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Ein fast perfektes Alibi (worum gehts?)

Nicht vergessen: Die deutsche DVD ist für Ende August angekündigt!

Dark Alibi Originaltitle(Dark Alibi, USA, 1946, Monogram Pictures Corporation)

Charlie Chan auf der Spur von Bankräubern die Fingerabdrücke fälschen, um Andere für ihre Taten büßen zu lassen. Eines ihrer Opfer soll nach einem Raubmord hingerichtet werden. Charlie muss die Gangster schnellstmöglich überführen …

Beim Aufbrechen eines Banksafes erschießen die Räuber einen Wächter. Wenig später verhaftet die Polizei Thomas Harley. Dieser saß vor 20 Jahren im Gefängnis und ist daher aktenkundig. Seine Fingerabdrücke wurden gefunden und Harley wird durch diese Indizien zum Tode verurteilt.

Dark Alibi Poster

Charlie Chan besucht einen alten Freund, der Harley verteidigt hatte. June Harley, die Tochter des vermeintlichen Täters erscheint. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Hinrichtung und sie will alles unternehmen, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen. Charlie gibt ihr die Adresse eines guten Detektivs: seine Eigene.
Zusammen mit Hugh Kensey, dem Oberaufseher im Staatsgefängnis, erscheint June Harley wenig später bei Charlie. Gemeinsam begibt man sich in das Hotel, in dem Harley mit seiner Tochter seit 20 Jahren wohnt. Die Besitzerin, Mrs. Foss, engagiert sich für Ex-Sträflinge und ist über den Verurteilten sehr enttäuscht.
Ebenfalls im Hotel wohnt die bei der städtischen Wohlfahrt arbeitende Miss Petrie. Weitere Gäste sind ein Showgirl und der Handelsreisende Danvers, der unter anderem Alarmsysteme an Banken verkauft. Beide waren zufälligerweise in anderen Städten, in denen ähnliche Einbrüche stattfanden. Außerdem lebt dort der selbständige Buchprüfer Johnson im Hotel, zu dessen Kunden auch Careys Theatermagazin gehört, in das Thomas Harley zur Tatzeit gelockt worden war.
Da Charlie den Anwesenden wenig konkretes entlocken kann macht er sich auf zum Staatsgefängnis. Unterwegs wird auf seinen Wagen geschossen …

Vier Neue Alte

Docks of New Orleans PosterFür 6. August von TCM/Warner angekündigt: Ein neues Paket digitalisierter Chan-Filme.

Viel fehlt nicht mehr. In den letzten 10 Jahren sind nach und nach alle Fox-Chans bearbeitet worden und etliche der Monogram-Streifen.
Warner hält die Rechte an den ausstehenden Filmen und bringt sie in eher zufälliger Ordnung.

„Shadows over Chinatown“ zeigt Victor Sen Youngs Rückkehr als Jimmy Chan zur Serie nach 4 Jahren Pause. Gleichzeitig ist es Sidney Tolers drittletzter Auftritt als Charlie Chan.

Die anderen 3 Filme zeigen Roland Winters in der Hauptrolle und sind mangels Synchronisation in Deutschland praktisch unbekannt.
Die Kritiker halten das für keinen großen Verlust, aber wie heißt es so schön:
Ein Chan ist besser als kein Chan.

„Docks Of New Orleans“, „The Shanghai Chest“ und „The Golden Eye“ zeigen einen vor der Familie nun offenbar völlig aufs Festland geflohenen Charlie Chan.
Birmingham Brown (Mantan Moreland) ist weiterhin als zuverlässiger Chauffeur dabei.

Wollen hoffen, dass auch die nun noch ausstehenden Filme bald ihren Weg auf DVD finden werden.

Chan-Collection bei der SZ

Charlie Chan Collection Teil 1Die Süddeutsche Zeitung hat auf Seite 11 im heutigen Feuilleton unter der Rubrik „Neu auf DVD“ die „Charlie Chan Collection I“ besprochen.

Sie findet die Filme als schönes Beispiel für das Serienkino der 1930er und meint man solle doch den Originalton einstellen, der im frühen Tonfilm um ein Selbstverständnis kämpfe.

