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Die Falle (worum gehts?)

Aus gegebenem Anlass: Freitag soll die DVD erscheinen!

Poster The Trap DIE FALLE
(The Trap, USA, 1947, Monogram)

Ein Mörder dezimiert eine Showtruppe, die in einem Strandhaus in Malibu Urlaub macht. Charlie Chan versucht in den kommenden Wirrnissen den roten Faden zu finden, der ihn auf die Spur des Täters und einer von mehreren Seiten gesuchten Metallkassette bringt …

Eine Showgruppe bezieht die Rutherford Villa, ein Strandhaus in Malibu, um einen Monat abzuschalten. Schnell zeigt sich Marcia, der Star der Damentruppe, von ihrer hässlichen Seite. Sie nutzt andere aus oder erpresst sie gar, etwa die junge Lois, die noch gar nicht volljährig ist. Die soll, während alle anderen sich am Strand vergnügen, Briefe aus einer bei Kollegin Adelaide deponierten Metallkassette entwenden. In dem feuerfesten Behältnis bewahren mehrere Mitglieder der Truppe kleine Wertsachen auf.
Wenig später tummeln sich die meisten am Strand. Beim Diebstahl wird Lois überrascht und kann kaum glauben, was da auf sie zukommt. Die für diese Truppe viel zu nette San Toy findet Lois wenig später ermordet auf dem Boden liegend. Der Presseagent will die Sache vertuschen, doch Maestro Cole, der Chef der Truppe, lehnt ab. Lois wurde mit einer Seidenschnur ermordet, was die eine oder andere hysterische Verdachtsäußerung gegen die junge Chinesin San Toy zur Folge hat.
Die ruft daraufhin ihre letzte Bekanntschaft, der Welt besten Detektiv, an: Jimmy Chan.
Der ist aber nicht zu Hause und so geht ein verschlafener Birmingham Brown ans Telefon. Der versteht das zugegebenermaßen hysterische Gegacker der Damen am anderen Ende der Leitung gründlich falsch und vermutet das Jimmy ermordet wurde.
Schnell macht sich Charlie auf dem Weg und findet vor Ort einen Polizisten vor, der die Lage
bestens im Griff hat. Allerdings ist die Hilfe Charlies sehr wohl willkommen und der übernimmt. Spätestens als Jimmy auf der Szene erscheint, die Leitung.
Auf Wache vor dem Haus folgen Jimmy und Birmingham alsbald einer Gestalt in den Keller, die aber flüchten kann. Offenbar sollte dort unten etwas verbrannt werden.
Wenig später wird San Toy überfallen und beinahe betäubt, kann aber entkommen. Obwohl klar ist, dass der Mörder unten ihnen ist, müssen alle im Haus bleiben.
Birmingham kommt gerade recht, als Charlie mit einer Schlinge über dem unbeweglich am Boden liegenden Jimmy steht. “Mr. Chan”, sagt er. “Ich habe gewusst, dass das Mal passieren musste!” Doch handelt es sich bei der Szene nur um eine Nachstellung des Mordes. Jimmy deduziert nun angeleitet von Charlie Schritt für Schritt den Ablauf und kommt dahinter, dass Lois von einem vermeintlichen Freund ermordet wurde …

 

Schwarz/Weiß im TV / Chan-Veteranen

Mörderisch wird es am 9.6. ab 23 Uhr auf rbb mit „Adel verpflichtet“, mit versnobtem
britischem Humor.
Am Dienstag darauf ARTE einschalten. Die restaurierte Farbfassung von „Die Reise zum Mond“,
einem phantastischen Stummfilm von 1902 um 23:45 mit anschließender Doku. Georges Méliès und seine Filme waren letztes Jahr Thema im Kinofilm „Hugo Cabret“.

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Gleich noch 2 Wiedersehen mit Chan-Veteranen:
Gerade erst angesprochen: „Der Auslandskorrespondent“ mit E.E. Clive (Charlie Chan in London) in kleiner Rolle kommt Montag, 10.6., um 4 Uhr auf Sky-Nostalgie.
Schwarzbarts erstes Opfer in „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“ und Madame Saturnia in „Das Schloss in der Wüste“: Ethel Griffies, in beiden Rollen unvergesslich, schaut in Hitchcocks „Die Vögel“ mal eben vorbei – auf ARTE, Mittwoch, 1:00 Uhr – gleich nach der Reise zum Mond …

Allerlei zu “Charlie Chan in London”

