gardien des clefs 1939 – 1993 bei L’Empreinte, Opta, Marabout, L’Instant, Bouquins

Im Französischen gab es über die Jahrzehnte unzählige Auflagen und Sammelbände.
Die frühen Ausgaben zieren sehr klassische Fotos. Interessanterweise ist die älteste Ausgabe von V mit „Un policier chinois“ wie der deutsche Kinotitel benannt: „Der chinesische Polizist“ obwohl der Film in Frankreich unter „Lequel?“ lief.

Charlie Chan revientLe perroquet chinois Montreal 1947In jeder Übersetzung – egal welche Sprache – blieben die Titel für II Papagei und IV Kamel unverändert, so auch im Französischen. Die moderne Auflage von Papagei bei Marabout  mit sehr aufeinander abgestimmten Covers zeigt zwar die Perlenkette, um die es in der Geschichte geht, verzichtet aber auf das Tier, das international in aller Regel schon abgebildet wird.

Warner Oland wurde erst spät, für eine Neuauflage, auf das Cover gehoben, z.B. I „Charlie Chan revient“ von 1939.

Derriere ce rideau
Die Ausgabe von III „Derrière ce rideau“ von Perrin mit dem stimmungsvollen weiß/rotem Cover gehört sicher zu den originellsten überhaupt.

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Die Abbildungen stammen größtenteils aus dem WWW. Man kann nicht alle(s) haben …

Update Bücherseite

Hinter jenem Vorhang AmselEs wurde Zeit, die Bücherseite zu aktualisieren. Mehr Covers, mehr Links, mehr Info.

Während Band I, II und III der Charlie Chan Krimis über die Jahre bei jeweils mindestens fünf Verlagen erschienen sind, machten sich IV, V und VI doch recht rar. Charlie Chan und die verschwundenen Damen HeyneMöglicherweise behinderte die Rechte-Situation um den Leipziger „Ernst Oldenburg Verlag“ in der Nachkriegszeit eine Neuausgabe bzw. Neuübersetzung ?

Wenn Charlie überhaupt mal auf dem Cover gezeigt wird, so hat er praktisch keine Ähnlichkeit mit seinen Leinwand-Zwillingen. Erst Heyne sorgte mit Filmfotos in den 1980ern, zeitgleich zur TV-Ausstrahlung erschienen, für Abhilfe (Bild rechts: „Hinter jenem Vorhang“ mit anderem Titel).

Hier einige Buch-Rezensionen aus den letzten Jahren im Web:

I. Das Haus ohne Schlüssel: Robots & Dragons, Krimi Couch, Lovelybooks

II. Der chinesische Papagei: Robots & Dragons, Mordlust, Krimi Couch, Buchrezicenter, Lovelybooks

III. Hinter jenem Vorhang: Robots & Dragons, Krimi Couch, Buchrezicenter

IV. Das schwarze Kamel: Robots & Dragons, Krimi Couch

V. Charlie Chan macht weiter: Robots & Dragons, Krimi Couch

VI. Der Hüter der Schlüssel: Robots & Dragons, Mordlust

Stand-In vor 85 Jahren

Zwischen den Jahren 1935-1942 erschien in den Niederlanden die sozialdemokratische Zeitschrift »Wij; ons werk-ons leven«. In Ausgabe Nummer 16 vom 22. Mai 1936, findet sich ein großer Schnappschuss von hinter den Kulissen eines Chan-Films, der bislang in keinem Buch zu finden war.
Wie so oft lauerten Fotografen auf gute Gelegenheiten und die kam hier in einer Drehpause von »Charlie Chan im Zirkus«. Der Film entstand im Januar 1936 im Winterquartier eines echten Zirkusses, nahe Los Angeles.

Links im Bild sitzt Warner Oland mit Zigarette und rechts Alexander Chivra, der ihm Feuer mit einem Zündholz gibt. Warner Oland griff recht häufig zum Lungentorpedo, das erkennt man schon daran, dass er sich selbst als »Kamin« bezeichnete, der im Haushalt so manches Möbel mit Zigaretten-Glut ruinierte. Als Schauspieler machte er sogar Werbung für eine Zigarettenmarke, die »nicht im Hals kratzen« würde.

