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alias Tommy Chan: Benson Fong

Charlie Chan in the Secret Service DVDBENSON FONG erblickte am 10. Oktober 1916 in Sacramento das Licht der Welt. Sein Vater starb schon Anfang der 30er Jahre. Fong verließ die High School und ging für 5 Jahre zum Studieren nach China, wo er auf der Bühne stand, Tenor sang und in einer Jazz-Band spielte.

The chinese Cat - Lobby card 2Nach seiner Rückkehr nach Sacramento eröffnete Fong mit Verwandten einen Gemüseladen, verdiente sich aber als Kleindarsteller etwas dazu, so in »Charlie Chan in der Oper«.

1943, beim Dinner mit Freunden, fragte ihn ein Talentscout von Paramount, ob er nicht Lust hätte in Sprechrollen aufzutreten. Während des Krieges waren asiatische Schauspieler stark gesucht. Fong erhielt ein Vertragsangebot, dass er nicht ablehenn konnte. Er radelte von einem Set zum nächsten, spielte einen Japaner hier, einen Filipino da und Andertags einen Chinesen.

The Chinese Cat - LobbycardDark Alibi - Lobbycard1944 klopfte Monogram an, um Fong als Tommy Chan zu verpflichten. Im selben Jahr freundete er sich mit Gregory Peck an, der die Idee hatte, gemeinsam ein Asiatisches Restaurant zu eröffnen. Es blieb erst einmal eine Idee. Doch zu dieser Zeit traf Fong auf seine spätere Frau. Er wollte heiraten aber brauchte ein berechenbares Einkommen. Er begann zu sparen, entschlossen ein Restaurant mit eigenem Kapital zu eröffnen. 2 Jahre später eröffnete Fong mit 11000 Dollars das »Ah Fong‘s« an der Vine Street in Hollywood. Eine Hochzeit wurde gefeiert und die Ehe hatte über die Jahre fünf Kinder.

The Scarlet Clue - Poster 3Fong spielte zwar weiterhin kleine Rollen, so etwa in »Ein toller Käfer« (The love Bug, 1968) und »Kung Fu« (1972), doch das »Ah Fong‘s« erwies sich als außerordentlich beliebt. Bis 1971 folgten weitere Restaurants und Fong verbrachte seine Freizeit lieber beim Golf oder reiste durch Asien. Bis 1985 verkleinerte sich das Unternehmen nach und nach und Fong verabschiedete sich in Rente.
Am 1. August 1987 erlag Fong einem Schlaganfall. Wenn man ihn zu Lebzeiten fragte, erklärte er schlicht, einfach nur ein glücklicher Mann gewesen zu sein.

Die neuen Abenteuer: Das zweite Quartett …

Barry und Charlie Chan - New-AdventuresSchauen wir auf das zweite Quartett der Serie. Nur die fünfte Episode wurde noch in den USA gedreht, danach siedelte die Produktion nach England über.
Sogleich geht es auf den Kontinent, wo Charlie sich nun öfter sehen lässt. Beim ersten Besuch ist Sohn Barry noch nicht dabei, aber ansonsten nun öfter.

N5 – Die großen Salvos
Ein als Gedankenleser auftretendes Geschwisterpaar jubelt Charlie gestohlene Pläne für Düsentriebwerke von Kampfflugzeugen unter, die der nach Europa „schmuggeln“ sollte. Keine Verdächtigen aber das Licht geht mal wieder aus.

The death of a don - New-AdventuresN6 – Die Falschmünzer
Druckplatten für französische Banknoten werden in London gestohlen und Charlie von seinem Freund Inspektor Duff inoffiziell geben den Fall zu übernehmen. Die Spur führt nach Paris, wo ehemalige Restistance-Kämpfer die Sache regeln.

N7 – Don ist tot
Barrys Studientkollege gerät in einen bösen Streit mit seinem Professor, der wenig später tot aufgefunden wird. Involviert ist auch eine Musiktheatertruppe in der des toten Ex-Frau tanzt.

N8 – Charlies Highland-Fall
Charlie und Barry machen Urlaub in Schottland, wo eine Frau in ihrem Wagen erschossen wird. Vom Butler bis zum Stiefsohn gibt es einige Verdächtige …

Charlie Chan oder Mr. Moto und der Wettbetrug

Imr motos gamblem Januar 1938 schien in den Fox Studios alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Produktion von »Charlie Chan am Boxring« stand an und würde im Frühsommer gutes Geld einspielen. Nebenher würde man auch Mr. Moto Filme drehen, zwei standen vor der Veröffentlichung.

Es kam anders: Charlie Chan-Darsteller Warner Oland, tief im Alkoholsumpf und von seiner Frau vor die Tür gesetzt, erlitt einen Nervenzusammenbruch; Drehen unmöglich. Die Produzenten gaben ihrem Star einige freie Tage, zogen andere Szenen vor, doch beide Seiten zerstritten sich. Schließlich wurden die Dreharbeiten eingestellt und die Kosten wären an Oland hängen geblieben.