Charlie Chan in London - Fox DVDOriginaltitel: »CHARLIE CHAN IN LONDON« (dt. wörtlich übersetzt)
Laufzeit: 75 Minuten

Produktionszeitraum: 9. Juli bis Anfang August 1934
Copyright: Fox Film, 14.9.1934

Premiere: 12.09.1934; in Deutschland: 25.1.1978 (Bayerischer Rundfunk) unter obigem Titel

Charlies beste Sprüche:

  • Vorderfront sagt sehr selten Wahrheit. Wollen Sie Mieter von Haus kennen lernen, betrachten Sie erst Hinterhof.
  • Kleinigkeiten erzählen ganze Geschichte.
  • Fall wie Inneres von Radio: Viele Drähte und doch ein Gerät.
  • Wenn Sie wollen wilder Vogel soll singen, dann nicht sperren in Käfig.

Charlie Chan in London - Vorspann

Es spielen:

Warner Oland [Charlie Chan]
Drue Leyton [Pamela Gray]
Raymond Milland [Neil Howard]
Mona Barrie [Lady Mary Bristol]
Alan Mowbray [Geoffrey Richmond]
Murray Kinnell [Phillips]
Douglas Walton [Paul Gray]
Walter Johnson [Jerry Garton]
E.E. Clive [Detective Thacker]
Madge Bellamy [Mrs. Fothergill]
David Torrence [Sir Lionel Bashford]
John Rogers [Lake]
Paul England [Bunny Fothergill]
Elsa Buchanan [Alice Perkins]
Perry Ivans [Kemp]
Claude King [Royal Air Force Commandant]
Reginald Sheffield [Commander King]
Helena Grant [Miss Judson]
Montague Shaw [Doctor]

 

 

Charlie Chan in London - Orbit DVD

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Drue Leyton stand nur in den 1930ern vor der Kamera, daher am einfachsten auf „Charlie Chan im Zirkus“ warten um sie wiederzusehen.
Ray Milland ist einer der bekanntesten Stars, die in der Serie mitspielten. Man kann ihn in vielen Serien als Gaststar sehen (Columbo, 3 Engel für Charlie) und immer gern in Hitchcocks „Bei Anruf Mord“.
Alan Mowbray spielte u.a. kleinere Rollen in „Der Mann der zuviel wusste“ oder „In 80 Tagen um die Welt“.
Über Murray Kinnell wurde schon bei „Der Tod ist ein schwarzes Kamel“ gesprochen. Zu sehen ist er u.a. in „Charlie Chan in Paris“, „Der Prinz und der Bettelknabe“ (1937, mit E.Flynn) oder „Mr. Moto und der Schmugglerring“.
Douglas Walton bemerkt man in der 1935 Version der „Meuterei auf der Bounty“.
E.E. Clive war schon in „Der Unsichtbare“ dabei und als „Burgomaster“ in „Frankensteins Braut“. Später spielte er in „Mr. Moto und die Flotte“, „Der Hund von Baskerville“ und „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“. Er starb kurz nach einem kleinen Auftritt in Hitchcocks „Der Auslandskorrespondent“ (1940).

 

Charlie Chan in London (worum gehts?)

(Charlie Chan in London, USA, 1934, Fox Film)

Charlie Chan in LondonDem Mann in der Todeszelle bleiben nur mehr wenige Stunden zu leben.
Charlie Chan lässt sich überzeugen, dass der als „Stallmörder“ Verurteilte unschuldig ist und stellt Ermittlungen an. Ihm bleibt keine Zeit zum aufdecken der Lügen, er muss die Wahrheit finden. In einer Jagdgesellschaft ist auch der wahre Mörder auf Pirsch …