Schön, das die Filme bemerkt werden. Vermutlich werden viele den Rat mangels Englischkenntnissen kaum anwenden können, um den Unterschied herauszuhören.

 

Schwarz/Weiß im TV

Pflichttermin für s/w-Fans: Arte bringt am 20.7. um Mitternacht den surrealistischen „Ein andalusischer Hund“ von 1928.
Farbiger sind die übrigen Klassiker: 3sat, 21.7. zeigt um 12:50 den guten alten „Münchhausen“ (1943). Am Montag darauf lädt das SWR um 13:30 die „Ladykillers“ (Guiness, Lom, Sellers) ein.

Und was macht das WDR? Wiederholt am 16.7. den kürzlich im Ersten gezeigten „Gosford Park“.
Vermutlich telefoniert der (fiktive) Produzent von „Charlie Chan in London“ noch immer 😉

btw, TNT zeigt ab 25.7. desöfteren „Chaplin“.

Charlie Chan in Ägypten – Die Kritiken

Original-dvd Charlie Chan in EgyptStepin Fetchit war zu jener Zeit einer der wenigen Afroamerikaner, die Hollywood regelmäßig als Schauspieler beschäftigte und er wurde damit recht wohlhabend. Allerdings durfte er nur das spielen, was das Hollywood der „Weißen“ von ihm sehen wollte; genau jenes Hollywood, das keinem Asiaten die Hauptrolle der Serie übertragen mochte. Nicht zuletzt daher rührten und rühren Vorbehalte gegen die Chan-Serie und insbesondere diesen Streifen.
Fetchits Rolle „Schneeschuh“ ist mehr als diskutabel und besteht aus viel Klischee und Stereotype: Der Schwarze hat beständig Angst und rollt die Augen. Gut, dass wir heute so etwas erkennen und einordnen können, dennoch kann man beim Ansehen gemischte Gefühle haben.

Als ich die Serie als Kind sah, war Schneeschuh ein Kumpel mit dem man mitzittern konnte, genauso wie man das mit Stan Laurel oder einem der anderen Komiker jener Zeit in gruseligen Settings machte. Selbes gilt für Charlies Söhne die sich teilweise recht kindisch anstellten oder für Chauffeur Birmingham Brown, doch dazu später mehr.

Charlie Chan in Egypt lobbycardDie Kritik sah teilweise damals schon Schneeschuhs Klischeeauftritt, heute spricht gottlob jeder Klartext. Dies führt mitunter zu deutlichen Abwertungen obwohl allgemein die Atmosphäre des Films als herausragend gilt:

»Variety« sah ein geschicktes, ordentliches Drama, wobei Olands Vorstellung herausstach. Auch die von Eagles, der die Furcht vor dem Übersinnlichen, nahe der Unzurechnungsfähigkeit, gut darstellt.
Auch die »Motion Picture Guide« vergibt ein Gut und identifiziert Stepin Fetchits Darstellung – wie damals üblich – vor allem als ausgelassen.
Jon Tuska (»In Manors and Alleys«, Greenwood Press, 1988) belässt es nicht wie bei den übrigen Chans bei einem Satz sondern schreibt 3 Seiten Text, vermerkt den Film als den besten Oland-Chan.
Angefangen mit Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) mehren sich kritischere Stimmen. Er selbst sieht vor allem gute Einzelteile, die sich jedoch nicht zu einem ebensoguten Ganzen formen.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) findet das exotische Setting gut umgesetzt, lobt die herausragende, atmosphärische Kameraarbeit, jedoch wäre das Geheimnis durchsichtig und schwach, der Soundtrack kaum anzuhören.
»Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) platziert den Streifen als hoch-unterhaltsamen Krimi ganz oben in der Rangliste.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) wiederum erkennt kein Highlight im mittelmäßigen, langsamen Streifen der bestenfalls über einige neugierig machende, clevere Momente verfügt.