Alexander Chivra (gelegentlich wird auch »Alex Chirva« genannt) wurde 1894 in Russland geboren. In wenigen Filmen, beginnend mit »Flying Down to Rio« (1933), ist er auch als Nebendarsteller zu sehen, die Hälfte davon gibts auch synchronisiert, u.a. »Ein Butler in Amerika«, »Diamanten-Jim«, »Was geschah gestern?«, »Skandal in der Oper« (alle 1935), »Tödliche Strahlen« (1936), »Einsatz im Nordatlantik« (1943).
Er starb im Mai des Jahres 1945 in Los Angeles.

Über mehrere Jahre arbeitete Alexander Chivra als Stand-In für Warner Oland am Set. Wenn Kameraleute den optimalen Aufnahmewinkel und mit den Beleuchtern das rechte Licht für eine Szene suchten, konnte das schon einige Zeit dauern.
Dafür brauchte man natürlich auch die Schauspieler und so konnte den Hauptdarstellern in der Hitze dann schon mal das Make-Up verlaufen. Damit das nicht passierte, engagierten die Studios für ihre Stars Stand-Ins (auch Lichtdouble genannt), die ihnen von Statur und Haartracht her ähnlich sahen. Kann also gut sein, dass mancher von denen länger in den Kulissen und vor der (nicht laufenden) Kamera stand, nur kennt man fast keinen.

Netzfunde – Oland Chans

Was man so alles findet beim stöbern im Internet …

Die Veröffentlichung der DVDs mit Warner Oland in der Hauptrolle liegen schon einige Jahre zurück. Hier Filmbesprechungen und etliche gute Bilder zu:

Charlie Chan in Shanghai (Mein Film, Heft 526, 1936, Österreich)

Charlie Chan in Shanghai mit reißerischem Titel (Mein Film, Heft 526, 1936, Österreich)

Hier zur Charlie Chan Collection 2 mit Shanghai, Geheimnis, Zirkus und Pferderennen.

Charlie Chan in Shanghai (Wiener Bilder, 26. Januar 1936, Österreich)

Bild zu Charlie Chan in Shanghai (Wiener Bilder, 26. Januar 1936, Österreich)

Und selbiges zur Charlie Chan Collection 3 mit Oper, Olympische Spiele, Broadway und Monte Carlo.

Charlie Chan in Shanghai (La Sentinelle, 15. Mai 1936, Schweiz)

Kinowerbung für Charlie Chan in Shanghai – Besser denn je! (La Sentinelle, 15. Mai 1936, Schweiz)

Zu „Charlie Chan in Ägypten“ vergleicht ein kurzer Text aus Ungarn Charlie mit Größen wie Holmes, Poirot und Maigret.
Wir erfahren, dass alle sechs Bücher übersetzt wurden und einige Filme im dortigen Fernsehen gelaufen sind.
„… kleine graue Zellen von Hercule Poirot, die sorgfältige Analyse und die Schlussfolgerungen von Sherlock Holmes. Während Charlie Chans Geist scharf wie ein Rasiermesser schneidet, war Action nie seine Stärke […] Einer der bekanntesten Figuren in den B-Filmen.“

Der chinesische Spürhund in Europa

Kinowerbung: Thalia Theater -Rotterdam

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In vielen europäischen Staaten startete CHARLIE CHAN CARRIES ON noch im Premierenjahr 1931. Unter dem Titel »Der chinesische Detektiv Charlie Chan« lief der Film offiziellen Quellen nach zum Jahreswechsel in Österreich an. Dennoch wird er erst in »Paimanns Filmlisten« vom 6. Mai 1932 vermerkt. Demzufolge gab es eine »nur sinngemäße Übersetzung (Tableauzwischentexte […]) des englischen Dialogs«.

Nieuw weekblad voor de cinematografie

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Die Niederländer dagegen sahen »De chineesche Speurhond« ab Herbst, siehe Werbung vom 6. November 1931. Das »Nieuw weekblad voor de cinematografie« berichtete schon am 11. September über den Film mit großen Fotos der Hauptdarsteller Warner Oland und Marguerite Churchill.