Pamela Gray versucht verzweifelt eine Begnadigung für ihren zum Tode verurteilten Bruder zu erwirken. Geoffrey Richmond, bei dem der Bruder angestellt war, verschafft ihr sogar einen Termin beim Innenminister. Doch dieser lehnt ab, den Gang der Dinge aufzuhalten. Nachdem Pamela im Vorzimmer einen kleinen Schwächeanfall erleidet, zweifelt man selbst im Vorzimmer an der Schuld des Verurteilten.
In diesem Moment betritt Charlie Chan, dessen Schiff am Abend ausläuft, das Büro um sich vom Minister zu verabschieden. Der schwelgt in höchsten Tönen von dem Inspektor und so ruft der Privatsekretär des Ministers bei Pamela an.
Wenig später steht sie mit ihrem Verlobten, Anwalt und Verteidiger ihres Bruders, in Charlies Hotelzimmer. Es bleiben nur noch 65 Stunden bis zur Hinrichtung. Der „Stallmord“ vor 3 Monaten hatte Schlagzeilen gemacht und so ist der Inspektor schnell im Bilde. Leider zweifelt der Anwalt nicht mehr an der Schuld von Pamelas Bruder. Die wirft ihm den Verlobungsring vor die Füße und flieht zu Geoffrey Richmonds Anwesen in Retfordshire.
Charlie Chan in LondonDort wird gerade eine Party veranstaltet und manch einer fiebert bereits der Fuchsjagd am kommenden Tag entgegen. Pamela ist willkommen und zieht sich auf ein Zimmer zurück. Der Butler, der nebenbei auch die Unterlagen seines Herrn filzt, handelt streng nach Vorschrift als er Charlie, der bald darauf erscheint und nach Pamela frägt, an der Tür abweist. So schnell lässt sich der Inspektor nicht entmutigen und steigt durch ein Fenster ein. Sehr zum Schrecken des Zimmermädchens. Pamela jedoch ist hocherfreut und schöpft neuen Mut. Charlie hat ihren Bruder im Gefängnis besucht und ist entschlossen, neue Fakten zu suchen.
Die in der Mordnacht Anwesenden finden sich zu einer Besprechung mit Charlie zusammen. Der möchte, dass der „Stallmord“ vor Ort nachgespielt wird. Nicht alle Beteiligten finden die Mitternachts-Wanderung sehr komisch.
Lake, der Stallmeister, muss Hellcat, eines der wild um sich tretenden Pferde beruhigen. Der Lärm treibt einen vergeblich gesuchten Gast vom Haus hinzu. Da Hellcat in der Mordnacht nicht scheute, hat Charlie einen ersten Hinweis und nimmt Lake ins Verhör. Der aber streitet ab, zur Tatzeit im Stall gewesen zu sein. Charlie beschließt ihm Zeit zu geben und kehrt am Morgen zurück.
In Lakes Zimmer findet er aber nur Richmond und Detective-Sergeant Thacker, der erklärt, dass Lake Selbstmord begangen hat. Das Geld in Lakes Brieftasche macht Charlie misstrauisch. So, wie der Tote die Waffe hält, konnte er sich kaum in die Stirn geschossen haben. Für die Öffentlichkeit bleibt es allerdings bei Selbstmord, um den Täter in Sicherheit zu wiegen. Charlie ist sicher, dass Lake eine Gefahr für den „Stallmörder“ geworden war, und dieser nun erneut gemordet hat …

Charlie Chan: Der Tod ist ein Schwarzes Kamel – Die Kritiken

DVD The Black CamelNachdem Warner Olands erster Auftritt als Charlie Chan seit Jahrzehnten verschollen ist, startet die Serie für unsere Generation stets mit diesem Film. Vieles ist schon wie gewohnt: Die Familie hat ihren Auftritt, die Sprüche sitzen, die Ermittlungen laufen wie gewohnt und enden mit einer Versammlung aller (überlebenden) Verdächtigen. Einzig Charlies Assistent Kashimo irritiert ein wenig, da seine überzogenen Verrücktheiten nur dazu dienen seinen Boss aus der Reserve zu locken. Nach dieser Erfahrung ist es kein Wunder, dass Charlie später gegenüber seinen mit-ermittelnden Söhnen wesentlich ruhiger bleibt.

Der Kriminalfall selbst ist nicht außergewöhnlich aufregend, und bei dem so offensichtlichen Plotloch der sich ähnlich sehenden Brüder muß man schon beide Augen zudrücken. Die Außenaufnahmen von Hawaii bringen Stimmung. Licht und Schatten sind ein wichtiges Gestaltungsmittel, insbesondere bei der Kristallkugel-Szene früh im Film oder später, wenn Charlie zu den Verdächtigen tritt.

Das Schwarze Kamel

Allgemein wird hohe Qualität attestiert:
Die »Motion Picture Guide« platziert den Film im oberen Drittel der besten Chans und empfindet die Szene am Frühstückstisch als Highlight.
Auch »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) sieht den Film in der Top-Liga, lobt die Szenen aus Charlies Privatleben und die Besetzung überhaupt.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) verweist auf Olands und Lugosis gutes Teamplay und positioniert den Film ebenso nahe der Spitze.

btw:
Der deutsche Titel ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, wie die Episode „Death Is a Black Camel“ aus der 2. Season der hierzulande unbekannten Serie „Crane“ (1964) beweist.

