Archiv der Kategorie: Allgemein

Guck mal fern: Hitch und Co.

Hitchcock ist dran, u.a. mit „Blackmail – Erpressung“ am 3.4. um 06:10 Uhr auf Kinowelt TV.
3sat setzt fort mit „Berüchtigt“ und „Ich kämpfe um dich“ am 5.4. zur besten Sendezeit.

Christie ist auch dabei: Die ARD wiederholt am 4.4. um 02:55 Uhr früh das „Geheimnis im blauen Schloss„. Und für Chesterton-Fans sucht der rbb am 6.4. vormittags um 11:00 Uhr „Das schwarze Schaf„.

Benson Fong alias Tommy Chan, kann man sehen in „Der große Coup“ am 11.4. um 01:20 Uhr auf ARD. „Haben und Nichthaben“ gibt es am 19.4. um 20:15 Uhr auf arte.

Mantan Moreland

The Sky Dragon - Lobbycard 1Viele amerikanische Filmkomiker sind bei uns nie groß bekannt geworden. Das liegt natürlich daran, dass ihre Filme kaum oder gar nicht synchronisiert wurden. Mantan Moreland war einst sogar als kommendes Mitglied der „Stooges“ gehandelt worden. Das hätten „Die drei Verrückten“ nicht jedem angeboten.

The golden Eye - LobbycardMantan Moreland wurde am 3. September 1902 in Monroe, Louisiana, geboren. Schon als Jugendlicher büxte er aus, um auf dem Rummel zu arbeiten, doch fingen ihn die Jugendbehörden stets schnell ein. In den 1920ern traf er auf Ben Carter, mit dem er lange Jahre ihre berühmte Nummer „Unendliches Quatschen“ zur Perfektion brachte. Der Eine begann einen Satz, und bevor die Hauptsache gesagt wurde, antwortet der Andere schon darauf und so weiter.

Meeting at Midnight - VideoEnde der 1930er spielte Moreland kleinere Filmrollen, etwa als Kellner oder Schaffner (siehe etwa den sekundenlangen Auftritt in „Palm Beach Story“ oder Dick & Doof „A haunting we will go“), ehe er in Comedy-Abenteuerfilmen eingesetzt wurde.
Zusammen mit Frankie Darro („Charlie Chan beim Pferderennen“) bildete er anschließend ein Duo, dass mehrere Filme zusammen machte. Auch in 15 Monogram-Chans war er Co-Star. Mit dem erstarken der Bürgerrechtsbewegung galten seine typischen Rollen jedoch als nicht länger vermittelbar. Mehr dazu hier.

Shanghai Chest - LobbycardUnbestreitbar wurde gerne das Klischee vom „furchtsamen Schwarzen“ herausgeholt, doch spielte Moreland mehr als das. Er wurde von Charlie als „Assistent“ angesprochen und respektiert. Den jeweiligen Chan-Sprößlingen stand er stets tapfer zur Seite, ohne einen von denen im Stich zu lassen!
Für die Kinder war er stets Identifikationsfigur, denn man konnte sich wunderbar mit ihm fürchten. Die übermütige Art der Chan-Kinder fand man zwar toll, aber ihr Übereifer schreckte auch ab.

The Trap - Lobbycard Yung MorelandNach Chan machte Moreland viel Radio. Ende der 50er kehrte er nach 30 Jahren an den Broadway zurück. Nach einigen Schlaganfällen in den 1960ern konnte er dennoch wieder Rollen in Film und Fernsehen spielen, u.a. auch in Jerry Lewis „Die Heulboje“. Auf die Kritik an seinen Rollen hatte der Ende September 1973 verstorbene Moreland die einzig passende Antwort: „Ich war ein Komiker. Wenn ich mich nicht vor Geistern gefürchtet hätte, wäre ich nicht komisch gewesen.“

Charlies Krimi-Verwandtschaft: Der dünne Mann

Der dünne Mann - Roman Eigentlich gab es nur 1 Buch und keine Serie. Eigentlich bezieht sich der Titel auf das erste Opfer. Eigentlich wollte der Detektiv gar keiner (mehr) sein und löst den Fall nur, um endlich seine Ruhe zu haben.
Eigentlich …

Tatsache ist, dass »Der dünne Mann« von Dashiell Hammett 1934 herauskam und sofort verfilmt wurde. Wie schon »Der Malteser Falke« von 1930, der bereits zweimal verfilmt worden war, bevor 1941 Bogart die Rolle spielte, war auch dieser Stoff sofort ein Erfolg. Sowohl als Buch als auch auf der Leinwand.

