Viele amerikanische Filmkomiker sind bei uns nie groß bekannt geworden. Das liegt natürlich daran, dass ihre Filme kaum oder gar nicht synchronisiert wurden. Mantan Moreland war einst sogar als kommendes Mitglied der „Stooges“ gehandelt worden. Das hätten „Die drei Verrückten“ nicht jedem angeboten.
Mantan Moreland wurde am 3. September 1902 in Monroe, Louisiana, geboren. Schon als Jugendlicher büxte er aus, um auf dem Rummel zu arbeiten, doch fingen ihn die Jugendbehörden stets schnell ein. In den 1920ern traf er auf Ben Carter, mit dem er lange Jahre ihre berühmte Nummer „Unendliches Quatschen“ zur Perfektion brachte. Der Eine begann einen Satz, und bevor die Hauptsache gesagt wurde, antwortet der Andere schon darauf und so weiter.
Ende der 1930er spielte Moreland kleinere Filmrollen, etwa als Kellner oder Schaffner (siehe etwa den sekundenlangen Auftritt in „Palm Beach Story“ oder Dick & Doof „A haunting we will go“), ehe er in Comedy-Abenteuerfilmen eingesetzt wurde.
Zusammen mit Frankie Darro („Charlie Chan beim Pferderennen“) bildete er anschließend ein Duo, dass mehrere Filme zusammen machte. Auch in 15 Monogram-Chans war er Co-Star. Mit dem erstarken der Bürgerrechtsbewegung galten seine typischen Rollen jedoch als nicht länger vermittelbar. Mehr dazu hier.
Unbestreitbar wurde gerne das Klischee vom „furchtsamen Schwarzen“ herausgeholt, doch spielte Moreland mehr als das. Er wurde von Charlie als „Assistent“ angesprochen und respektiert. Den jeweiligen Chan-Sprößlingen stand er stets tapfer zur Seite, ohne einen von denen im Stich zu lassen!
Für die Kinder war er stets Identifikationsfigur, denn man konnte sich wunderbar mit ihm fürchten. Die übermütige Art der Chan-Kinder fand man zwar toll, aber ihr Übereifer schreckte auch ab.
Nach Chan machte Moreland viel Radio. Ende der 50er kehrte er nach 30 Jahren an den Broadway zurück. Nach einigen Schlaganfällen in den 1960ern konnte er dennoch wieder Rollen in Film und Fernsehen spielen, u.a. auch in Jerry Lewis „Die Heulboje“. Auf die Kritik an seinen Rollen hatte der Ende September 1973 verstorbene Moreland die einzig passende Antwort: „Ich war ein Komiker. Wenn ich mich nicht vor Geistern gefürchtet hätte, wäre ich nicht komisch gewesen.“



Man sparte sich anderseits einen langen Exkurs über Kannibalismus und gab Detektiv Nick Charles mehr zu tun, etwa das Labor zu durchsuchen.
Eine Rolle spielt stets auch Hund Asta, was allerdings – wie der Spaß an der Show – über die Jahre abnahm. Die Filme:
eben einem Kind in den mittleren beiden Filmen, trifft man gerne auch die Verwandtschaft, z.B. Nick Charles Eltern. Natürlich gab es den dünnen Mann auch im Radio und als Comic. Wie Charlie Chan drehte das Fernsehen in den 1950ern eine laue Serie.
Im Mai folgte mit „Der Tempel der goldenen Horde“ eine Mafiageschichte. Alles andere als typisch Chan und auch genauso umgesetzt. Im August 1974 kam bereits die letzte Nummer. „Die Bauern des Todes“ verweisen auf ein Schachduell in einem Pariser Hotel. Tödlich ist allerdings nur 1 Bauer und Charlie hat keine Mühe. Der Autor „Robert Hart Davis“ enttarnt sich in den 2000er Jahren bei Neuausgaben der Stories als das Autorenteam Bill Pronzini & Jeffrey M. Wallmann.