Noch mehr Chans digitalisiert

Warner Home Video bringt nach 3 Jahren eine weitere Box mit digital remastered Filmen.
„Shadows Over Chinatown“, (Schatten über Chinatown) mit Sidney Toler als Charlie Chan, ist dabei der einzige hierzulande bekannte Streifen.

Shadows over ChinatownIn den übrigen drei Filmen von 1948 spielt Roland Winters die Hauptrolle:

  • Docks Of New Orleans
  • Shanghai Chest
  • The Golden Eye

Diese Filme vom Ende der „Serie“ bestechen weniger durch originelle Handlung, aber der Chan-Mythos wirkt durchaus noch. Außerdem ist Komödiant Mantan Moreland als Chauffeur dabei und sorgt für Gags.

Herauskommen soll die Box am 6. August 2013. Für Chanfans ist 2013 ein absolutes Festjahr !

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Allerlei zu „Charlie Chan: Der Tod ist ein Schwarzes Kamel“

Originaltitel: »THE BLACK CAMEL« (dt. »Das schwarze Kamel«)
Laufzeit: 71 Minuten

Produktionszeitraum: April bis Mai 1931
Copyright: Fox Film Corporation, 27 Mai 1931
Premiere: Juni 1931; in Deutschland: 11.1.1978 (Bayerischer Rundfunk) unter obigem Titel

Charlies beste Sprüche:

Leider kann kleine Maus nicht so großen Schatten werfen wie Elefant.
Alle Füchse landen irgendwann bei Kürschner.
Bester Dudelsack kann nur dann klingen, wenn sein Bauch gefüllt ist.
Schwamm voller Löcher, trotzdem Schwamm hält Wasser.
buch-the-black-camel

Es spielen:
Warner Oland [Charlie Chan]
Sally Eilers [Julie O’Neill]
Bela Lugosi [Tarneverro]
Dorothy Revier [Shelah Fane]
Victor Varconi [Robert Fyfe]
Murray Kinnell [Archie Smith]
William Post, Jr. [Alan Jaynes]
Robert Young [Jimmy Bradshaw]
Violet Dunn [Anna]
J.M. Kerrigan [Thomas MacMaster]
Mary Gordon [Mrs. MacMaster]
Rita Rozelle [Luana]
Otto Yamaoka [Kashimo]

 

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Über Bela Lugosi muss man nicht viele Worte verlieren. Nach Auftritten vor ungarischen Kameras, ging es ab 1918 nach Deutschland, später USA. Mit dem Theaterstück „Dracula“ und dem gleichnamigen Film war er einer der bekanntesten Darsteller überhaupt. Bis zu seinem Tod drehte er unzählige weitere Horrorfilme. „Die Schwarze Katze“ (1934) sei im besonderen erwähnt.

Auch Victor Varconi stammt aus Ungarn und drehte bereits dort Filme, ehe er Anfang der 1920er in Deutschland vor der Kamera stand. Bald ging es nach Amerika. Im letzten Moto-Film „Mr. Moto und sein Lockvogel“ von 1939 hat er einen Auftritt. Kleine Rollen auch in „Der Herr der sieben Meere“ (1940 mit E.Flynn) oder in „Piraten im Karibischen Meer“ (1942 mit J.Wayne) und „Wem die Stunde schlägt“ (1943, G.Cooper, I.Bergman).

Murray Kinnell spielte 1934 in den Fortsetzungen „Charlie Chan’s Courage“ und „Charlie Chan in London“ sowie im Jahr darauf in „Charlie Chan in Paris“. Es folgten u.a. „Der Prinz und der Bettelknabe“ (1937, mit E.Flynn) bevor seine Filmkarriere im selben Jahr mit „Mr. Moto und der Schmugglerring“ ausklang.

William Post Jr. startete hier ins Filmbusiness, sehr oft trat er jedoch nicht auf, u.a. aber in Sherlock Holmes „Die Geheimwaffe“ (1942).

Robert Young spielte z.B. in „Das Gespenst von Canterville“ (1944)

Mary Gordon sieht man zwar häufig in kleinsten Auftritten wie in „Frankenstein“ oder sogar „Charlie Chan in London“, aber bekannt ist sie zweifellos als Mrs. Hudson in der Sherlock-Holmes-Serie (mit Basil Rathbone).
Daneben sieht man sie in „Die tapferen Schotten“ (1935, Laurel/Hardy) oder „Charlie Chan: Schatten über Chinatown“ (1946).