Die Verfilmung hatte unzweifelhaft den Vorteil mit William Powell und Myrna Loy ein perfektes Paar gefunden zu haben. Das Drehbuch bekam einen ordentlichen Schuss Humor mit und versammelte am Ende alle Verdächtigen. Es geschah zu Silvester - Der dünne Mann - FilmkurierMan sparte sich anderseits einen langen Exkurs über Kannibalismus und gab Detektiv Nick Charles mehr zu tun, etwa das Labor zu durchsuchen.
Eine Cocktailmischung, die Nora und Nick niemals stehen gelassen hätten.

Da der Erfolg eine Fortsetzung »notwendig« machte, blieb man dem »Dünnen Mann« im Titel treu, obwohl der sich nicht auf den Detektiv bezog, sondern auf einen Erfinder. Der verschwindet und wird mit Steckbrief und Beschreibung »dünner Mann« gesucht.
Mordsache Dünner Mann - dvdEine Rolle spielt stets auch Hund Asta, was allerdings – wie der Spaß an der Show – über die Jahre abnahm. Die Filme:

  • Der dünne Mann / Mordsache Dünner Mann, 1934
  • Nach dem dünnen Mann, 1936
  • Noch ein dünner Mann, 1939
  • Der Schatten des dünnen Mannes, 1941
  • Der dünne Mann kehrt heim, 1944
  • Das Lied vom dünnen Mann, 1947

 

NNoch ein dünner Mann - DVDeben einem Kind in den mittleren beiden Filmen, trifft man gerne auch die Verwandtschaft, z.B. Nick Charles Eltern. Natürlich gab es den dünnen Mann auch im Radio und als Comic. Wie Charlie Chan drehte das Fernsehen in den 1950ern eine laue Serie.

Trotz des zeitlichen Abstandes zwischen den Filmen, handelt es sich um eine »Kino-Serie«. Jeder Streifen war stets der Hauptfilm des »Doublefeature-Abends« und nicht, wie bei den übrigen Krimis in Charlies Verwandtschaft, der etwas kürzere »Anheizer« mit Laufzeiten zwischen 60 und 75 Minuten.

Klassikerzeit

Das Ende des Winters kommt mit ordentlichen Klassikern.
Noch vor dem Frühstück am 15.3. tagen „Die zwölf Geschworenen“ auf MDR.
Arte bringt am Tag darauf zur besten Sendezeit „Die blaue Dahlie„.

Der März beginnt mit „Der Teufelshauptmann“ auf Tele 5 (1.3., 20:14).
Am Sonntag darauf wütet „Tarantula“ auf ZdfNeo – um 04:45 Uhr .

Keye Luke

Das Tagebuch des Todes - Filmkurier Keye Luke wurde am 18. Juni 1904 im chinesischen Kanton geboren, als seine Eltern gerade das »Land der Ahnen« besuchten. Die Rolle des Lee Chan stand an den Anfängen, bald wurde er einer der ersten asiatischen Stars im Filmgeschäft der USA.

Luke arbeitet zunächst bei Fox als Bühnenbildner, vor allem Kunstmaler, hinter den Kulissen. In Filmen mit chinesischem Hintergrund trat er gelegentlich als Kleindarsteller auf. Als die Idee aufkam, Charlie Chans Sohn auftreten zu lassen, erinnerte sich ein Produzent an Luke und empfahl ihn für die Rolle.

Ohne Zweifel hat die Kombination Keye Luke als Lee Chan neben Warner Oland als Charlie Chan sofort funktioniert. Das Duo harmonierte hervorragend und so kam es nicht nur zu einer Fortsetzung, sondern schließlich sogar zu einer Dauerrolle.

Charlie Chan in Shanghai Pressefoto 1Nach Olands Tod 1938 sollte es mit neuem Hauptdarsteller weiter gehen, doch der Produzent kürzte zunächst mal Lukes Gehalt. Anschließend machte er ihm klar, dass er nicht die Hauptrolle spiele. Luke hatte ohnehin Zweifel, ob sich der »neue Chan« durchsetzen könne und ob die »Chemie« stimmen würde. Er schmiss hin.

Nach der Rolle des Lee Chan stellte Luke unter anderem Kato im »Green Hornet« Serial dar. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kehrte er 1948 für 2 Auftritte zu seiner Rolle als Chan-Sohn zurück. Neben dem Film hatte er auch am Broadway einigen Erfolg.

Keye Luke und Warner Oland auf der PferderennbahnEs folgten viele Filme und TV-Serie, z.B. in den 1970ern als Meister Po in »Kung Fu«. Zu dieser Zeit synchronisierte er auch »Chan« in der Zeichentrickserie »Der erstaunliche Chan und der Chan-Clan« oder spielte regelmäßig in »Anna und der König von Siam«.

In der Regel schaffte es Luke als »Good Guy« aufzutreten, selbst als im Film die »Gelbe Gefahr« gefragt war. Für seine Zuverlässigkeit bekannt, wurde er immer wieder gerne in kleinen Rollen eingesetzt, z.B. als Ladenbesitzer in »Gremlins«. Keye Luke starb an einem Schlaganfall am 12. Januar 1991 in Whittier, Kalifornien.