Allerlei zu “Charlie Chan in Ägypten”

Originaltitel: »CHARLIE CHAN IN EGYPT« (dt. wörtlich übersetzt)
Charlie Chan in Egypt - OriginaltitleLaufzeit: 65 Minuten

Produktionszeitraum: April 1935
Copyright: Fox Film, 21.06.1935

Premiere: 21.06.1935; 8. Februar 1978

Charlies beste Sprüche:

  • Tropfen reines Wassers auf dürstender Zunge mehr wert als Gold in Börse.
  • Wer auf das morgen wartet, verschwendet das heute.
  • Theorien verhindern klare Sicht wie beschlagene Brille
  • Gute Wünsche haben ein schweres Gewicht auf der Waage von Leben und Tod.

Charlie Chan in Egypt - Australien

Es spielen:

Warner Oland [Charlie Chan]
Pat Paterson [Carol Arnold]
Thomas Beck [Tom Evans]
Rita Cansino [Nayda] = Rita Hayworth
Stepin Fetchit [Schneeschuh]
Jameson Thomas [Dr. Anton Racine]
Frank Conroy [Professor John Thurston]
Nigel De Brulier [Edfu Ahmed]
Paul Porcasi [Inspektor Soueida]
Arthur Stone [Eseltreiber]
James Eagles [Barry Arnold]
Frank Reicher [Dr. Jaipur]
George Irving [Professor Arnold]
Anita Brown [Schneeschuhs Freundin]
John Davidson [Daoud Atrash]

.
Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Mehr zu Thomas Beck bei Charlie Chan in Paris.
Über Rita Hayworth (hier noch als Rita Cansino) muss man nicht viele Worte verlieren; „Gilda“ machte sie zum Star – recht spät, erst 1946. Der Rest ist Geschichte.
Stepin Fetchit kann man in „Zenobia, der Jahrmarktselefant“ (mit O. Hardy) sehen, oder in „Meuterei am Schlangenfluß“ (J. Stewart). Auch nach fast 20 Jahren Pause drehte er wieder, etwa „Won Ton Ton, der Hund der Hollywood rettete“ (1976).
Frank Conroy sehen wir wieder in „Charlie Chan in der Oper“ (1936).
Frank Reicher ist bekannt aus „King Kong“ oder „Spione küßt man nicht“ (1935). Er spielte auch im hierzulande unbekannten Chanfilm „Die Jade Maske“ (1945).
George Irving kehrt für „Charlie Chan beim Pferderennen“ zurück, spielte aber auch in „Leoparden küßt man nicht“.
John Davidson ist z.B. zu sehen in „Mr. Moto und die Flotte“ (1939). Auch er spielte in einem hierzulande nie gezeigten Chanfilm: „Die chinesische Katze“ (1944).

Charlie Chan in Paris – Die Kritiken

Charlie Chan in Paris Fox-DvdCharlie kommt von London nicht nach Hause, sondern reist nach Paris. Dort trifft er erstmals in der Serie auf Sohn Nummer 1 „Lee Chan“ (Keye Luke).
Beinahe wäre der Film auf der Liste der Verschollenen Chans gelandet, erst in den 1980er Jahren fand sich in einem Tschechischen Archiv eine Kopie. Das „Museum of Modern Art“ in New York schaltete sich ein und so konnte der Film restauriert und veröffentlicht werden.
Leider einige Jahre zu spät für eine deutsche Synchronfassung, so ließen die Rechteinhaber hierzulande die Gelegenheit verstreichen die Sprecher der beiden Hauptsprecher noch einmal zusammenzubringen.

Charlie ist im Vergleich zum vorherigen Film sogar noch präsenter. Das Zusammenspiel mit dem „neuen“ Familienmitglied funktioniert grandios. Gut, dass der Film wiederentdeckt wurde und es hierzulande nun wenigstens eine deutsch-untertitelte Fassung gibt.

Charlie Chan in Paris StillEinige Stimmen dazu:

»Variety« vermerkt eine raffinierte Handlung, anhaltende Spannung und gute Geschwindigkeit.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) freut sich über den großen Fortschritt im Drehbuch gegenüber dem Vorgängerfilm.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) sah hier einen Top-Chan.