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Dolomiten Zeitung

Noch ein Fundstück zur Romanveröffentlichung »Charlie Chan macht weiter« im E.Oldenburg-Verlag aus der Südtiroler »Dolomiten Zeitung« vom 9. Mai dJ.: »Ein glänzender Kriminalroman voll Überraschungen und packend bis zur letzten Seite.« (15 Lire)

Offenkundig waren diese Filme in Europa von Anfang an beliebt und gerade die Romane im deutschsprachigen Raum. Da ist es schon verwunderlich, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass es zumindest vor 1933 eine Aufführung direkt in Deutschland gegeben hätte.

An einer Stelle sagt Charlie: »Aller Unfrieden beginnt mit Öffnen eines Mundes.«
Die Geschichte lehrt, dass die Leute daraufhin besser nicht Schweigen sollten. Dann weiß jeder, woran man ist und hält womöglich sogar eine Diskussionskultur aufrecht, die uns 90 Jahre nach Erstaufführung des Films mitunter abhandengekommen scheint.

Ethno-Stereotypen II – Disney Zeichentrick

Eine Menge von Trickfilmen, die man nie in Rassismus-Verdacht hatte, wurden auf dem Disney-Streamingportal markiert. Als Grund werden »negative Darstellungen und/oder eine nicht-korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen« angegeben. Darunter fallen »Dumbo«, »Peter Pan«, »Susi und Strolch«, »Dschungelbuch«, »Aristocats« u.a.

Ungläubig liest man da, dass diese Zeichentrick-Klassiker so harmlos gar nicht sind: Beim Affentanz im »Dschungelbuch« und mit singenden Krähen in »Dumbo« werden Afroamerikaner rassistisch beleidigt. Die Siam-Katzen in »Susi und Strolch« und eines der Tiere in »Aristocats« sind rassistische Karikaturen auf Asiaten.

Einiges davon ist nicht für jeden Zuschauer sofort zu sehen. Sei es, weil man den Hintergrund aus der damaligen Zeit nicht (er)kennt, oder weil man sich nie groß Gedanken über Filme seiner Kindheit macht.

Disney hat vor einiger Zeit Fox aufgekauft. Sollten die für 20/Fox entstandenen Charlie Chan-Filme jemals im Streaming-Portal auftauchen, würden sie sicherlich eine Markierung erhalten. Doch eines ist ganz klar: Dieser Vorgang ist für sich keine Zensur! Sehen darf man die Streifen dennoch ungeschnitten.

Dieser Tage sprach ein SZ-Artikel im Zusammenhang mit »Big Trouble in Little China« vom »Rückfall in die Ethno-Stereotypen eines Charlie Chan oder Fu Manchu«. In Fu Manchu, dem bösen asiatischen Klischee-Bösewicht, erkennt man leicht den »Ethno-Stereotyp«. Aber in Charlie Chan? Da muss man zuerst schlucken, wenn der Begriff »Ethno-Stereotyp« im selben Satz auf beide angewendet wird.

Das mit den Chan-Filmen am Ende nicht alles in bester Ordnung ist, leuchtet jedem ein. Ganz augenfällig ist das bei der Darstellung der Afroamerikaner, v.a. Chauffeur Birmingham Brown. Der kann oft genug nur vor Angst zittern, wo die Weißen handeln. Selten genug darf er Gangster fangen oder Feuer löschen.

Oder das: Die kritischen Kommentare von Vater Charlie gegen seinen Sohn, in den späten Monogram-Streifen, sind für sich schon ein schlechter Einfall. Wer mag, kann hinter die Charaktere schauen und sieht einen »weißen« Chan-Darsteller und einen chinesischstämmigen Schauspieler für den Sohn. So kann man es auch anders lesen: Der kluge »Weiße« sagt »dem Asiaten«, wo es langgeht. Autsch!

Es ist wichtig, kritisch über Filme nachzudenken, über Bücher, Musik und alles andere. Immer reflektieren! Denn auch das, was ein Präsident seinem Volk vier Jahre lang eintrichtert, muss nicht wahr sein.
Keiner hat gesagt, es wäre leicht. Lebe und lerne.