Archiv des Autors: mhoefler

Die Docks von New Orleans (worum gehts?)

(Docks Of New Orleans, USA, 1948, Monogram Pictures Corporation)

 Docks of New Orleans Poster2Der Chef einer Chemiefabrik fühlt sich bedroht und bittet Charlie Chan um Hilfe.
Der Mann ist wenig überraschend sehr bald tot, denn seine Umgebung besteht nicht nur aus giftigen Chemikalien sondern ist auch sonst recht ungesund:
Habgierige Partner, ein sich übervorteilt fühlender Erfinder und eine Bande die hinter einer tödlichen Formel her ist …

Einige zwielichte Gestalten um den Gangsterboss Pareaux möchten das auslaufen eines Chemikalien-Frachters nach Südamerika verhindern. Doch das Schiff der LaFontanne-Chemie wird zu gut bewacht.
Firmenchef Henri LaFontanne kommt mit dem Verdacht, das etwas gegen ihn geplant wird bei Charlie Chan vorbei.
Der Detektiv sagt seine Hilfe zu und möchte andertags gegen 10 Uhr im Büro vorbeikommen, um einige Papiere durchzusehen. Charlie wird abgeholt, doch bevor er einsteigt, zuckt er zurück: Tommy und Birmingham bringen den Chauffeur, der ihn zu LaFontanne bringen sollte. Der Mann wurde bewusstlos geschlagen – der falsche Fahrer braust davon.
An diesem Morgen wird LaFontanne bereits von zwei Partnern, Castanaro und von Scherbe, erwartet. Beide sind beim verschiffen von Chemiekalien nach Südamerika beteildigt und möchten ihren Gesellschaftervertrag erweitern: Beim Tod des einen solle den Überlebenden dessen Anteil zukommen. LaFontanne unterschreibt und seine Partner verabschieden sich.
Im nächsten Moment stürmt Oscar Swendstrom bewaffnet in das Büro. Er hat ein giftiges Gas erfunden und fühlt sich mit einer Einmalzahlung die LaFontanne geleistet hatte übervorteilt. Der Büroleiter schafft den Mann hinaus, doch die Vorzimmerdame soll dennoch die Polizei rufen, weil Swendstrom sich weigert, das Gebäude zu verlassen.
Captain McNally erscheint prompt, allerdings findet er LaFontanne tot in dessen verschlossenem Büro. Charlie Chan erscheint pünktlich und untersucht Swendstroms Revolver, der lange nicht abgefeuert worden ist.
Glassplitter am normalerweise ständig laufenden Radio interessieren Charlie mehr als den Captain. Er lässt sich entsprechende Radioröhren, mit extra-dünnem Glas, anfertigen, doch McNally ist wenig beeindruckt. Swendstrom wird bescheinigt geistig gesund zu sein, er bleibt aber vorübergehend in Haft denn bei LaFontannes wurde eine Gasvergiftung festgestellt …

Schatten über Chinatown – Die Kritiken

Schatten über Chinatown - dttitel Victor Sen Young als Sohn Nummer 2 ist zurück. Das ist aber schon das bemerkenswerteste. Viel zu tun haben er als Jimmy Chan und sein Kumpel Birmingham Brown nicht. Für sie bleibt eine kurze Verfolungsszene mit netter Verkleidung.

Die Gags haben nichts mit der Show zu tun, z.B. am Schluß:
Birmingham: „Konfusion sagt: Du kannst die meisten Menschen manchmal hinters Licht führen und manche Menschen die meiste Zeit. Aber du kannst nicht alle Menschen für immer für dumm verkaufen.“
Charlie: „Nein, nicht Konfusion. Konfuzius!“
Jimmy: „Ihr beiden irrt euch. Das war Abraham Lincoln!“
Charlie: „Lincoln war Musterschüler von Konfuzius.“
Birmingham: „Ich wusste gar nicht, das die sich kannten …“
😉

Man muss es eben mit Humor nehmen, so kommen Kritiken raus wie die folgenden:

Für »Variety« handelt es sich um einen Standard-Chan nach bekanntem Rezept. Der Plot wäre unbedeutend aber, man höre und staune, die Dialoge flott und die Geschwindigkeit gut.
»Motion Picture Guide« vermerkt ein ordentliches Tempo und moderate Spannung, wobei Moreland und Young für Lacher sorgen.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) macht den Drehbuchschreiber als Teil des Problems aus, aber wenn man die beiden folgenden Skripts sähe, relativiere sich das Ganze.
Die Darstellerleistung findet er von höherem Kaliber un den Plot flüssig.
Bei Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) blieben feine Sets und eine größere Darstellerriege hängen, der Rest wäre abschweifend, konfus, und die Identität des Killers völlig offensichtlich.
Ingredenzien wie Torso-Mörder oder ein Escort-Service sprechen für David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) eher für einen erwachsenen Plot, aber der Filme wäre vor allem sehr kindisch.