MCharlie Chan in Monte Carlo - DVDan einigte sich dann doch noch: Die gedrehten Szenen sollten zu einem Mr. Moto-Film umgearbeitet werden, in dem Keye Luke als Lee Chan einen Gastauftritt hinlegte. Oland bekam ein halbes Jahr Erholungsurlaub und dann wollte man gemeinsam wieder Charlie Chan drehen. Im August war wieder alles bereit für den Dreh, doch dann starb Oland unerwartet und »Charlie Chan in Monte Carlo« blieb sein letzter Auftritt.

Derweil war Mr. Moto (Peter Lorre) als Kriminalist unterwegs. Eine gänzlich ungewohnte Rolle für den Spion, dem es egal war, ob er eine Lizenz zum töten hatte oder nicht. In »Mr. Moto und der Wettbetrug« gibt er ein Seminar, an dem Lee Chan teilnimmt und bei dem er einen Mord am Boxring lösen muss. Mr Moto Film PhileDer Film kam sogar noch vor »Mr. Moto und der Dschungelprinz« heraus, der bereits 1937 gedreht aber zurückgehalten worden war.

Spuren von Gift auf Boxhandschuhen und ein fieses Wettsyndikat sind die Ingredenzien des unausgewogenen »Mr. Moto und der Wettbetrug«, was sich durch die Entstehungsgeschichte erklären lässt. Lee Chan und ein Komillitone, der Ex-Boxer „Knockout“ Wellington, »helfen« in gewohnter Manier den Fall zu klären. Für Chan-Fans schöne Reminiszenzen, für Moto-Fans eher weniger Vergnügen.

 

Krimi-Mai

Da der Wonnemonat Mai mit schlechtem Wetter zu starten droht, gibt es gemütliche Krimikost am Sonntag, 3. Mai:
Auf SWR läuft ab 23 Uhr „Sherlock Holmes und das Halsband des Todes„, beim BR zur selben Zeit „Geheimnis im blauen Schloss“ nach Agatha Christie – oft verfilmt, u.a. als „Ein Unbekannter rechnet ab“.

3sat bringt ab Freitag 8. Mai einige Male „Citizen Kane“ (23:15).
Der SWR zeigt Fritz Langs „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ am 10.5., wieder sonntags ab 23 Uhr.

Charlie Chan und das große Titel-Recycling

City in Darkness - Poster 2Irgendwann im Laufe der Serie fiel es weg, das „Charlie Chan in …“ im Titel.
Irgendwann gab es genügend Konkurrenz-Serien, von denen man sich titelmäßig abheben musste.
Irgendwann erklärten Marketingfachleute, wie man einen spannenden Titel zu erfinden hatte.

Manches Studio war recht findig darin, Titel zu verwenden, die bis heute immer wieder mal recycled wurden. Fox schaffte es mit dem Charlie-Chan-Film „Stadt in Dunkelheit“, also „City in Darkness„, 1939, nicht ganz. Es gab zwar 1950 bereits wieder ein „Stadt im Dunkel“ (Orig. Dark City), dessen Originaltitel 1998 wieder für einen Kinofilm verwendet wurde aber erst 2010 gab es immerhin einen mit Namen „City of Darkness“. Allerdings ist das ein alter Hut, „The City of Darkness“ gab es schon 1914.

Black Magic - OriginaltitleWeit erfolgreicher war Monogram. Etwa mit „Schwarze Magie“, alias „Black Magic“ von 1944. Als der Titel „Black Magic“ 1949 für einen Orson Welles-Streifen gewählt wurde (dt. Graf Cagliostro), benannte man den Charlie Chan-Film „Black Magic“ kurzerhand um in „Meeting at Midnight“.

The Red Dragon“ von 1945, bei uns als „Charlie Chan in Mexiko“ bekannt, wurde 1965 als Englischer Titel für die bundesdeutsche Produktion „Das Geheimnis der drei Dschunken“ gewählt. Viel bekannter ist natürlich das gleichnamige Buch rund um den „Schweigen der Lämmer“-Hannibal. Das Buch wurde 1986 schon verfilmt und 2002 erneut als Red Dragon („Roter Drache“ – also nix mit Mexiko :-).

The golden Eye - Poster1Auch „Das goldene Auge“, der Charlie-Chan-Film von 1948, ist bekannter unter seinem Originaltitel „Golden Eye„. Da gab es 1989 die so benannte Verfilmung einer Ian Fleming-Biograpie, der bekanntlich James Bond, 007, erfand. Und der Brosnan-Bond von 1995 hieß denn auch wieder „Golden Eye“.