Sidney Toler

Sidney Toler als Charlie Chan1938 war »Charlie Chan« ein eingeführter Charakter, der sich gut vermarkten ließ. Als Warner Oland, der Schauspieler, der ihn in 16 Filmen über 6 Jahre Leben eingehaucht hatte, so unerwartet verstarb, waren Drehbeginn und Marketingplan für den nächsten Film längst festgelegt.

20th Century/Fox musste dringend einen Ersatzmann finden. Zu diesem Zweck gab es ein Vorsprechen dutzender Schauspieler, die geeignet schienen. Als »Sieger« ging Sidney Toler hervor, der am 28. April 1874 in Warrensburg, Missouri, geboren wurde und damit mehr als 5 Jahre älter war als Oland.

Tolers Test fand am 17. Oktober 1938 statt, der Dreh für »Charlie Chan in Honolulu« begann eine Woche später. Produzent und Regisseur fanden Tolers Chan dann aber bald etwas hölzern und empfahlen das damals probate Mittel: Charlie Chan in Honolulu DVDAlkohol! Soviel also zur bedauerlicherweise in Hollywood grassierenden Alkoholsucht – vom Produzenten verordnet, vom Regisseur verschrieben war offenbar nicht selten!

11 Chan-Filme drehte Toler bis 1942 in den Fox-Studios, dann kam das Ende. Die Produktionseinheit für diese Art Filme wurde geschlossen, da der verkleinerte Auslandsmarkt zu wenig Gewinn abwarf und die Umstellung auf kriegswichtige Produktionen mehr Geld versprach.

Sidney Toler sicherte sich bei der Witwe von Autor Earl der Biggers die Rechte an Charlie Chan-Filmen und suchte auf eigene Faust einen Ausweg. Vor allem während dieser Zeit trat er wieder verstärkt in anderen Filmen auf. Mit Monogram fand sich schließlich eine Firma, die dem Detektiv »Asyl« gewährte.

Charlie Chan in the Secret Service DVD11 weitere Filme drehte Toler als Charlie Chan, mit häufig wechselnder Besetzung an seiner Seite: Zwei Chan-Töchter, Iris und Frances, wurden Co-Stars, etwas öfter Sohn Tommy (Nr. 3), einmal Eddy (4), schließlich wieder Jimmy (2). Am 12. Februar 1947 verlor Toler jedoch den Kampf gegen den Krebs.

Monogram beschloss mit anderem Hauptdarsteller fortzusetzen, doch war die Magie des Charakters Charlie Chan längst vergangen, die Zeiten andere geworden.

Sidney Toler war definitiv ein anderer Charlie Chan als Warner Oland vor ihm, doch gab es auch hier Highlights. Das Zusammenspiel mit seinen Film-Kindern funktionierte – wenn auch auf anderer Ebene als mit Keye Luke als Lee Chan neben Oland.
Dies gehört zum wichtigsten Eckpfeiler der Serie (herhören, falls mal jemand an eine Neuauflage denkt …). Der andere Pfeiler ist die menschliche Seite, eine Aura, die der Darsteller dem Charakter verleiht und die Toler seinem Chan mitgeben konnte.

Schwarz/Weißer Jahresendspurt

Am 15.12. um kurz vor 2 Uhr bringt die ARD „Die zwölf Geschworenen„.
So richtig ab geht es aber in der Weihnachtswoche:
Marx Brothers - Lobbycard 9ARTE macht uns Spaß, am 21.12. um 22:30 mit „Die Marx Brothers – Animal Crackers„.
Der SWR startet am 22.12. bereits um 03:00 Uhr in den Morgen mit dem Klassiker „Sherlock Holmes und das Halsband des Todes„.
SkyNostalgie zeigt 4 Stunden später „Eine Stadt hält den Atem an„.

Am Weihnachtsabend weiß man auf 3Sat das „Adel verpflichtet“ – mit Alec Guinness. Nicht abschalten! Der WDR wiederholt am 25. um 2 Uhr „Die kleinen Strolche“ während MGM uns fast zeitgleich anzählt: „Eins, zwei, drei“ (Cagney/Buchholz).
TNT lässt es ebenfalls am 25. krachen: Mittags sind wir auf „Die Spur des Falken“ gespannt und
zum Abendessen geht es nach „Casablanca“ (Bogart/Lorre). Spät abends ziehen wir auf ARTE los: „Die Marx Brothers im Krieg“ und „Die Marx Brothers auf See„.

Nebenher 2 für Charlie-Chan-Fans interessante aber modernere Streifen:
skyNostalgie serviert bereiots am 20.12. „Eine Leiche zum Dessert“ (Sellers auf Chan-Parodie) und 3sat spaziert am 26.12. zur besten Sendezeit zum „Gosford Park“ (Chan-Produzent in London).