Allerlei zu “Schatten über Chinatown”

Shadows over Chinatown Lobbycard2 Originaltitel: »SHADOWS OVER CHINATOWN« (dt. wörtlich übersetzt)
Laufzeit: 64 Minuten

Produktionszeitraum: Mitte bis Ende März 1946
Copyright: Monogram Pictures Corporation, 5. Juli 1946

Premiere: 27. Juli 1946; in D: 29.11.1978

Charlies beste Sprüche:

  • Schlaf beste Flucht vor dem gestern
  • Geschäftsgespräche während Mahlzeit unbekömmlich für Verdauung
  • Nimm als Köder niemals Wolf wenn du Wolf fangen willst.
  • In Ecke getriebene Ratte sehr bissig.

Shadows over Chinatown PosterEs spielen:

Sidney Toler [Charlie Chan]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Victor Sen Young [Jimmy Chan]
Tanis Chandler [Mary Conover]
John Gallaudet [Jeff Hay]
Paul Bryar [Mike Rogan]
Bruce Kellogg [Joe Thompson]
Al[an] Bridge [Capt. Allen]
Mary Gordon [Mrs. Conover]
Dorothy Granger [Joan Mercer]
Jack Norton [Mr. Cosgrove]
George Eldredge [Police Chief Flannagan]
Tyra Vaughn [Miss Chalmers]
Lyle Latell [Police Clerk]
Mira [Myra] McKinney [Miss Kate Johnson]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Wiederholungstäter: Tanis Chandler siehe „Die Falle„, Mary Gordon siehe „Der Tod ist ein Schwarzes Kamel„, George Eldredge siehe „Ein fast perfektes Alibi„.
Paul Bryar hat sehr, sehr viele Kleine Rollen oft ohne Nennung gespielt. Darunter sind auch Auftritte in Serien wie „Vegas“, „Hart aber herzlich“, „Starsky und Hutch“, „Cannon“, „Die Straßen von San Francisco“, „Kung Fu“, „Kobra übernehmen Sie“ usw.
Ähnlich ging es Al Bridge, von dem etliche Kurzauftritte in bekannteren Filmen statt fanden: „Mr. Smith geht nach Washington“, „Piraten im Karibischen Meer“, „Das Lied vom dünnen Mann“, „Die Unbesiegten“, „Sein Engel mit den zwei Pistolen“. Auch im nicht synchronisierten Chan „Die Jade Maske“ war er dabei.
Dort traf er auf Dorothy Granger, die ebenfalls in „Sein Engel mit den zwei Pistolen“ auftrat, aber auch in „Das Doppelleben des Herrn Mitty“.
Jack Norton findet sich z.B. in „Die Marx Brothers – Das große Rennen“ oder in „Die wilden Zwanziger“ sowie im nicht synchronisierten „Charlie Chan in Die Chinesische Katze“.
Lyle Latell spielt in „Der Schatten des dünnen Mannes“, „Das Lied vom dünnen Mann“ oder in „Das Kabinett des Professor Bondi“.
Einer der vielen Auftritte von Mira McKinney fand in „Moderne Zeiten“ statt.

Schatten über Chinatown (worum gehts?)

Shadows over Chinatown Poster2(Shadows Over Chinatown, USA, 1946, Monogram Pictures Corporation)
Eigentlich auf der Fährte eines Serientäters macht Charlie Chan sich auf die Suche nach einer vermissten jungen Frau. Kommissar Zufall hilft kräftig mit. Doch der jungen Frau sind Gangster auf der Spur und sie flieht, kaum dass Charlie sie gefunden hat …