The Feathered Serpent“ gab es als Kinofilm schon anno 1934, hier war der ebenso benannte Charlie Chan-Film von 1948 (Der Himmelsdrache) also später dran. 1976 gab es aber noch eine kurzlebige TV-Serie gleichen Titels.
Dangerous Money“ wurde 1924 mit William Powell gedreht. Denselben Titel gab es 1946 für „Charlie Chan – Gefährliches Geld“.
Der Titel „The Trap“ (Charlie Chan: Die Falle) von 1946 wurde wieder verwendet für einen Richard Widmark-Film von 1959 (Die Falle von Tula) .

Poster The TrapCharlie Chan ist nicht die einzige Show deren Titel wieder verwendet wurden. „Fast and Furious“ war man nicht erst 2001, da gab es schon schwarz-weiße Filme – natürlich mit anderem Inhalt. Manche Titel klingen nur ähnlich, weil der Originaltitel so genial war (und man vielleicht von der Verwechslung profitieren wollte?). Etwa bei Sherlock Holmes „Die Kralle“ (1944), dessen Originaltitel „The Scarlet Claw“ von Charlie Chans „The scarlet Clue“ (1945 – Die blutige Spur) abgewandelt wurde.

Dead men tell“ (Charlie Chan auf dem Schatzsucherschiff – 1941), wurde natürlich auch schon oft verwendet, allerdings in der kompletten Form „Dead Men Tell No Tales“ (z.B. 1914, 39, 71). Und er wird wiederkommen, voraussichtlich mit „Pirates of the Caribbean 5: Dead Men Tell No Tales“ (2017).
Viele Titel sind einfach zu gut, um sie nicht wieder zu verwenden. Nur der Charakter, dieser Detektiv mit seiner Familie, der wartet schon lange auf ein angemessenes Recycling …

Buch 3: Hinter jenem Vorhang

Behind that curtain Statt in Charlies Heimat, Hawaii, spielt das Buch in Kalifornien. Charlie Chan, soeben den Papageifall gelöst, möchte schnellstens nach Hause, da seine Frau das elfte Kind erwartet. Ein Reporter bringt ihn in Kontakt mit Sir Frederic Bruce von Scotland Yard. Das ergibt bald einen neuen, durchaus atmosphärischen, Fall, der ihn erst einmal in der Stadt festhält.

Charlie Chan und die verschwundenen DamenEin 15 Jahre alter Mord treibt Scotland Yard Mann Sir Frederic Bruce um, bei dem ein Paar chinesische Hausschuhe eine Rolle spielt. Verknüpfen lässt sich das ganze mit dem Verschwinden von Eva Durand, frisch nach Indien verheiratet. Bei einem Abendessen, bei dem Bruce den Fall lösen möchte, wird er beim „Fallestellen“ getötet.

Charlie Chans Chance - Poster1Unter den Verdächtigen sind ganz verschiedene Leute, etwa ein amerikanischer Polizeichef oder ein Abenteurer, eine reiche Amerikanerin und – natürlich – selbst der Butler. Der Polizist bekommt seine Vorurteile um die Ohren gehauen. Die junge Staatsanwältin June bittet Charlie um Hilfe, doch auch der kann erst einmal kein Wunder vollbringen und geht an Bord seines Schiffes. Dort hört er allerdings eine Konversation, die ihn alarmiert und er springt im letzten Moment an Land.

Es wird auch mal humorvoll. Die Geschwindigkeit ist ordentlich. Der Plot vielleicht nicht komplett dicht. Man kann den Mörder erraten, aber letzten Beweis gibt es nicht. Charlie schafft es dennoch das Krimirätsel zu lösen.

Kdo je Eva Durandová?  Mondadori 1940  Derriere ce rideau

Charlie Chans Welt – 1930

Wie war die Welt zu Zeiten der alten Serie? Splitter einer fernen Zeit …

Die Sherlock Holmes Collection 1+++ 1930 +++ Max Schmeling wird Boxweltmeister +++ Sherlock-Holmes-Autor Arthur Conan Doyle stirbt +++ Erstmals gibt es eingefrorenes Gemüse zu kaufen +++

1930: Will Hays veröffentlicht »The Motion Picture Production Code«, den Filmemacher zur Selbstzensur benutzen sollten (»Hays Code«). Als den Studios ab 1934 sogar Strafen durch das PCA-Büro drohen, bestimmen die Richtlinien bis in die 1960er Jahre, wie in den Filmen mit Gewalt, nackter Haut, Religion usw. umgegangen wird: Die Ehe wird hochgehalten, Doppelbetten getrennt, Großaufnahmen von Toten vermieden …
Und damit ist klar, warum einiges in den Charlie Chan-Filmen so gefilmt wurde, wie wir es heute noch sehen können.

Kino/Kultur 1930:

  • »Der blaue Engel« mit Marlene Dietrich und Emil Jannings
  • »Im Westen nichts Neues« nach Erich Maria Remarque
  • Fox erste »Tönende Wochenschau« bringt Nachrichten ins Kino
  • »Die drei von der Tankstelle« mit Lilian Harvey und Heinz Rühmann
  • »The Big Trail« mit John Wayne in seiner ersten Western-Hauptrolle