Eine regnerische Nacht an Bord eines Busses nach San Francisco. Ein Motorproblem zwingt den Fahrer 100 Meilen nördlich der Stadt zu einem Zwischenstopp an einer Haltestelle. Während er nach einem Mechaniker sucht, wärmen sich die Passagiere an einem Holzofen. Zunächst verschwindet eine Brieftasche, gleich darauf meldet ein anderer seine Uhr als vermisst, da fällt ein Schuss. Charlie Chan sinkt nieder, doch erholt er sich schnell. Die Kugel hat glücklicherweise nur seine Taschenuhr zerschmettert. Der Privatdetektiv Jeff Hay sucht draußen nach dem Täter, gibt aber erfolglos auf.
Shadows over Chinatown OriginaltitleAuf der Weiterfahrt erfährt Charlie von einer alten Dame, dass sie alle Mittel daran setzen will, ihre seit zwei Wochen verschwundene Nichte, eine junge Frau namens Mary Conover, zu finden und fürchtet sie sei Opfer des in den Schlagzeilen befindlichen Torso-Mörders. Charlie verspricht seine Hilfe und bringt nach der Ankunft in San Francisco die Frau und ihre Begleiterin ins Hotel.
Charlie begibt sich zu Captain Allen, vom Büro für vermisste Personen, um mehr über einen gefundenen Torso zu erfahren.
Charlie erklärt dort, es handele sich dabei vermutlich um einen Serienmord, denn offenbar häufen sich Fälle toter Männer in den Flitterwochen. Deren Witwen, welche hohe Lebensversicherungen kassierten, verschwanden danach spurlos – vermutlich verstümmelt um eine Identifikation unmöglich zu machen.
Charlie kann der alten Dame vermelden, dass Mary Conover nicht das Mordopfer ist, da diese keine Blinddarmoperation gehabt hatte. Danach begibt sich Charlie in das Hotel-Cafe um etwas zu essen. Die Kellnerin sieht der vermissten jungen Frau ähnlich und der Detektiv möchte eine Familienzusammenführung arrangieren. Leider heimlich, Jimmy solle derweil aufpassen. Prompt kommt in diesem Moment ein Gangster in das Café, der zu den Leuten gehört, vor denen Mary geflohen ist. Da er droht sie zu verraten, flieht sie. Jimmy folgt ihr, wird jedoch unsanft davon abgehalten …

Ein fast perfektes Alibi – Die Kritiken

Ein fast perfektes Alibi dttitleBei allen Monogram-Chans fällt es leicht die Filme ob ihres limitierten Budgets zu kritisieren.
Charlie wäre niemals so populär geworden wenn es nur diese Streifen gäbe – ganz zu schweigen davon, dass er jemals den Weg über den großen Teich angetreten hätte.
Freilich ist nicht nur die Ausstattung schlechter als bei Fox oder die Drehzeit drastisch reduziert.
Es sind vor allem die Drehbücher, die den Mangel kaum wettmachen. Der Komiker beispielsweise, wird dazu verurteilt irgend etwas komisches zu machen, ohne dass dies etwas mit dem Film zu tun hätte. Gadgets ersetzen allzu oft Logik, auch in diesem Film, wo kaum erklärlich ist, weshalb Räuber die keine Fingerabdrücke hinterlassen, ausgerechnete gefälschte anbringen wollen.

Dark Alibi LobbyCardUnabhängige Kritiker sehen vor allem den Mangel, Chan-Filmfans nehmen es entspannter:

Die »Motion Picture Guide« sieht bei der Serie schlicht die Luft raus.
Ken Hanke (»Charlie Chan at the Movies«, McFarland & Co, 1989) notiert den letzten gelungenen Toler-Chan.
Charles P. Mitchell (»A Guide to Charlie Chan Films«, Greenwood, 1999) geht es ähnlich und außerdem wäre dies der beste Film der Toler/Monogram-Serie.
Bei »Leonard Maltins Movie Guide« (Plume, 2005) Kritik bleibt vor allem die Langeweile, die der Film verströmt, hängen.
David Rothel (»The Case Files of the Oriental Sleuths«, BearManor Media, 2011) bemängelt, dass der Comedy-Schwanz zu sehr mit dem Krimi-Hund wedelt.

Allerlei zu “Ein fast perfektes Alibi”

Originaltitel: »DARK ALIBI« (dt. etwa »Zwielichtiges Alibi«)
Laufzeit: 61 Minuten

Produktionszeitraum: Mitte bis Ende Dezember 1945
Copyright: Monogram Pictures Corporation, 1946

Premiere: 25. Mai 1946; in D: 15.11.1978

Charlies beste Sprüche:

  • Selbst wenig Wind wirbelt viel Staub auf.
  • Nie an Zukunft denken – kommt schnell genug.
  • Auch hässliche Berufe haben Momente voll Freude. Selbst Totengräber würden manche Menschen mit außerordentlicher Freude unter Erde bringen.
  • Niemals einem Alptraum glauben, egal wie real er wirkt.

Dark Alibi Poster2Es spielen:

Sidney Toler [Charlie Chan]
Mantan Moreland [Birmingham Brown]
Ben Carter [Benjamin Brown]
Benson Fong [Tommy Chan]
Teala Loring [June Harley]
George Holmes [Hugh Kenzie]
Joyce Compton [Emily Evans]
John Eldredge [Anthony R. Morgan]
Russell Hicks [Cameron]
Tim Ryan [Foggy]
Janet Shaw [Miss Petrie]
Edward Earle [Thomas Harley]
Ray Walker [Danvers]
Milton Parsons [Johnson]
Edna Holland [Mrs. Foss]
Anthony Warde [Jimmy Slade]
George Eldredge [Brand]
Meyer Grace [Punchy]
Frank Marlowe [Barker]

Wo kann man die Schauspieler hierzulande noch sehen?

Mantan Morelands Kumpel Ben Carter sieht man u.a. in „Die Marx Brothers beim Pfererennen“, in „Piraten im Karibischen Meer“ (1942) oder „Die Dame im Zug“ (1945).
John Eldredge hat alle 3 Chan-Schauspieler kennengelernt, so Oland 1937 in „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“, hier Toler und Winters 1949 in „The Sky Dragon“, er war aber z.B. auch 1940 in „Dr. Kildare – Auf Messers Schneide“.
Russell Hicks war schon 1935 dabei in „Charlie Chan in Shanghai“. Viele Filme mit ihm sind synchronisiert, so etwa „Rache für Jesse James“, „Goldschmuggel nach Virginia“, „Die Marx Brothers im Kaufhaus“, „Vorsicht Gespenster!“ (1941) und „Tarzans Abenteuer in New York“ (1942). 1948 war er auch im hierzulande nicht gesendeten Chan „The Shanghai Chest“.
Tim Ryan spielte den Bartender in „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“ und ist u.a. zu sehen in „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953).
Edward Earle spielte wahnsinnig viele kleine Rollen, u.a. auch bei Laurel/Hardy, den Marx Brothers oder Mr. Moto – und auch im in D unbekannte Chan „Black Magic“.
Milton Parsons fällt immer wieder mal auf. So in „Noch ein dünner Mann“, „Das Doppelleben des Herrn Mitty“ oder „Maschinenpistolen“ (1949). Er war schon mit „Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff“ und in „Charlie Chan – Das Schloß in der Wüste“ dabei (es folgte noch „The Shanghai Chest“). Spätere TV-Auftritte kennt man etwa aus „Solo für O.N.K.E.L.“, „Bonanza“ oder „Unsere kleine Farm“.
Mit Anthony Warde wird es phantastisch. Er war König Turan in dem „Flash Gordon“-Serial, anschließend bei „Buck Rogers“ und spielte auch in „Kampf der Welten“ (1953).
Krimis kamen nicht zu kurz, so sehen wir ihn 1939 in „Mr. Moto und sein Lockvogel“ oder (falls man die Original-Chans auf DVD hat) im Chan „The Chinese Cat“. Später, allerdings ohne Nennung bei Hitchcock in „Das Fenster zum Hof“ oder „Der Mann, der zuviel wußte“.
Auch George Eldredge hat mehrere Chans gemacht, so etwa den Vorgänger „Schatten über Chinatown“ und später den schon mehrfach erwähnten „The Shanghai Chest“.
Ein bekannter Film mit Kurzauftritt ist „Liebling, ich werde jünger“ (1952).

Schwarz/Weiß im TV

Einige Klassiker im kommen … keine Zeit zum abkühlen …
Los gehts am Samstag früh auf WDR mit Red Skelton und Esther William in “Badende Venus” von 1944, u.a. mit Basil “Sherlock Holmes” Rathbone.
Weiter geht es nachmittags auf EinsFestival mit dem schwarzhumorigen “Ladykillers” (Wh. Montag) und im WDR mit dem Musical “Girls” u.a. mit Henry Daniell (“Charlie Chan: Das Schloß in der Wüste”, auch mal Moriarty bei Sherlock Holmes).
Der RBB beschließt den Klassiker-Tag gegen Mitternacht mit “Der blaue Engel”.
Nicht schwarz/weiß aber Krimi: “Charade”, Sonntag nacht auf SWR.
ARTE bringt “Casablanca” – dazu muß man nun wirklich nichts sagen (Bogart, Berman, Lorre), außer Datum/Uhrzeit: Montag, 20:15.
Hessen 3 präsentiert “Herr des Wilden Westens” Mittwoch Nacht, neben E. Flynn u.a. mit Victor Jory der bei “Charlie Chan in Rio” dabei ist.
Freitag um 1:50 gibts im Ersten Fritz Langs “Die 1000 Augen des Dr. Mabuse”.